Nordamerika

Twitter sperrt Konto von US-Präsident Donald Trump dauerhaft

Kurz vor dem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Donald Trump seine mit Abstand wichtigste Kommunikationsplattform verloren: Twitter sperrte sein Konto dauerhaft aus. Der Republikaner warf dem Kurznachrichtendienst vor, ihn somit zum Schweigen bringen zu wollen.
Twitter sperrt Konto von US-Präsident Donald Trump dauerhaftQuelle: Reuters © JOSHUA ROBERTS

Nach der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger Donald Trumps hat Twitter das wichtigste Konto des amtierenden US-Präsidenten dauerhaft gesperrt. Die Tweets auf dem Konto @realDonaldTrump, dem mehr als 87 Millionen Menschen folgten, waren am Freitagabend nicht mehr zugänglich. Stattdessen erschien dort die Meldung "Account gesperrt".

Der Kurznachrichtendienst argumentierte die Maßregelung am Freitagabend (Ortszeit) mit dem "Risiko einer weiteren Anstiftung zur Gewalt". Zur Begründung der neuen Sperre führte die Plattform konkret zwei Tweets des Präsidenten vom Freitag an. In einem dieser Tweets schrieb Trump, die 75 Millionen "großartigen amerikanischen Patrioten", die bei der Wahl für ihn gestimmt hätten, würden bis weit in die Zukunft eine "gewaltige Stimme" haben. In einem zweiten Tweet kündigte Trump an, er werde der Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden am 20. Januar fernbleiben. Twitter wertete die Kombination beider Tweets als geeignet, um Menschen zu gewalttätigen Akten im Stil der Stürmung des Kapitols zu inspirieren. Auf der Plattform und anderswo würden bereits Pläne für künftige bewaffnete Proteste verbreitet, hieß es weiter.

Mehr zum Thema - Schüsse, Tote und Verletzte bei Sturm auf Kapitol

Darüber hinaus sperrte der Kurznachrichtendienst das Konto des Wahlkampfteams des Republikaners, nachdem sich der amtierende US-Präsident dort zu Wort gemeldet und das soziale Netzwerk unter anderem mit einem karikierten Twitter-Logo scharf kritisiert hatte.

Der Republikaner ließ nach der dauerhaften Sperrung seines wichtigsten Twitter-Accounts am Freitagabend über Journalisten im Weißen Haus verbreiten, man werde ihn und seine Anhänger somit nicht zum Schweigen bringen:

"Twitter-Mitarbeiter haben sich mit den Demokraten und der radikalen Linken bei der Entfernung meines Kontos von ihrer Plattform abgesprochen, um mich zum Schweigen zu bringen - und euch, die 75 Millionen großartigen Patrioten, die mich gewählt haben."

Trump kündigte an, man sei mit mehreren anderen Webseiten in Verhandlung und ziehe auch den Aufbau einer eigenen Plattform in der nahen Zukunft in Betracht:

"Twitter geht es nicht um Redefreiheit. Ihnen geht es nur darum, eine linksradikale Plattform zu fördern, auf der einige der bösartigsten Menschen der Welt frei sprechen dürfen."

Auch aus dem Umfeld des amtierenden US-Präsidenten kam Kritik an der Sperre. Der republikanische Senator Lindsey Graham schrieb auf Twitter:

"Der Ajatollah kann twittern, aber Trump nicht. Das sagt viel über die Leute aus, die Twitter führen."

Trumps Sohn Donald Trump Jr. schrieb:

"Redefreiheit existiert nicht mehr in Amerika. Sie starb mit den großen Tech-Unternehmen, und was übrig ist, ist nur noch für ein paar Auserwählte da. Das ist absoluter Irrsinn!"

Nach den Ausschreitungen am Kapitol am Mittwoch hatte Twitter den Account @realDonaldTrump bereits für zwölf Stunden gesperrt, weil Tweets des Präsidenten "wiederholt und schwerwiegend" gegen die Richtlinien der Plattform verstoßen hätten. Facebook hatte am Donnerstag mitgeteilt, Trump bis auf Weiteres zu sperren. Trumps Konten bei dem Online-Netzwerk und auch bei der Fotoplattform Instagram sollten für mindestens zwei Wochen beziehungsweise bis zur Amtsübergabe an Nachfolger Joe Biden blockiert bleiben, wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Donnerstag ankündigte. 

Mehr zum Thema - Politikwissenschaftler Dr. Thunert: "Trump-Anhänger leben in ihrer eigenen Welt"

(rt/dpa)

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion