Nordamerika

YouTube will "falsche" Videos zur US-Wahl löschen – möglicherweise auch von Trump

Einst war mit dem digitalen Zeitalter die Hoffnung verbunden, den freien Meinungsaustausch zu fördern. Eine Neuauflage der res publica literaria der frühen Neuzeit schien greifbar zu sein. Doch immer mehr Internetmonopolisten greifen zur offenen Zensur.
YouTube will "falsche" Videos zur US-Wahl löschen – möglicherweise auch von TrumpQuelle: Reuters © Jonathan Ernst

Die Internetplattform YouTube hat am Mittwoch erklärt, dass demnächst Videos, die angeblich irreführende Informationen zu den US-Wahlen enthalten, gelöscht werden sollen. Darunter könnten möglicherweise auch Videos des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump fallen.

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Der Mediengigant begründete diesen Schritt damit, dass über die letzten Wochen und Monate immer mehr Menschen sich über YouTube zu dem Wahlvorgang, wie und wo gewählt werden könne sowie zu den Kandidaten informiert hätten. Die YouTube-Followerschaft von Sendern steige stetig. Auch würden sich die Menschen auf YouTube über aktuelle Wahlergebnisse informieren.

"Unser Hauptziel für die Wahlsaison war es, sicherzustellen, dass wir die Menschen mit autoritativen Informationen verbinden, gleichzeitig aber auch die Reichweite von Fehlinformationen begrenzen und schädliche Inhalte entfernen. Die Arbeit hier ist im Gange, und wir wollten ein Update geben", teilte das Unternehmen mit.

Die Gemeinschaftsrichtlinien von YouTubern würden Spam, Betrug und sonstige manipulierte Medien, koordinierte Operationen zur Einflussnahme sowie jegliche Inhalte, die zur Gewalt anstacheln, verbieten. Im Rahmen dieser Richtlinien habe YouTube seit September dieses Jahres über 8.000 Kanäle und Tausende weitere Videos mit angeblich "schädlichen" und "irreführenden" Inhalten zur US-Wahl gelöscht. YouTube rühmt sich damit, dass über 77 Prozent dieser Videos gelöscht wurden, noch ehe sie hundert Zugriffe erreichen konnten.

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Trotz dieser offenbar groß angelegten Zensurkampagne versichert YouTube, dass das Unternehmen daran arbeite, die Linie zwischen verbotenen und gelöschten Inhalten richtig zu ziehen. So seien zum Beispiel Inhalte verboten, die behaupten, dass großflächiger Betrug oder Fehler das Resultat der US-Wahlen geändert hätten.

"In manchen Fällen hat das jedoch dazu geführt, kontroverse Meinungen zum Resultat oder zum Prozess der Stimmenauszählung einer aktuellen Wahl (...) zu erlauben."

YouTube verwies darauf, dass nun genug US-Bundesstaaten ihre Wahlergebnisse zertifiziert hätten, um den Wahlsieger benennen zu können. Daher würden nun alle neu hochgeladenen Inhalte gelöscht werden, die bezüglich des Wahlresultats "Menschen irreführt" durch die Behauptung von großflächigem Betrug.

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