Nordamerika

Fall Nawalny: Hillary Clinton attackiert Donald Trump

Im Fall Nawalny greift Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton den US-Präsidenten Trump an. Er "tut rein gar nichts" für den russischen Oppositionellen. Nawalny soll mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden sein.
Fall Nawalny: Hillary Clinton attackiert Donald TrumpQuelle: AFP © DEMOCRATIC NATIONAL CONVENTION

Auf dem Flug von Sibirien nach Moskau am 20.August wurde dem russischen Oppositionellen Alexei Nawalny im Flugzeug erst schlecht, dann wurde er bewusstlos. Seine Familie drängte darauf, ihn nach Deutschland ausfliegen zu lassen. Seit 22. August wird er in der Berliner Charité behandelt. Die deutsche Regierung kam nun erst – angeblich mit den Analysen eines Spezial-Labors der Bundeswehr – zu dem Ergebnis, dass Nawalny mit einem Stoff "aus der Nowitschok-Gruppe" vergiftet worden sein soll – wie schon der ehemalige Doppelagent Sergei Skripal und dessen Tochter im Jahr 2018 in Großbritannien. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich sprach von einem "versuchten Giftmord".

Die russische Regierung dementiert und strengt von Anbeginn des Vorfalls eigene Untersuchungen an. Im Fall Skripal blieb die britische Regierung der russischen Regierung bis heute die Beweise schuldig.

Auf Twitter nahm dies die ehemalige US-Außenministerin und Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zum Anlass, ihren Widersacher US-Präsident Donald Trump anzugreifen. Ihm warf sie wie immer zu viel Nähe zu Russland vor: 

Es wurde bestätigt, dass der russische Oppositionsführer Alexei Nawalny mit demselben Nervengift vergiftet wurde, das auch bei anderen Putin-Kritikern verwendet wurde. In der Zwischenzeit tut Trump nichts.

Damit reiht sich Clinton in die Meinung derer ein, Nawalny sei mit Hilfe oder auf Veranlassung der russischen Regierung vergiftet worden. Seine Überwachung durch Geheimdienstler würde es ohnehin unmöglich machen, dass Kriminelle einen Mordanschlag gegen ihn verübt haben könnten. 

Vom Weißen Haus in Washington hieß es über den Sprecher John Ullyot:

Die Vereinigten Staaten sind zutiefst beunruhigt über die heute veröffentlichten Ergebnisse. Die Vergiftung von Alexei Nawalny ist völlig verwerflich. Russland hat in der Vergangenheit das chemische Nervengift Nowitschok eingesetzt. 

Wir werden mit den Verbündeten und der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um die Menschen in Russland zur Rechenschaft zu ziehen, wo immer die Beweise hinführen, und die Mittel für ihre bösartigen Aktivitäten zu begrenzen.

Im November finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt. Clinton rief die Anhänger der US-Demokraten dazu auf in "überwältigender" Zahl abzustimmen, damit Trump nicht auf seinem Weg den Sieg "erschleicht oder stiehlt". Die Menschen sollten wählen gehen, als wenn ihr Leben auf dem Spiel stünde. Im Jahr 2016 hatte Hillary Clinton gegen Donald Trump verloren. Im Wahlkampf unterstützt sie jetzt ihren Parteikollegen Joe Biden.

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