Europa

Lukaschenko will angeblich Beweise für vorgetäuschte Vergiftung Nawalnys haben

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko behauptet, sein militärischer Geheimdienst habe ein Gespräch zwischen Berlin und Warschau abgefangen. Demnach seien Informationen über die Vergiftung von Alexei Nawalny eine Vorspiegelung falscher Tatsachen.
Lukaschenko will angeblich Beweise für vorgetäuschte Vergiftung Nawalnys habenQuelle: Sputnik © Wiktor Tolotschko

Alexander Lukaschenko sagte am Donnerstag in einem Gespräch mit dem russischen Regierungschef Michail Mischustin, dass der militärische Geheimdienst seines Landes ein Gespräch zwischen Berlin und Warschau abgefangen habe, aus dem hervorgeht, dass die Informationen über die Vergiftung von Alexei Nawalny unwahr seien. Lukaschenko versprach, alle Informationen an den russischen Geheimdienst FSB weiterzuleiten. Lukaschenko sagte zu Mischustin:

Vor der Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel – ihr zufolge hätte Nawalny zum Schweigen gebracht werden sollen – haben wir das Gespräch abgefangen. Wie wir es verstehen, sprach Warschau mit Berlin.

"Wir haben ein interessantes Gespräch abgefangen, welches – ich werde es Ihnen zum Lesen geben, wir werden es vorbereiten und an den FSB senden – deutlich zeigt, dass dies eine Fälschung ist. Es gab keine Vergiftung von Nawalny", sagte Lukaschenko. 

Lukaschenko zufolge sollen Warschau und Berlin über Nawalnys Vergiftung diskutiert haben, um "Putin davon abzuhalten, seine Nase in die Angelegenheiten Weißrusslands zu stecken". Lukaschenko gab jedoch nicht bekannt, wessen Gespräch genau abgefangen wurde.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte noch am Donnerstag, Russland habe bisher keine Informationen zu dem von Lukaschenko genannten Gespräch erhalten. "Lukaschenko hat dies nur angekündigt. Er sagte, dass das Material an den FSB weitergeleitet werden würde. Weitere Informationen gibt es noch nicht", erklärte Peskow gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Auf Anfrage von RIA Nowosti erklärte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, die Aussage des weißrussischen Präsidenten entspreche nicht der Wahrheit:

Die Aussage von Herrn Lukaschenko entspricht natürlich nicht der Realität. Die Bundeskanzlerin, der Außenminister und die Verteidigungsministerin haben sich gestern zu den neuen Umständen im Fall Nawalny geäußert. Es gibt nichts hinzuzufügen.

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