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Visegrád-Gipfel nach israelisch-polnischem Streit geplatzt

Nach der Absage Polens aufgrund einer umstrittenen Aussage des israelischen Außenministers Israel Katz ist ein für Dienstag geplantes Treffen der Visegrád-Gruppe und Israels in Jerusalem geplatzt. Der Gipfel werde auf Wunsch der Polen verschoben, sagte eine Sprecherin des slowakischen Regierungschefs Peter Pellegrini der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Stattdessen sollten nun lediglich bi- und trilaterale Gespräche stattfinden.
Visegrád-Gipfel nach israelisch-polnischem Streit geplatztQuelle: www.globallookpress.com

Die Slowakei hat derzeit den Visegrád-Vorsitz. Zu den Visegrád-Vier (V4) gehören neben Polen und der Slowakei auch Ungarn und Tschechien.

Katz, der erst am Sonntag in sein Amt als Chefdiplomat berufen worden war, hatte am selben Tag in einem TV-Interview auf eine Aussage von Ex-Ministerpräsident Jitzchak Schamir verwiesen und gesagt: "Die Polen haben Antisemitismus mit der Muttermilch aufgesogen."

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kritisierte, die Äußerungen seien "absolut unzulässig" und "rassistisch". Seinen eigenen Besuch für das Visegrád-Treffen hatte der Regierungschef bereits zuvor abgesagt.

Vorausgegangen war ein Streit über israelische Berichte zu Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zur Kollaboration von Polen mit Nationalsozialisten. Die israelische Seite stellte später klar, Netanjahu habe nicht von "den Polen" als Nation, sondern von einzelnen Kollaborateuren gesprochen.

Zur Absage der Teilnahme Polens am Gipfel in Israel sagte Morawiecki, neben Juden und Roma seien die Polen während des Zweiten Weltkriegs das Volk mit den größten Schäden gewesen. Zudem hätten viele Polen große Opfer gebracht, um Juden zu retten. (dpa)

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