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Tansania bildet Anti-Gay-Truppe, um "auf LGBT-Gemeinschaft Jagd zu machen"

Der Gouverneur von Daressalam, der größten tansanischen Stadt, hat nach anonymen Hinweisen eine Liste von 200 angeblich homosexuellen Menschen erstellt, denen er nun mit strafrechtlicher Verfolgung droht. Außerdem kündigte er die Aufstellung einer Anti-Gay-Truppe an, die die Homosexuelle mittels sozialer Netzwerke aufspüren und verfolgen soll.
Tansania bildet Anti-Gay-Truppe, um "auf LGBT-Gemeinschaft Jagd zu machen"Quelle: www.globallookpress.com

"Ich weiß, dass diese Aktion einigen Ländern nicht gefallen wird", sagte der Gouverneur Paul Makonda am Mittwoch. Doch er könne sich nicht zurücklehnen und Menschen erlauben, sich falsch zu verhalten, nur weil einige Länder diese Art von Verhalten billigten.

Makonda hatte zuvor die Öffentlichkeit in Daressalam gebeten, die Namen von angeblich homosexuellen Menschen einzureichen. Er habe bislang fast 19.000 Namen erhalten, sagte er. Daraus habe er die Liste der 200 Menschen erstellt. Wenn sich durch Ermittlungen die Homosexualität beweisen lasse, würden sie angeklagt werden, sagte er.

Homosexualität ist in Tansania, wie in vielen afrikanischen Ländern, verboten. In dem ostafrikanischen Staat drohen bei Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft, dies kommt aber selten vor. (dpa/rt deutsch)

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