Meinung

German Suicide und German Angst – Grüne Ideologisierung der Ökonomie

Der Bundeswirtschaftsminister beschwichtigt die ARD-Zuschauer erneut mit seiner Zauberformel: Die Wirtschaftslage des Landes ist nicht desaströs, die Daten sind nur nicht so gut. Diese Aussage Robert Habecks "muss vernünftigen Menschen Angst machen", findet Autor Uli Gellermann.
German Suicide und German Angst – Grüne Ideologisierung der ÖkonomieQuelle: www.globallookpress.com © Marcus Brandt

Von Uli Gellermann

Der englische Sprachraum kennt die Floskel "German Angst". Ausgerechnet Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) verwendet diesen Ausdruck jetzt, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands abgesenkt hat. Er meint, man müsse keine Angst haben. "Die Daten sind natürlich nicht gut", sagte Habeck am 26. Juli in den ARD-Tagesthemen. Sie seien aber kein Grund für "German Angst" und erklärbar.

Vom Wirtschaftskrieg zum heißen Krieg

Die Habeck-Erklärung muss vernünftigen Menschen Angst machen: Er nannte als Grund für die deutsche Wirtschaftskrise vor allem die "Abhängigkeit" von russischem Gas, das jetzt ersetzt und zu höheren Preisen auf dem Weltmarkt eingekauft werden müsse. "Das haben andere Regionen so gar nicht gehabt, schon gar nicht die USA, aber auch Großbritannien oder Spanien", so Habeck. Neben der verschwiemelten Sprachakrobatik im Baerbock-Stil ist es der brutale Versuch Habecks, die Bürger zu belügen, der einem Angst machen kann. Denn Habeck verschweigt den Wirtschaftskrieg gegen Russland, die Hauptursache für den Niedergang der deutschen Wirtschaft. Ein Krieg, den eine verantwortungslose Koalition losgetreten hat und der mit jedem weiteren Schritt zu einem echten, heißen Krieg führen kann.

Lügenwort "Abhängigkeit"

Im Betrugsversuch nimmt das Lügenwort "Abhängigkeit" einen zentralen Platz ein. Das diffamierende Wort klingt nach Drogenabhängigkeit. Meint aber in Wahrheit nichts anderes als Handel: Deutschland kauft russische Rohstoffe und Russland kauft deutsche Industriegüter aller Art. Wer fragt, ob die Russen jetzt "abhängig" von deutschen Werkzeugmaschinen oder deutschen Autos sind, der ist auf dem richtigen Weg zur Entlarvung des grünen Moralgeschwätzes.

USA – Gewinner des Wirtschaftskriegs gegen Russland

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, sieht Deutschlands Geschäftsmodell unter "enormen Stress" und hält die "Gefahr einer industriellen Abwanderung" für "real". Es gehe darum, "das Überleben der Industrie in Deutschland und Europa zu sichern". Nicht wenige Industrielle wandern in die USA ab. Die Vereinigten Staaten sind die Gewinner des deutschen Wirtschaftskriegs gegen Russland.

NATO regiert deutsche Wirtschaft

Es gibt eine weitere Gewinnernation: Heute ist jedes dritte in Russland verkaufte Auto chinesisch. Im Jahr 2021 waren es nicht einmal sieben Prozent. Energie ist inzwischen so teuer, dass ganze Branchen auf einmal Schwierigkeiten bekommen. BASF hat einen Teil seiner Ammoniakproduktion in Ludwigshafen stillgelegt; die damit verbundene Düngerherstellung und noch einige weitere Anlagen. Der Rohstoff für die Ammoniakproduktion war russisches Gas. Andere Unternehmen legen Papierfabriken und Aluminiumproduktionen still, weil die Energiekosten in Deutschland zu hoch sind. Und sie sind zu hoch, weil die NATO nicht will, dass die Deutschen preiswertes russisches Gas kaufen.

Nazi-Autarkie

Was die grün dominierte Koalition will, ist Autarkie: die nationale Selbstversorgung mit Gütern und Dienstleistungen. Autarkie war die Grundlage des NS-Wirtschaftsprogramms. Die Nazis sind damit auf die Schnauze gefallen. Und die Habeckisten, wenn man ihnen nicht in den Arm fällt, werden diesem tiefen Fall folgen. Wie sich die historischen Fälle gleichen: Auch die NS-Ideologie war von der Russen-Angst geprägt. Die grünen Wirtschaftstheorien wurzeln in Rudolf Steiners "völkischer Revolution" und in Silvio Gesells Hauptwerk: "Die natürliche Wirtschaftsordnung". Dort unterscheidet der Zinskritiker das Kapital in "gutes schaffendes" und "böses raffendes Kapital". Wem jetzt nicht die antisemitische Stoßrichtung auffällt, an dem ist deutsche Geschichte vorbeigegangen.

Selbstmord auf Raten

Es gibt eine Sorte Angst, die dazu dient, Bürger gefügig zu machen; eine Angst, die zur Formierung und Anpassung führt. Aber es gibt auch eine produktive Angst, die Widerstand auslösen kann: die Angst vor grüner Ideologie, grüner Kriegsbeteiligung und dem wirtschaftlichen Selbstmord, in den der Wirtschaftskrieg gegen Russland sie treibt. Wer Habeck und Konsorten folgt, der arbeitet am "German Suicide", dem Selbstmord auf Raten durch die Ideologisierung der Ökonomie.

Der Artikel wird mit freundlicher Genehmigung des Autors abgedruckt. Er wurde zuerst am 1. Juli 2023 auf der Online-Plattform www.rationalgalerie.de veröffentlicht.

Uli Gellermann ist Filmemacher und Journalist. Seine Erfahrungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern begründen seine Medienkritik. Er ist Herausgeber der Internetseite rationalgalerie.de.

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