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Leiden Sie am COVID-19-"Höhlensyndrom"? Keine Panik! Es gibt eine einfache Lösung!

Lockdowns, Todesfälle, immer neue Varianten, Masken und ständiges Händewaschen: Ist es ein Wunder, dass viele von uns an einer COVID-19-Nebenerscheinung leiden, einer Angst, die auch als "Höhlensyndrom" bezeichnet wird? Nun, es gibt ein einfaches Heilmittel: Gehen Sie ins Freie.
Leiden Sie am COVID-19-"Höhlensyndrom"? Keine Panik! Es gibt eine einfache Lösung!Quelle: www.globallookpress.com © Joana Kruse, via www.imago-images.de

Ein Kommentar von Charlie Stone

Fantastisch. Es gibt einen Namen dafür, wie sich Millionen von Menschen gerade fühlen. Und ausnahmsweise ist es eine Bezeichnung, die eigentlich perfekt beschreibt, worum es geht: Höhlensyndrom. Tragen Sie eine Mund-Nasen-Schutzmaske, auch wenn Sie es nicht müssen? Sitzen Sie auch bei Regen im Biergarten lieber draußen? Bricht bei Ihnen kalter Schweiß aus, wenn Sie die Worte "neue Variante" hören? Oder wenn jemand in Ihrer Nähe hustet oder niest, halten Sie dann den Atem an und rennen so schnell wie möglich nach Hause? Würden Sie nicht sowieso lieber zu Hause bleiben – für immer, ja? Dann haben Sie es: das Höhlensyndrom. Ist das nicht viel besser als der Name dieses verdammten Dingens, das dieses Syndrom verursacht? Das "Schwere Akute Respiratorische Syndrom Corona-Virus 2" (SARS-CoV-2) geht einem ja nicht gerade leicht über die Lippen, oder?

Vielleicht hätten sich die Gelehrten auch einen besseren Namen für diese Krankheit, die durch dieses Virus verursacht wird, einfallen lassen können. Man hätte es anstelle von COVID-19 vielleicht auch "Fledermaus-Scheiße", "Wuhan-Faustschlag", "Bleib-Zuhause-Seuche (BZS)" oder einfach auch "Oh, leck mich am Arsch (OLMAA)" nennen können.

Dieser brandneue Begriff des "Höhlensyndroms" wurde vom Psychiater Arthur Bregman aus Florida geprägt, der festgestellt hat, dass immer mehr seiner Patienten bis zum Äußersten gestresst sind, durch die bloße Tatsache, dass die Pandemie am Abklingen ist und sie wieder zur "Normalität" zurückzukehren müssen. Obwohl dieses seltsame neue Problem eine Mischung aus Platzangst (im Grunde das Gefühl, gefangen zu sein) und einer saisonalen affektiven Störung ("es ist Winter – so ein Mist") zu sein scheint, gab es bisher keinen Namen für diese neue Manifestation von Angst.

Bregman erklärte dem Lifestyle-Publikation Mel Magazin:

"Mir wurde schnell klar, dass fast die Hälfte meiner Patienten damit zu kämpfen hatte, ihre 'Höhle' zu verlassen und dass es sich um ein Syndrom handelt. Da kam mir der Geistesblitz, dieses Verhalten 'Höhlensyndrom' zu nennen.

Vor allem die Aussicht, wieder auf Arbeit gehen zu müssen, führt dazu, dass viele darüber nachdenken, sich krankschreiben zu lassen."

Das ist keine Überraschung: Es ist wie der erste Schultag, der in naher Zukunft nach unendlich langen Sommerferien bevorsteht.

COVID-19 mag also von Fledermäusen stammen, aber es scheint, dass viele von uns auch selbst gerne in einer Höhle leben wollen. Anstatt dem steten Tröpfeln von Wasser und einem geisterhaften Echo in völliger Dunkelheit zu lauschen, sind unsere Höhlen mit einer Flimmerkiste ausgestattet und werden mit Essenslieferungen bedient. Obwohl Netflix bald nichts mehr Neues zum Ausstrahlen hat, ebenso wie HBO und Disney+.

Einige von uns mussten sogar zum ersten Mal seit Jahren wieder die ARD oder das ZDF einschalten. Jungs und Mädels, es gibt nichts mehr zu sehen – ihr habt alles gesehen! Und wie viele Pizzen können wir noch essen? Wir entwickeln uns zu einer Spezies von kettenrauchenden, bierschluckenden und pornogierigen Schlampen. Sogar der Schoßhund wird fett.

Allerdings ist eine Nebenwirkung von COVID-19 nicht aufgetreten, jedenfalls noch nicht: Die, bei der die Menschen den Drang verspüren, wie eine Fledermaus kopfüber von der Decke zu hängen. Aber geben wir uns noch etwas Zeit. Es könnten sich noch mehrere weitere COVID-19-Nebenerscheinungen zeigen, bevor es endlich vorbei ist.

Wir alle haben ungefähr 18 Monate damit verbracht, uns vor dem unsichtbaren Corona-Monster zu verstecken, daher ist es kein Wunder, dass viele von uns ein wenig unsicher zurück ins Licht stolpern. Lockdowns, kein Sommerurlaub, Gesichter, die hinter Mund-Nasen-Schutzmasken ersticken, das ständige Hände waschen, Tests für die Arbeit, Tests für das Reisen und… Tests, Tests, Tests!

Man sollte jedoch auch die positive Seite betrachten. Kennen Sie die schrecklichen Familientreffen, die man unbedingt vermeiden möchte, oder die Feierabendbiere mit Leuten von der Arbeit, die man einfach nicht ausstehen kann? Jetzt hat man die perfekte Ausrede: "Ich schaffe es nicht, tut mir leid. Ich habe das Höhlensyndrom." Es gibt nur ein Heilmittel gegen das Höhlensyndrom: Man muss seinen immer breiter werdenden Arsch vom Sofa hochheben, die Schuhe anziehen und sich nach draußen ins Freie begeben. Am besten mit menschlicher Begleitung.

"Draußen in der Natur zu sein, führt zu reduziertem Grübeln und reduzierter Aktivierung im subgenualen präfrontalen Cortex", sagte die Psychotherapeutin Dorlee Michaeli dem Mel Magazin. Dieses intellektuelle Geplapper tut zwar meinem Gehirn weh, aber anscheinend meint sie damit, das es etwas mit Belohnung und Emotion zu tun hat. "Ausreichend natürliches Licht hilft den Menschen, mit Angstzuständen umzugehen", fügte sie hinzu, "indem es saisonale affektive Störungen abwehrt, den Schlaf verbessert sowie das Grübeln und Stresshormone reduziert".

Das Problem mit dieser Höhlenmensch-Syndrom-Sache ist, dass sie das Resultat der berechtigten Angst ist, sich tatsächlich mit der gefürchteten Krankheit anzustecken. Aber das Leben muss weitergehen. Auch wenn man sich auf dem Sofa in eine schöne, weiche schwarze Decke wickelt, ist man noch lange keine Fledermaus. Und wenn einige jetzt einwenden: "Und was ist mit der Grippe?" – dann muss die Antwort lauten: "Und was ist mit dem Weltraumschrott, der Dir auf dem Weg zur Kneipe auf den Kopf fallen könnte?" Das Leben ist ein Risiko – das ist ein Teil der Abmachung mit der Schöpfung.

"Je länger ein Patient sich zurückzieht", sagte Dr. Bregman, "desto schwieriger wird es, ihn zu ermutigen, sich auf den Weg zu machen. Also warten Sie nicht".

Na denn, auf geht's – nach draußen! Es wird schon gut gehen. Versprochen!

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Übersetzt aus dem Englischen.

Charlie Stone ist Autor und Journalist, der für die BBC und für mehrere britische und internationale Medien gearbeitet hat.

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