Meinung

Ein verfügbarer Impfstoff ist ein guter Impfstoff – Trotzdem riecht es nach Korruption

Ich bin kein Impfgegner. Aber es riecht offensichtlich nach Korruption, wenn man sieht, wie Komplikationen in Zusammenhang mit den mRNA-Impfstoffen von Moderna und Pfizer im Vergleich zu anderen Impfstoffen heruntergespielt werden.
Ein verfügbarer Impfstoff ist ein guter Impfstoff – Trotzdem riecht es nach KorruptionQuelle: www.globallookpress.com © Frank Hoermann/SVEN SIMON

von Bradley Blankenship

Ein Ausschuss für Medikamentensicherheit bei den US-amerikanischen Bundeszentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) sagte kürzlich, es gebe bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen einen "wahrscheinlichen Zusammenhang" zwischen einer Myokarditis, einer seltenen, entzündlichen Erkrankung des Herzens, und dem Erhalt der zweiten Dosis eines COVID-19-Impfstoffes von Pfizer oder Moderna.

Die Tatsache, dass die Medien dies weitgehend unbeachtet lassen und die Staaten dieser Welt diese Impfstoffe nicht bis zum Abschluss einer Unbedenklichkeitsprüfung aus dem Verkehr ziehen, wie das bei den Impfstoffen von Johnson & Johnson oder AstraZeneca der Fall war, zeigt, wie tief die Gewinnorientierung in die Medizin vorgedrungen ist.

Bei den mRNA-Impfstoffen sind die oben beschriebenen Nebenwirkungen schon einmal vorgekommen. Während in einigen Staaten Bedenken hinsichtlich der negativen Auswirkungen auf die Blutgerinnung der Anstoß waren, die Impfstoffe von Johnson & Johnson oder AstraZeneca aus dem Verkehr zu nehmen, bis sie einer Unbedenklichkeitsprüfung unterzogen werden konnten, deutet eine am 15. April veröffentlichte Studie der Universität Oxford darauf hin, dass die erwähnten Komplikationen bei Pfizer- und Moderna-Impfstoffen tatsächlich häufiger auftreten.

Laut dieser Studie scheint das Risiko einer Pfortaderthrombose (ein Blutgerinnsel in der Leber) bei den mRNA-Impfstoffen von Moderna und Pfizer 30-mal höher zu sein als bei dem von AstraZeneca. Auch das Risiko einer Hirnvenenthrombose (einem Blutgerinnsel im Gehirn) scheint zwischen AstraZeneca (fünf von einer Million) und mRNA-Impfstoffen (vier von einer Million) ziemlich gleich verteilt zu sein. Dies wurde aber von den Medien so gut wie ignoriert, und es gab keinen öffentlichen Aufschrei deswegen. In beiden Fällen stellt sich die Frage: warum? Es kann viele Gründe geben, aber ich denke, es fallen mir sofort zwei Gründe ein, die offensichtlich und miteinander verbunden sind.

Erstens sind die Impfstoffe von Moderna und Pfizer die einzigen beiden gewinnorientierten Impfstoffe auf dem Markt. Der bereits gigantische Pharmakonzern Pfizer hat im ersten Quartal dieses Jahres 900 Millionen US-Dollar eingenommen. Big Pharma ist eine riesige Lobby in Washington und auch ein großer Gönner der Konzernmedien. Daher ist es kein Wunder, dass alle über mögliche Gefahren durch diese Impfstoffe schweigen. Für die USA und ihre ultrareiche herrschende Klasse steht einfach zu viel auf dem Spiel, um wegen dieser speziellen Impfstoffe Staub aufzuwirbeln, obwohl sie das bei den anderen Impfstoffen, die nicht gewinnorientiert verkauft werden, ohne Weiteres gemacht haben.

Zweitens sind diese mRNA-Impfstoffe, insbesondere der von Pfizer, der Eckpfeiler der von den USA angeführten globalen Impfkampagne, durch die armen Ländern inzwischen eine Milliarde Dosen zugesagt werden konnte. Wenn also diese mRNA-Impfstoffe zurückgezogen würden, könnten diese Länder das Vertrauen in sie verlieren und sich anderweitig umsehen. Infolgedessen verlören die USA einen Teil ihrer Soft Power, die sie mittels dieser Impfstoff-Spenden ausspielen wollen. Die USA wollen mit diesen Impfstoffen ihren globalen Einfluss ausbauen und beweisen, dass "Demokratie" (sprich: neoliberaler Kapitalismus) das beste sozioökonomische System ist, um Innovationen auf den Weg zu bringen und die Grundbedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Ein System also, das eindeutig zum Scheitern verurteilt ist, denn der schwere Verlauf der COVID-19-Pandemie wurde just von diesem System angetrieben.

Einfach ausgedrückt: Die USA wollen einen Sieg über die Pandemie erringen und beweisen, dass ihre gewinnorientierte Medizin einem globalen Gesundheitsnotstand die Stirn bieten kann, obwohl genau diese Mentalität, in der Gewinne über den Menschen stehen, Millionen von Menschen weltweit, darunter über 600.000 US-Amerikaner, an COVID-19 hat sterben lassen. Gleichzeitig freuen sich Moderna und Pfizer über Gewinne, die hauptsächlich von Herrn und Frau Steuerzahler beigesteuert werden.

Um es ganz klar zu sagen: Ich plädiere nicht gegen die Verwendung von mRNA-Impfstoffen. Diese Impfstoffe haben sich als hochwirksam gegen die Übertragung des Virus, gegen Krankenhausaufenthalt und Tod erwiesen. Daher sollte man sie natürlich verwenden. Alle potenziellen Risiken durch diese Impfstoffe werden durch die potenziellen Komplikationen einer tatsächlichen Ansteckung mit COVID-19 bei Weitem aufgewogen, zumal in vielen Teilen der Welt virulentere Varianten des Coronavirus vorherrschen, wie die Delta- oder Gamma-Varianten.

Da sie in den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern am weitesten verbreitet sind, ist dies zweifellos ein solider Grund, warum Experten des öffentlichen Gesundheitswesens wegen potenzieller Gefahren, die von den mRNA-Impfstoffen ausgehen könnten, nicht in Aufruhr geraten sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn man in einem Land wie den USA lebt, in dem mittlerweile praktisch jeder COVID-19-Todesfall durch eine Impfung vermeidbar gewesen wäre. Da es unwahrscheinlich ist, dass Regierungen wieder Maßnahmen zur sozialen Distanz einführen, wenn die Fälle von Ansteckungen mit mutierten Varianten zunehmen, ist eine Impfung dann entscheidend für den Schutz der Gesundheit.

Worauf ich hier jedoch hinweisen möchte, ist, dass es nach Korruption riecht, wenn diese Argumente nur dann zur Anwendung kommen, wenn es gilt, die Produkte gewinnorientierter Unternehmen zu verteidigen, um ihnen so zu noch mehr Gewinn zu verhelfen. Diese Korruption wird noch offensichtlicher, wenn die Konzernmedien Big Pharma verherrlichen, nur um dann plötzlich ihre Fähigkeit wiederzuentdecken, kritisch zu hinterfragen, wenn sie über Impfstoffe berichten, die in Ländern wie China, Russland, Iran oder Kuba entwickelt wurden, sowie über die nicht gewinnorientierten Impfstoffe wie AstraZeneca oder Johnson & Johnson.

Tatsache ist, dass der beste Impfstoff derjenige ist, zu dem man Zugang hat, daher sollte man einem Impfstoff weder voreingenommen begegnen, noch sollte er in den parteiischen Fokus von Medien oder Regierungsbeamte geraten.

RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Übersetzt aus dem EnglischenBradley Blankenship ist ein in Prag lebender amerikanischer Journalist, Kolumnist und politischer Kommentator. Er hat eine Kolumne bei CGTN und ist freiberuflicher Reporter für internationale Nachrichtenagenturen, darunter die Nachrichtenagentur Xinhua. Er twittert auf @BradBlank

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