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"Ruhm der Ukraine"? – Hunderte ehren Nazikollaborateur Bandera mit Fackelmarsch

Rund 2.000 Menschen zogen gestern Abend zu Ehren des 111. Geburtstags des Anführers der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und Nazikollaborateurs Stepan Bandera durch Kiew. Viele Menschen trugen Fackeln, auch waren neben Abbildern ihres Helden viele Flaggen des rechtsextremen Rechten Sektors sowie der Allukrainischen Vereinigung "Swoboda" zu sehen.
"Ruhm der Ukraine"? – Hunderte ehren Nazikollaborateur Bandera mit Fackelmarsch

"Die Ukraine den Ukrainern" – dafür stand Stepan Bandera, Hitler-Verbündeter und Führer des militanten Armes der Organisation Ukrainischer Nationalisten im Zweiten Weltkrieg. Die OUN-Milizen waren an zahlreichen Massenhinrichtungen und Massakern an Polen, Russen und Juden beteiligt. Während er in der Ostukraine, Russland, Polen und Israel als Kriegsverbrecher und Nazikollaboteur gilt, sieht man ihn besonders im Westen der Ukraine als Widerstandskämpfer, als Helden, der für die Unabhängigkeit gegen die Rote Armee kämpfte. 

Die Veranstaltung wurde vom Rechten Sektor, dem Nationalen Korps und anderen nationalistischen Vereinigungen organisiert. Auch der Swoboda-Vorsitzende Oleg Tjagnibok nahm an dem Marsch teil. Er ist seit vielen Jahren ein bekannter Bandera-Anhänger. So sprach er schon 2004 zu den "ukrainischen Nationalisten", die zu jenen Helden werden sollten, die sich einst "Gewehre um den Hals hingen und gegen "Russen, gegen die Deutschen, gegen Judenschweine und sonstiges Gesindel kämpften, das uns den ukrainischen Staat wegnehmen wollte".

In Kiew erklärte er gestern: 

Man nennt uns heute 'Banderiwets' (Anhänger von Stepan Bandera). Banderiwets stehen für die Ukraine, Banderiwets stehen für ihren Ruhm, ihre Ehre und ihre Zukunft. Banderiwets stehen für die unabhängige Ukraine, nicht prorussisch oder kommunistisch. Wir sind in unserem Land. Ehre der Ukraine.

Im letzten Jahr wurde Banderas 110. Geburtstag als offizieller Nationalfeiertag begangen, nachdem das ukrainische Parlament einen Monat zuvor ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hatte.