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Protest für Assange und Pressefreiheit in London: WikiLeaks-Gründer liegt im Krankenhaus

WikiLeaks hat am Mittwoch erklärt, dass sich Julian Assanges Gesundheitszustand "erheblich verschlechtert" habe, und gefordert, dass die Auslieferungsanhörung vor Gericht vertagt werde. WikiLeaks-Gründer Julian Assange liegt derzeit im Belmarsh-Gefängniskrankenhaus in Großbritannien.
Protest für Assange und Pressefreiheit in London: WikiLeaks-Gründer liegt im Krankenhaus

WikiLeaks erklärte: "Die Entscheidung der Gefängnisbehörden, ihn auf die Krankenstation zu bringen, spricht für sich selbst. Assanges Gesundheitssituation war am Freitag so schlecht, dass es nicht möglich war, ein normales Gespräch mit ihm zu führen", sagte sein schwedischer Anwalt Per Samuelson. Außerdem habe Assange nach seinem nunmehr fast zweimonatigen Haftaufenthalt dramatisch an Gewicht verloren.


"Julians Fall ist von großer historischer Bedeutung. Er wird als der schlimmste Angriff auf die Pressefreiheit unserer Zeit in Erinnerung bleiben", sagte WikiLeaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson und forderte die Menschen allerorts auf, sich zu widersetzen.


Unterstützer des WikiLeaks-Gründers Julian Assange versammelten sich nach der alarmierenden WikiLeaks-Meldung am gestrigen Tag vor dem Westminster Magistrates' Court in London. Assange sollte hier am Donnerstag via Videoschalte zum Auslieferungsgesuch der USA vor Gericht angehört werden.


Unter den Demonstranten befand sich auch der international bekannte Journalist John Pilger, der für seinen Freund und Kollegen Unterstützung bekunden wollte: "Das ist so beschämend, so beschämend, dass wir heute tatsächlich hier sind, um die Auslieferung eines Journalisten in Betracht zu ziehen, der versucht, seine Quellen zu schützen. Oder sogar die Auslieferung von Julian Assange an Schweden auf Grundlage eines völlig gefälschten Falls."

Ein Aktivist erklärte, dass es keineswegs überraschend sei, dass er nun krank im Krankenhaus liegt. Er befand sich sieben Jahre lang in völliger Isolation. Menschenrechtsorganisationen – auch die UN – haben immer wieder auf die gravierenden Verstöße von Assanges Rechten als Mensch und Journalist aufmerksam gemacht und die Art und Weise des Umgangs mit ihm scharf kritisiert. Außerdem verteidigen sie Assanges Veröffentlichungen als legitim und verweisen dabei auf die Pressefreiheit. UN-Menschenrechtsexperten sprechen sich seit Jahren für seine Freilassung und gegen eine Auslieferung in die USA aus.

Nils Melzer UN-Sonderberichterstatter für Folter erklärte jüngst: "Die Beweise sind erdrückend und eindeutig. Assange wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg bewusst schweren Formen grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe ausgesetzt, deren kumulative Auswirkungen nur als psychologische Folter beschrieben werden können."

Die USA haben seine Auslieferung beantragt, damit er sich den Spionagevorwürfen stellt. Die Voruntersuchung zum Auslieferungsersuchen Washingtons war für Donnerstag, den 30. Mai, geplant. Die USA haben Assange wegen Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz in 18 Punkten angeklagt, die zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 175 Jahren oder gar zur Todesstrafe führen könnten. Allerdings wurde der Anhörungstermin aufgrund seines Krankheitszustands auf den 12. Juni vertagt. Dann soll er direkt im Gefängnis vernommen werden. Assange hat unter anderem ihm zugespielte geheime Dokumente und Videoaufnahmen von Kriegsverbrechen veröffentlicht. Schweden will ihn über eine angebliche Vergewaltigung befragen, die Assange stets vehement bestritten hat.

Das Land wiederum hat eine Untersuchung über Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange wieder aufgenommen und die Forderung, die Anhörung auf den 3. Juni zu vertagen, zunächst abgelehnt, was WikiLeaks scharf verurteilte.


Assange muss im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh eine einjährige Haftstrafe absitzen. Zu dieser wurde er wegen des Verstoßes gegen Bewährungsauflagen verurteilt – genauer gesagt, weil er sich mit seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft vor sieben Jahren, um einer möglichen Auslieferung in die USA zu entgehen, der britischen Justiz entzogen habe. Er muss 23 Stunden eines Tages in seiner Zelle verbringen.

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