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"Jeder macht mal Dummheiten": Duma-Abgeordneter schießt in Wohngegend herum

Am Samstagmorgen erschreckten laute Schüsse die Bewohner der Stadt Kamyschlow im russischen Ural. Skurrilerweise war es ein Duma-Abgeordneter, der wie wild in einem Hinterhof herumschoss – ohne ersichtlichen Grund. Das aus einer Wohnung heraus aufgenommene Video zeigt eine Gruppe von Menschen, die im Hinterhof eines Wohnhauses steht, als einer der Männer plötzlich mehrere Schüsse in die Luft abgibt.
"Jeder macht mal Dummheiten": Duma-Abgeordneter schießt in Wohngegend herum© Screenshot YouTube / alex pole

Ein separates Video deutet darauf hin, dass die Polizei später am hinzukam, aber es wurde keine offizielle Erklärung in Bezug auf die Angelegenheit abgegeben.

Als das Material online auftauchte, identifizierten die lokalen Medien den Schützen als Dmitri Ionin, einen Abgeordneten der Staatsduma, der für die Region Swerdlowsk im Ural in der Duma sitzt. Der Beamte, der damals Kamyschlow besuchte, wies die Anschuldigungen zunächst zurück und bestand darauf, dass sein Freund die Schüsse mit einem "Spielzeuggewehr" abgegeben hatte. Als das Video sich jedoch weiterhin in den sozialen Medien verbreitete, gab er schließlich sein eigenes Fehlverhalten zu.

In einem Interview mit einer lokalen Zeitung behauptete Ionin, dass die Waffe keine scharfe Munition geladen hatte. Allerdings gab es keinen Grund für seine Aktion. "Mir wurde das Gewehr gegeben, ich überprüfte, ob es Platzpatronen geladen hat, und feuerte dann. Ich dachte nicht, dass es Probleme damit geben würde", sagte der Abgeordnete und fügte hinzu, dass die Waffe seinem lokalen Kollegen gehörte.

Obwohl sein Verhalten von der Polizei nicht geahndet wurde, gab der Beamte später zu, dass er das Falsche getan hatte, und fügte hinzu, dass "jeder manchmal dumme Dinge tut".

Auch erklärte der 34-Jährige, dass Unbekannte ihn zuvor mit den Aufnahmen erpressten. Ionin erklärte, dass kurz vor dem Erscheinen des Videos in den Medien eine unbekannte Person in einem Café auf ihn zukam und Geld verlangte, um den Skandal zu vermeiden.

"Ein Mann kam auf mich zu, zeigte das Video und sagte: 'Gib mir 500.000 Rubel [etwa 6.855 Euro], oder ich werde dieses Video an alle Medienunternehmen schicken.' Ich habe ihm gesagt, dass er verschwinden soll."

Er fügte hinzu, dass er sei bereit sei, für den Vorfall zur Rechenschaft gezogen zu werden.