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Whistleblower: Facebook- und Instagram-Nutzung kann zu Störungen bei Jugendlichen führen

Der US-Kongress hat einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der Enthüllungen über schädliche Wirkungen bei der Nutzung von Facebook und Instagram nachgeht. Bei Facebook wurde intern darauf hingewiesen, dass Untersuchungen über Jugendliche mit Essstörungen und Suizidgedanken vorliegen.

Ein Whistleblower von Facebook hat firmeninterne Dokumente über Instagram öffentlich gemacht. Diese sollen zeigen, dass firmeneigene Forscher und Experten zu dem Schluss kamen, dass Instagram bei jungen Menschen zu schweren Schäden führen kann. Die Nutzung der Kommunikationsplattformen kann zu Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Essstörungen und sogar Suizidgedanken führen. Diese Bedenken seien dem Unternehmen bekannt gewesen.

Im US-Senat wurde nun ein Untersuchungsausschuss zu den jüngsten Facebook-Enthüllungen ins Leben gerufen. Republikanische und demokratische Senatoren im Kongress zeigen sich empört über Facebook. Das Unternehmen habe die Auswirkungen der Plattformen auf junge Menschen öffentlich heruntergespielt. Zur gleichen Zeit lagen dem Unternehmen intern längst Informationen vor, nach denen Instagram einigen Teenagern, insbesondere Mädchen, schwer schadet.

Facebooks Leiterin für Globale Sicherheit, Antigone Davis, musste sich nun den kritischen Fragen des Ausschusses stellen. Senator Richard Blumenthal sagte im Ausschuss:

"Facebook hat Expertenstudien verheimlicht, die zeigen, welchen Schaden Kinder auf seinen Seiten erlitten haben, dass es von diesem Schaden wusste und wie es ihn kontinuierlich verheimlicht hat. Wir wissen jetzt, dass Facebook zwar öffentlich leugnet, dass Instagram für Jugendliche äußerst schädlich ist, dass Facebook-Forscher und -Experten aber intern seit Jahren Alarm schlagen. Wir wissen jetzt, dass Facebook routinemäßig Gewinne über die Online-Sicherheit von Kindern stellt."

Der wachsende öffentliche Druck aufgrund der Enthüllungen hat Facebook dazu veranlasst, die Arbeit an einer Kinderversion von Instagram zu unterbrechen. Diese Version ist vor allem für Jugendliche zwischen zehn und zwölf Jahren gedacht. Das Projekt ist nur pausiert. Zu der Information durch Whistleblower setzte der Senator fort:

"Dieser Befund war keine Beschwerde eines verärgerten Facebook-Mitarbeiters. Es waren Facebooks eigene Mitarbeiter, die auf der Grundlage ihrer Recherchen eine formelle Feststellung getroffen haben."

Der Ausschuss im Kongress plant, nächste Woche die Aussage eines Facebook-Whistleblowers zu hören. Möglicherweise handelt es sich dabei um die Person, die die Instagram-Forschungsdokumente dem Wall Street Journal zugespielt hat.
Facebook hat die Story der Wirtschaftszeitung als Rosinenpickerei aus seinen firmeneigenen Recherchen kritisiert, hat jedoch die Echtheit der Dokumente nicht bestritten.

Antigone Davis wurde vom Ausschuss vorgeladen, da die Art und Weise, wie Facebook mit Informationen umgeht, die auf potenzielle Schäden für seine Nutzer hinweisen, intern zwar kritisch hinterfragt wird, die negativen Auswirkungen öffentlich aber heruntergespielt werden.

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