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"Grüner Mist 2021" – Bundesweite "Troll-Plakat-Kampagne" gegen grüne Politik

Vielerorts sind dieser Tage optisch an Wahlplakate der Grünen anmutende Werbebanner zu sehen, die sich inhaltlich jedoch komplett von den echten unterscheiden. Wie die Aufnahmen zeigen, prangen Schlagworte wie "Wohlstandsvernichtung" und "Ökodiktatur" auf ihnen.

Sie sind überall: Wahlplakate im Vorfeld der Bundestagswahlen nächsten Monat. Vielerorts sind dieser Tage auch optisch an Wahlplakate der Grünen anmutende Werbebanner zu sehen. Diese unterscheiden sich jedoch inhaltlich komplett von den echten Parteiplakaten. In über 50 deutschen Städten sollen sie angebracht worden sein. Wie die Aufnahmen aus Berlin zeigen, prangen wenig zum Wählen verlockende Schlagworte, wie "Wohlstandsvernichtung, Masseneinwanderung, Ökodiktatur und Klimasozialismus" auf ihnen.

Dahinter steckt die Hamburger Firma Conservare Communication und ihre Kampagne "Grüner Mist", mit der sie laut eigenen Angaben gegen eine "grüne Kanzlerin" und ihre Politik halten wollen. Ihre "Mission" sei es, die "Bürger aufzuklären, was ihnen mit einer grünen Regierung wirklich blüht". "Lassen Sie sich nicht für grün verkaufen", heißt es in einem Kampagnenvideo auf YouTube dazu: In Berichten hieß es, dass die Kampagne von David Bendels gesponsert wird, einem ehemaligen CSU-Mitglied, der der AfD (Alternative für Deutschland) nahestehe. Die AfD negiert allerdings eine Verbindung zur Aktion.Die rechte Partei erklärt dazu auf ihrer Webseite:

"In zahlreichen Medienberichten über die Kampagne wird aktuell suggeriert, dass es zwischen Herrn Bendels, der auch Vorsitzender des 'Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten' ist, und der AfD irgendeine Verbindung oder gar Kooperation gäbe. [...] Herrn Bendels und die AfD verbindet nichts – außer zwei Abmahnverfahren und eine Klage, die wir im Jahr 2018 erfolgreich gegen Herrn Bendels eingereicht haben. Abgemahnt hatten wir ihn im Juli 2018, weil sein Verein im damaligen bayerischen Landtagswahlkampf ohne Kenntnis, Abstimmung oder gar Beauftragung der AfD Großflächenplakate veröffentlicht hatte, welche das AfD-Logo enthielten und zur Wahl unserer Partei aufriefen. [...] Jenseits dieser juristischen Auseinandersetzungen gibt es zwischen der AfD und Herrn Bendels keinerlei Verbindung. Medienberichte, die etwas anderes suggerieren, sind reiner Suggestiv-Journalismus, der die AfD offenbar im Wahlkampf beschädigen soll."

Bendels hatte auf seinen Plakaten zur AfD-Wahl aufgerufen. Die Grünen kritisierten die Spruchbänder scharf als "rechte Schmutzkampagne", während einige der Spruchbänder bereits zerstört oder beschädigt wurden. "Grüner Mist" hat bereits auf Twitter angekündigt, für jedes zerstörte Plakat, zwei neue aufzuhängen.

Jan Philipp Albrecht, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein, forderte indirekt ein Verbot. Dem Plakatvermieter "Ströer Media" sollte in keiner Kommune und keinem kommunalen Unternehmen mehr Aufträge bekommen, wenn die Firma nicht offenlege, "wer die von ihnen veröffentlichte Hetzkampagne gegen Grüne finanziert hat". Ihm nach "liegt es nahe, dass hier durch Auslandsfinanzierung auf die Bundestagswahl Einfluss genommen wird". Ströer erklärt, nicht für die Inhalte und Gestaltung der Werbung verantwortlich zu sein und keine Werbung ablehnen zu können, die nicht gegen Gesetze oder freiwillige Selbstbeschränkungen verstößt. Das "Antifaschistische Aktionsbündnis Köln gegen Rechts" hat nun zum Protest gegen Ströer aufgerufen.

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