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"Internationaler Skandal" – Präsident des EU-Rates über Notlandung des Ryanair-Flugs

Die westliche Empörung ist groß und die Europäische Union drohte am Montag mit weiteren Sanktionen wegen der erzwungenen Umleitung eines Flugzeugs nach Weißrussland, um einen oppositionellen Journalisten zu verhaften. Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, nannte den Vorfall einen "internationalen Skandal".

Der dramatische Schachzug, der offenbar vom autoritären Präsidenten des Landes angeordnet wurde, um abweichende Meinungen zu unterdrücken, wurde als Piraterie, Entführung und Terrorismus angeprangert.

Ryanair sagte, dass die weißrussischen Fluglotsen der Besatzung mitteilten, dass es eine Bombendrohung gegen das Flugzeug gebe, als es den Luftraum des Landes durchquerte, und befahlen, in der Hauptstadt Minsk zu landen. Ein weißrussischer MiG-29-Kampfjet wurde gestartet, um das Flugzeug zu eskortieren – in einer dreisten Machtdemonstration von Präsident Alexander Lukaschenko, der seit über einem Vierteljahrhundert mit eiserner Faust regiert.

Das Ziel war scheinbar die Verhaftung von Roman Protassewitsch, einem 26-jährigen Aktivisten und Journalisten, der eine populäre Messaging-App betrieb, die eine Schlüsselrolle bei der Organisation massiver Proteste gegen den autoritären Führer spielte. Er und seine russische Freundin wurden kurz nach der Landung aus dem Flugzeug geführt. Die Behörden geben nicht bekannt, wo sie festgehalten werden. Das Flugzeug, das seine Reise in Athen, Griechenland, begann, durfte schließlich nach Vilnius, Litauen, weiterfliegen. Die Europäische Union hat den Botschafter von Weißrussland einbestellt, um die Tat gegen den Jetliner zu verurteilen, der zwischen zwei Mitgliedsstaaten der Union unterwegs war.