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Wegen Wahnsinn: Ordnungsamt vertreibt Rentner und Familien von Parkbänken am Rhein-Ufer

"Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein", hieß es noch in Goethes Osterspaziergang. Doch in der Corona-Krise stellen immer neue Regeln und Verbote immer mehr Selbstverständliches in Frage. So setzt das Ordnungsamt in Düsseldorf dieser Tage ein "Verweilverbot" durch, wenn sich Spaziergänger zu lange an einem Ort aufhalten.

Die Temperaturen werden milder, die Sonne zeigt sich öfter, und das zieht Menschen, die vom Lockdown und dem kalten Winter müde sind, nach draußen. So kam es auch am vergangenen Wochenende in der Düsseldorfer Rheinpromenade zu "Menschenaufläufen". Die Stadt verhängte deshalb ein Verweilverbot in der Düsseldorfer Altstadt von Freitag, 15 bis 1 Uhr sowie am Wochenende sogar von 10 bis 1 Uhr.

Auch am Samstag zeigte sich die Sonne in Düsseldorf, und Menschen gingen zum Spazieren nach draußen. Damit die Menschen dort nicht "verweilen", streifen zahlreiche Beamte vom Ordnungsamt durch die Altstadt und am Rheinufer entlang, um die Corona-Schutzmaßnahmen durchzusetzen.

So wird jeder, der etwa zu lange an einer Stelle steht oder etwa auf einer Bank sitzt, darauf hingewiesen, dass er dies nicht darf. Auch die Maskenpflicht wird kontrolliert. Für den einen oder anderen zog ein Verstoß gegen die Schutzmaßnahmen eine Anzeige und ein Bußgeld nach sich.

Nicht alle Spaziergänger zeigten Verständnis für die Maßnahmen. Eine Frau verglich die Situation mit Nordkorea. "Danke, dass wir nun in Nordkorea leben", rief sie den Männern vom Ordnungsamt zu. Auch wurden Schilder, die auf die Regeln hinweisen, abgerissen und zerstört.