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Damaskus: Syrer protestieren gegen US-Sanktionen – "Sie treffen die Zivilisten"

Tausende von Menschen sind am Donnerstag in Damaskus auf die Straßen gezogen, um die US-Sanktionen gegen Syrien zu verurteilen. Auch wollten sie ihrer Regierung unter Bashar al-Assad ihre Unterstützung kundtun. Diese Sanktionen würden vor allem die Zivilbevölkerung treffen, das sie zu Mangel an Medikamenten und Säuglingsnahrung führen, wie einer der Demonstranten erklärte. Man werde sich aber nicht in die Knie zwingen lassen, sondern seinen Blick gen Osten richten, sagte er weiter.
Damaskus: Syrer protestieren gegen US-Sanktionen – "Sie treffen die Zivilisten"

Die große Frage sei, so der Demonstrant und Journalist, Yaroub Kheirbeik, ob Russland und China, die auf Seiten der syrischen Regierung stehen, den USA tatsächlich die Stirn bieten könnten.

Ich denke, dass die Unterstützung der Landwirtschaft und vor allem die Hilfe von befreundeten Staaten wie Russland und China in diesem Moment sehr hilfreich sind. Der heutige Tag ist ein echter Test für die Option, dem Osten zu folgen. Können China und Russland den USA die Stirn bieten? Das ist die Frage. Das syrische Volk versammelt sich heute, um zu sagen, dass es [die Sanktionen] ablehnt, dass Amerika kein Schicksal ist [nicht die einzige Wahl], dass es eine Möglichkeit gibt, sich nach Osten zu wenden und sich auch auf uns selbst zu verlassen.

Im Video sind Demonstranten mit syrischen Flaggen, Anti-US-Plakaten und Bildern von Assad zu sehen. Sie tanzen und singen gemeinsam. Hintergrund sind noch weitreichendere Sanktionen der US-Regierung, die schrittweise ab kommenden Mittwoch in Kraft treten. Durch den sogenannten "Caesar Syria Civilian Protection Act" sollen Sanktionen nun auch Unternehmen treffen, die mit Syrien Geschäfte machen. Schon vor Inkrafttreten brach die eh schon hart getroffene syrische Wirtschaft noch einmal mehr ein, manche befürchten gar einen Wirtschaftskollaps, den die Sanktionen auslösen könnten. 

Das Sanktionspaket soll in fünf Schritten umgesetzt werden, der letzte im August. Sie werden eine Reihe von syrischen Industrien betreffen, einschließlich der Infrastruktur, dem Baugewerbe und der Energieerzeugung. Die USA haben in ihrem Sanktionspaket einige Forderungen umrissen. Die Bombardierung von Zivilisten und Schulen, Wohngebieten, Krankenhäusern und öffentlichen Plätzen wie Märkten soll eingestellt werden, humanitäre Korridore zu belagerten Gebieten geöffnet werden, alle politischen Gefangenen freigelassen werden und Menschenrechtsorganisationen uneingeschränkten Zugang in syrische Gefängnisse bekommen. Zudem soll Vertriebenen eine "sichere, freiwillige und würdige Rückkehr" ermöglicht werden, und "Kriegsverbrecher des Assad-Regimes sollen zur Rechenschaft gezogen werden und "Opfer von Kriegsverbrechen" Gerechtigkeit erfahren.