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Irak: Sirenen ertönen in Bagdad aus Solidarität mit Coronavirus-Opfern

Am Dienstag ertönten in Bagdad wie auch im gesamten Land Sirenen. Aus Solidarität mit den Coronavirus-Opfern und zu Ehren der Mitarbeiter des Gesundheitswesens sowie der Sicherheitskräfte wurde zudem die irakische Nationalhymne gespielt.
Irak: Sirenen ertönen in Bagdad aus Solidarität mit Coronavirus-Opfern

Die Aufnahmen zeigen Sanitäter, Mitglieder der Sicherheitsdienste und Beamte, die sich auf einem Platz in der Hauptstadt versammeln, während im Hintergrund Sirenen ertönen.

"Diese Initiative ist sehr wichtig, um die Moral der Mitarbeiter der Gesundheits- und Sicherheitskräfte zu heben, die über die Sicherheit der Bürger wachen", sagte Gasib al-Hajami, der Direktor der Gesundheitsdirektion al-Karch in Bagdad. "Wir befinden uns jetzt in einem erbitterten Krieg mit dem Coronavirus, einem unsichtbaren Feind, der überall und zu jeder Zeit angreift", fügte er hinzu.

Wegen der Corona-Krise herrschen zwischen der irakischen Regierung und ausländischen Mediendiensten Spannungen. So hat die irakische Regierung der Nachrichtenagentur Reuters für drei Monate die Zulassung entzogen, nachdem die in Großbritannien ansässige Nachrichtenagentur berichtet hatte, dass die Zahl der Fälle von Coronavirus-Infektionen im Land viel höher sei, als die Regierung zugebe. 

Mehreren Informanten zufolge liege die wahre Zahl der bestätigten Infektionen im Irak zwischen 3.000 und 9.000 – während das Gesundheitsministerium am Freitag von 820 bestätigten Fällen sprach. 54 Menschen seien offiziellen Angaben zufolge an COVID-19 gestorben. Auch hier dürfte die tatsächliche Zahl höher sein, schreibt der arabische Sender Al Jazeera. Die Informanten der Reuters-Journalisten seien Ärzte sowie im Gesundheitswesen tätige Regierungsbeamte. Allein im Ostteil Bagdads seien mehr als 2.000 Menschen positiv auf das Virus getestet worden.

Nach vorliegenden Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden im Irak über 1.122 Fälle des neuartigen Coronavirus und 65 Todesfälle registriert.

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