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Rotes Kreuz in der Kritik: Zwei Drittel der Spenden für Buschfeuer-Opfer nicht ausgezahlt

Über 90 Millionen Australische Dollar an Spenden gingen im Zuge der verheerenden Brände in Australien beim Roten Kreuz ein. Die Hilfsorganisation sagte, es werde nur ein Drittel des Geldes direkt ausgezahlt. Bis alle Hilfen die Opfer erreichen, könnten drei Jahre vergehen.
Rotes Kreuz in der Kritik: Zwei Drittel der Spenden für Buschfeuer-Opfer nicht ausgezahltQuelle: Reuters © Loren Elliott

Die Opfer der Feuerkatastrophe in Australien werden zunächst nur Hilfen für rund 20 Millionen Dollar der mindestens 78,7 Millionen Dollar an gesammelten Spendengeldern des Roten Kreuzes erhalten. Die ausstehenden Gelder würden erst nach Jahren ausgezahlt oder für weitere internationale Katastrophenhilfen zurückgehalten. 

Der Transport Minister von New South Wales Andrew Constance hätte fast sein Zuhause verloren. Die Nachricht über die geringe Auszahlung verärgert ihn zutiefst: 

Australier haben jetzt Geld gegeben, damit jetzt geholfen werden kann, nicht in drei Jahren. 

In den sozialen Medien wird dem Roten Kreuz Missmanagement und Intransparenz vorgeworfen. Medien und Politik hinterfragen die Geschäftspraktiken des Roten Kreuzes anhand früherer Katastrophenhilfen.

In einem Interview konnte der Vizepräsident für Katastrophenhilfe des Roten Kreuzes nicht sagen, wie viel Geld bisher an Opfer des Tropensturms Harvey ausgezahlt wurden. In Haiti ergab eine Untersuchung, dass nur ein Bruchteil der Hilfe ankam. Rund 490 Millionen Dollar konnten gesammelt werden, davon gab das Rote Kreuz jedoch 123 Millionen Dollar für interne Kosten aus. Die übrigen Gelder gingen an Partnerorganisationen. 

Die Buschfeuer forderten 20 Menschenleben, Tausende von Häusern wurden zerstört. Die Sprecherin des Roten Kreuzes Australien Susan Cullinan sagte zu den Vorwürfen:

30 Millionen (Australische Dollar) für die unmittelbare Hilfe und abgesehen von einer relativ geringen Summe, die vor den Buschbränden gesammelt wurde, wird der Rest für mindestens drei Jahre in von Buschbränden betroffene Gemeinden fließen, wenn der Rest der Welt nicht mehr hinschaut.