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Umweltfreundliche Luxusflieger: Fleischabfälle als neueste Treibstoffvariante

Anbieter von Luxusprivatjets setzen auf das Umweltbewusstsein ihrer wohlhabenden Privat- und Unternehmenskunden. Neben anderen alternativen Treibstoffen sollen künftig sogar Fleischabfälle die Jets antreiben und den Kunden die Scham vor dem Fliegen nehmen können.
Umweltfreundliche Luxusflieger: Fleischabfälle als neueste TreibstoffvarianteQuelle: Reuters © David Becker

Auf der größten Luftfahrtindustriemesse "National Business Aviation Association Convention & Exhibition" in Las Vegas wurden fünf Typen der Luxus-Jets des zu General Dynamics gehörenden Herstellers Gulfstream Aerospace vorgestellt, welche mit Treibstoff aus Rindertalg betrieben werden können. Die Gulfstream-Maschinen der Typen G50ER, G600, G500, G550 und G280 könnten somit allesamt klimaneutral sein. Das Unternehmen stellte mehr als 2.800 Maschinen für gutbetuchte Kunden weltweit her. Der Produzent von Biokraftstoffen World Energy in Boston betont, die neueste Treibstoffvariante – u. a. für diese Jets – würde aus Beiprodukten der Lebensmittelindustrie wie Fetten und Ölen gewonnen. Die Innovationen sollen die Reichen vor Flugscham bewahren. Denn während die Privatjets nur 0,1 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen ausmachen, liegen ihre CO2-Emissionen pro Passagiermeile dagegen zwanzigmal höher.

Der Kommunikationsdirektor Bombardiers Mark Masluch kommentiert dies so:

Die Luftfahrtindustrie hat die Verpflichtung zur Bekämpfung des Klimawandels in der Luftfahrt unterzeichnet, mit der die Emissionen bis 2050 um 50 Prozent gesenkt werden. Nachhaltige alternative Kraftstoffe helfen als die wichtigste Säule, um diese Ziele zu erreichen oder sogar zu übertreffen. 

Die angeblichen ökologischen Vorteile von Biokraftstoffen aus Ölpflanzen, Gertreide, Zuckerrüben, Holz und nun auch Lebensmittelabfällen sind jedoch ethisch wie energie- und umweltpolitisch umstritten.

Jüngst erst waren Prinz Harry und seine Frau Meghan in die Kritik geraten, im Privatjet zu reisen – trotz ihrer öffentlichen Bekundungen sich um die Umwelt zu sorgen. Der britische Prinz wies die Kritik von sich und betonte, der Privatjet als Transportmittel sei für die Sicherheit seiner Familie notwendig.