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Kreml: Wiederbelebung der G8 ohne Konsens zwischen den G7-Staaten unmöglich

US-Präsident Donald Trump schlug vor einiger Zeit vor, das G8-Format wiederzubeleben. Moskau ist jedoch der Meinung, dass ein derartiger Schritt einen Konsens aller G7 erfordert. Das teilte der Sprecher des russischen Präsidenten mit.
Kreml: Wiederbelebung der G8 ohne Konsens zwischen den G7-Staaten unmöglichQuelle: Reuters

Der Kreml hält es für unmöglich, über die Wiederbelebung der G8 zu sprechen, wenn ein Konsens aller anderen sieben Nationen in dieser Angelegenheit fehlt. Das erklärte der Pressesekretär des russischen Präsidenten Dmitri Peskow am Montag. Er sagte:

Offensichtlich ist es unmöglich, auf Einladung nur einer der Nationen in die G7 zurückzukehren, weil alle Entscheidungen in diesem Format im Konsens getroffen werden.

Er fügte hinzu, dass Moskau die Worte von US-Präsident Donald Trump über die Wiederbelebung des G8-Formats nicht als Provokation betrachtet, wenn man die diesbezüglichen Spannungen zwischen den G7-Staaten bedenkt.

Der Kreml-Sprecher erinnerte an die Worte des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass die Rückkehr in den Club der am stärksten industrialisierten Nationen der Welt kein Selbstzweck für Russland sei. Er betonte:

Dennoch hat Russland nie irgendwelche Kooperationsformate abgelehnt. Aber es wird sich niemandem aufdrängen.

Laut Peskow steht Präsident Putin für gute Beziehungen zu allen G7-Staaten. Er erläuterte:

Wir haben sehr gute Kontakte zu einer Reihe von Nationen der Gruppe der Sieben, zum Beispiel mit Japan, Italien, Frankreich und Deutschland. Trotz gewisser Unterschiede, die in den Beziehungen zu diesen Ländern unvermeidlich sind, wird der Dialog auf verschiedenen Ebenen fortgesetzt und erweitert. Dieser Dialog trägt dazu bei, Misstrauen und Reibereien zu minimieren, Probleme zu diskutieren und Lösungen nicht durch Konfrontation, sondern durch Dialog zu suchen.

Der Pressesprecher fügte hinzu, er hoffe, dass "andere Nationen sich dieser Tendenz früher oder später anschließen werden."

Die Gruppe der Sieben (G7) ist ein informeller Block von Industrieländern, der seit 1976 aus Großbritannien, Deutschland, Italien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Japan besteht. Im Jahr 1997 wurde die Gruppe zur G8 umbenannt, nachdem Russland dem Club beigetreten war. Im Jahr 2014 beschlossen die westlichen Länder im Zuge der Entwicklungen in der Ukraine und der Verschlechterung der Beziehungen zu Russland, zum G7-Format zurückzukehren.

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