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Für ein besseres Image im Ausland: Usbekistan schließt berüchtigtes Foltergefängnis

Der neue usbekische Präsident schließt das Jaslik-Gefängnis, um das internationale Ansehen seines Landes zu verbessern. Bei der UNO und westlichen Regierungen stand die Haftanstalt lange in der Kritik. In der "KZ-ähnlichen" Haftanstalt soll gefoltert worden sein.
Für ein besseres Image im Ausland: Usbekistan schließt berüchtigtes FoltergefängnisQuelle: Reuters

Das Jaslik-Gefängnis im Nordwesten Usbekistans mit dem Codenamen USA 64/71 entstand 1999 auf einem ehemaligen Militärgelände, fernab der Städte, umgeben von Sand. Dort, wo in der Vergangenheit chemische Waffen getestet wurden. Im Sommer erreichen die Temperaturen dort 45 Grad Celsius, im Winter bis zu -35 Grad Celsius. Errichtet wurde es nach den Bombenanschlägen in der Hauptstadt Taschkent für Tausende Gefangene. Der neue Präsident Usbekistans, Shavkat Mirziyoyev, will sich des schlechten Rufs seines Landes entledigen und lässt das Gefängnis schließen.

Im Jahr 2002 sollen im Jaslik-Gefängnis zwei Insassen in kochendes Wasser getaucht und dadurch getötet worden sein. Jedes Jahr soll es Folterungen bis zum Tode gegeben haben. Die Nachrichten brachten dem Gefängnis den Ruf eines KZs ein. Die Zellen seien überbelegt gewesen, dass Trinkwasser verschmutzt, das Essen schlecht. Viele litten an Tuberkulose und Krätze. 

Das usbekische Ministerium für innere Angelegenheiten bezeichnete den Entschluss zur Schließung als "wahrhaft historische Entscheidung" zur "Verbesserung des positiven Bildes des Landes im Ausland". Gerade dies werfen Menschenrechtler nun der Regierung vor.

Kritikern zufolge geht es nur um das Image, nicht um Gerechtigkeit für diejenigen, die hinter den hohen Mauern Gräueltaten erlitten. Zunächst müsse das System verbessert werden, wie etwa der Zugang des Roten Kreuzes zu den Gefängnissen.

Ehemalige Gefangene berichten, dass es nicht erlaubt war, mit anderen Gefangenen zu kommunizieren. Über Stunden mussten sie sich hinhocken und die usbekische Hymne singen. Sie wurden sexuell gedemütigt, gefoltert, erhielten Stromschläge sowie Schläge mit Eisenstangen, und Fingernägel wurden ihnen ausgerissen. Die Liste der Anschuldigungen ist lang. Unter den Insassen waren sowohl verurteilte Terroristen als auch politische Gefangene.