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Kinder russischer IS-Kämpfer kehren aus dem Irak nach Hause zurück

Dreißig russische Kinder, deren Mütter im Irak wegen der Zugehörigkeit zum "Islamischen Staat" (IS) im Gefängnis sitzen, sind per Flugzeug aus Bagdad nach Moskau gekommen. Das gaben russische Behörden bekannt.
Kinder russischer IS-Kämpfer kehren aus dem Irak nach Hause zurückQuelle: Reuters © Thaier al-Sudani

Die Väter der zwischen drei und zehn Jahre alten Kinder sollen bei Kampfhandlungen im Irak umgekommen sein, sagte eine russische diplomatische Quelle, bevor das Flugzeug am Sonntag abflog.

"Das Flugzeug des russischen Notfallministeriums ist gelandet", postete der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow am Sonntag auf seinem Telegram-Account und fügte hinzu, dass es auf dem Shukowski-Flughafen bei Moskau angekommen sei. Kadyrow erklärte, die Ankunft der Kinder sei "ein unbestreitbarer Beweis für die rigorose Erfüllung der Mission des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Frauen und Kinder in Syrien und im Irak zu retten".

"Wenn wir sie nicht nach Hause bringen, werden sie zum Ziel der Spezialeinsatztruppen anderer Länder", fügte er hinzu. Die Kinder wurden nach ihrer Ankunft zur "gründlichen Untersuchung" ins Krankenhaus gebracht, sagte der Pressedienst des russischen Gesundheitsministeriums nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Kadyrow veröffentlichte im populären russischen Netzwerk VKontakte ein Video über die Abreise der Kinder aus Bagdad, wobei er darauf hinwies, dass 24 von ihnen aus der russischen Dagestanischen Republik und drei weitere aus Tschetschenien stammten. Mehrere tausend Russen reisten seinerzeit aus, um sich den ISIS-Kämpfern in ihrem einst weiträumigen "Kalifat" zwischen Syrien und dem Irak anzuschließen, so die Schätzungen der russischen Sicherheitsdienste. Einige von ihnen nahmen ihre Familien mit.

Seit 2017 sind etwa 100 Frauen und Kinder, hauptsächlich aus der muslimischen Mehrheit im russischen Kaukasus, im Rahmen eines von Kadyrow unterstützten Programms zurückgekehrt. Unterdessen hat der irakische Premierminister Adil Abdul-Mahdi in Bagdad Gespräche mit Anna Kusnezowa, der Gesandten des russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Rechte der Kinder, geführt.

Während der Sonntagssitzung sagte Abdul-Mahdi, dass eine "Unterscheidung zwischen humanitären Maßnahmen und terroristischen Verbrechen getroffen werden sollte", so eine Erklärung seines Büros. "Diese Kinder sind auch Opfer", fügte er hinzu. Mehr als 300 Menschen, darunter etwa 100 Ausländer, wurden im Irak zum Tode und viele andere zu lebenslanger Haft verurteilt, weil sie sich ISIS angeschlossen haben, der extremistischen Gruppe, die auf dem Höhepunkt ihrer Macht fast ein Drittel des Landes kontrollierte. Bagdad erklärte im Dezember 2017 den Sieg über den ISIS. Die Kämpfer unterhalten aber nach wie vor Schläferzellen und haben seitdem regelmäßig Terroranschläge durchgeführt.

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