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Vermeintliche Schallangriffe auf US-Diplomaten in Kuba und China sollen aus russischer Hand stammen

Die Russen sollen, nach Aussagen von Vertretern der US-Regierung, hinter den vermeintlichen Schallangriffen auf US-Diplomaten in China und auf Kuba stecken. Dabei bezieht sich die US-Presse auf anonym gehaltene Quellen der US-Regierung.
Vermeintliche Schallangriffe auf US-Diplomaten in Kuba und China sollen aus russischer Hand stammenQuelle: AFP © Adalberto Roque

Die Existenz der geheimnisvollen Schallwaffe, welche angeblich die US-Diplomaten auf Kuba und in China erkranken ließ, wurde bislang nicht bewiesen. Die Symptome der US-Diplomaten reichten von Gehörverlust bis hin zu Problemen mit dem Wahrnehmungsvermögen. Vorhaben der kubanischen Regierung, eigene Ermittlungen anzustoßen, scheiterten daran, dass die USA ihre Untersuchungsergebnisse nicht mit den Kubanern teilten. Jetzt heißt es von Seiten nicht genannter Quellen aus der US-Regierung, dass womöglich Russland hinter den Angriffen stecke.

Laut NBC-Nachrichten deuten die "Beweise von Kommunikationsabhörsystemen" auf Moskaus Verantwortung bei den unerklärlichen "Angriffen" auf US-Personal hin, welches in fernen Ländern tätig sei. Die NBC-Nachrichten schreiben, dass ihre US-Regierungsquellen "es ablehnten, die Herkunft der Geheimdienstinformationen zu erläutern" und dass die Beweise für die USA noch nicht schlüssig genug seien,  Moskau die Schuld formell zuzuweisen.

In der südchinesischen Stadt Guangzhou erkrankte dieses Jahr ein Konsularmitarbeiter, und zeigte ähnliche Symptome, wie die US-Diplomaten auf Kuba. Dort erkrankten seit November 2016 mehr als 20 Botschaftsmitarbeiter. Einige der Betroffenen hatten dauerhaft ihr Gehör verloren. Andere Symptome waren Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen. In den US-Medien schrieb man von gezielten Akustik-Attacken auf die Diplomaten.

Der Konsularmitarbeiter aus Guangzhou vernahm "merkwürdige, und abnormale Geräusche und Druck auf den Ohren". Daraufhin entsandten die USA Ärzte nach China. Der US-amerikanische Außenminister Mike Pompeo erklärte zu dem Vorfall in China:

"Die medizinischen Indikationen sind sehr ähnlich und stimmen völlig mit denen überein, die sich bereits bei den in Kuba tätigen Amerikanern gefunden haben. Wir arbeiten daran, festzustellen, was sich in Havanna und auch in China zugetragen hat."

Laut NBC sei es unklar, "wie deutlich die Beweise aus den USA sind, die darauf hindeuten, dass Russland hinter den Kuba-Fällen steckt, und die sich auf China erstrecken, wo sich die Untersuchung noch in einem frühen Stadium befinde. Falls Russland eine futuristische Waffe nutzte, um die Gehirne des US-Personals zu schädigen, würde dies eine atemberaubende Eskalation der russischen Aggression gegenüber westlichen Nationen darstellen."

Die Nachrichtenagentur fügte nüchtern hinzu, dass, wenn die teuflischen Gehirn-Manipulationsstrahlen aus Moskau kämen, die Enthüllungen hierüber "Empörung im Kongress und in den ausländischen Hauptstädten auslösen würde, und eine sofortige, konzertierte Reaktion erforderten“. Insbesondere da Präsident Donald Trump weiterhin mit Fragen zu seiner Bereitschaft, Russland und Präsident Wladimir Putin herauszufordern, konfrontiert werde. Die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert forderte aber die Reporter auf, Zurückhaltung zu üben:

"Ich würde Ihnen allen raten, diesen Äußerungen der Beamten sehr skeptisch gegenüber zu stehen, denn wie sie wissen, gehen die Ermittlungen weiter. Es gibt keine bekannte Ursache, kein bekanntes Individuum oder eine Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt als verantwortlich angesehen wird."

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