
Finnlands Präsident Stubb: "Wir sollten mit Putin reden"

In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) hat der finnische Präsident Alexander Stubb eingeräumt, die Europäische Union werde in Zukunft die politischen Beziehungen zu Russland aufrechterhalten müssen.
Die Kontakte mit Moskau würden aus offensichtlichen Gründen wohl nie wieder so sein wie zuvor, aber es müsse die Beziehungen zu Russland geben, meinte Stubb. Die Grenze seines Landes zu Russland sei mehr als 1.300 Kilometer lang, fügte der Politiker hinzu. Diese Grenze bleibe bestehen, sodass der Dialog nicht zu vermeiden sei.
Zuvor hatte EU-Ratspräsident António Costa bekannt gegeben, er berate mit den europäischen Staats- und Regierungschefs über die Vorbereitung von Verhandlungen mit Russland, sobald "der richtige Zeitpunkt gekommen ist".
Angesprochen auf mögliche Gespräche zwischen europäischen Staaten und Moskau sagte Stubb, er halte diese für notwendig. "Wir sollten mit Putin reden", stellte Finnlands Präsident fest. Allerdings lehnte Stubb es ab, die Frage zu beantworten, ob er bereit sei, als Vermittler zu fungieren.

Idealerweise sollte dem Spitzenpolitiker zufolge die Europäische Union die Initiative ergreifen. Falls dies scheitere, müssten Frankreich, Deutschland und Großbritannien handeln. Und wenn auch das nicht klappen würde, müssten die Europäer nach einem anderen Format suchen, so Stubb.
Des Weiteren äußerte er die Meinung, Europa solle gemeinsam mit den USA mit Russland verhandeln, zugleich aber hinterfragen, ob die US-Politik gegenüber Moskau und Kiew mit den Interessen Europas im Einklang stehe.
Wenn nicht, was in gewisser Hinsicht tatsächlich der Fall sei, müsse Brüssel selbstbestimmt, aber auf koordinierte Weise handeln, betonte der finnische Präsident.
Nach Angaben internationaler Diplomaten wird Finnlands Präsident Alexander Stubb auf eine wichtige Aufgabe vorbereitet, wie die finnische Tageszeitung Helsingin Sanomat (HS) kürzlich unter Berufung auf eigene Quellen berichtete. Stubb könnte demnach eine zentrale Rolle in den Ukraine-Gesprächen mit Russland einnehmen, auf die sich Europa derzeit vorbereite.
Laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat Moskau keine Anfragen aus Helsinki erhalten, wonach Finnland bereit sei, die Interessen der EU in Gesprächen mit Russland zu vertreten.
Mehr zum Thema ‒ Peskow: Europa kann nicht Vermittler im Ukraine-Konflikt sein
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.