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Wie sich der russische Gasexport verändert

Der Verlust des ukrainischen Gastransits führte dazu, dass Russland einen weiteren Teil seiner Gaslieferungen einbüßte. Die Verluste auf dem europäischen Absatzmarkt konnten jedoch teilweise durch den Anstieg der Gasexporte nach Asien ausgeglichen werden. Erfolge verzeichnet Russland auch auf dem LNG-Markt.
Wie sich der russische Gasexport verändertQuelle: Sputnik © Павел Львов/РИА Новости

Von Olga Samofalowa

Dem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge stieg der Export von russischem Gas nach China über die Gaspipeline "Kraft Sibiriens" im Jahr 2025 um 25 Prozent, was fast acht Milliarden Kubikmetern entspricht. Während im Jahr 2024 über diese Gasleitung 31 Milliarden Kubikmeter nach China geliefert worden waren, waren es im Jahr 2025 fast 39 Milliarden Kubikmeter, was die Projektkapazität sogar etwas übersteigt.

Darüber hinaus erhöhte Russland die Gaslieferungen nach Usbekistan über Kasachstan durch die Pipeline "Zentralasien – Zentrum". Im Ergebnis stieg das Gesamtexportvolumen um etwa 30 Prozent und überschritt die Schwelle von sieben Milliarden Kubikmetern.

Was den europäischen Markt betrifft, so übertrafen die Lieferungen von russischem Flüssigerdgas (LNG) im Jahr 2025 erstmals die Lieferungen über Pipelines. Die Exporte von russischem LNG in die EU beliefen sich im vergangenen Jahr auf 19,9 Milliarden Kubikmeter, während die Lieferungen über Pipelines 18,1 Milliarden Kubikmeter betrugen (Daten des europäischen Analysezentrums Bruegel). Dennoch seien die gesamten LNG-Exporte aus Russland um sieben Prozent zurückgegangen, so die IEA. Als Grund dafür werden die Sanktionen gegen die LNG-Anlagen Portowaja und Kriogaz-Wyssozk genannt.

Dabei verläuft die Erhöhung der Lieferungen über die Gaspipeline "Kraft Sibiriens" genau nach den Planvorgaben. In diesem Jahr sollten die Exporte über diese Leitungsstrecke ihre Projektkapazität erreichen. Hierbei handelt es sich um eine gängige Praxis, bei der die Pipeline ihre Exporte über mehrere Jahre hinweg bis zur maximalen Pumpkapazität steigert.

Zentralasien zeigt zunehmend Interesse an russischem Gas. Sergei Kaufman, Analytiker der Finanzgruppe Finam, erläutert: "In Usbekistan beobachtet man eine Kombination aus steigender Binnennachfrage, der Notwendigkeit, den Export nach China aufrechtzuerhalten, und Schwierigkeiten bei der eigenen Gasförderung. Vor diesem Hintergrund hat Usbekistan beschlossen, die Gasimporte aus Russland zu erhöhen."

In den ersten elf Monaten des Jahres 2025 sank die dortige Gasförderung um 5,1 Prozent auf 38,9 Milliarden Kubikmeter. Igor Juschkow, Experte der Finanzuniversität der Regierung der Russischen Föderation und des Nationalen Energiesicherheitsfonds (NESF), sagt dazu: "Es ist durchaus möglich, dass im Jahr 2026 ein Gasliefervertrag zwischen Gazprom und Kasachstan unterzeichnet wird, da die Situation in Kasachstan mit der in Usbekistan vergleichbar ist. Allerdings nimmt in Usbekistan die Gasförderung von Jahr zu Jahr ab, während sie in Kasachstan lediglich ein Hochplateau erreicht hat und auf einem konstanten Niveau bleibt. Allerdings erhöht sich der Gasverbrauch in beiden Ländern, was zu einem Defizit führen wird. Darüber hinaus setzt Kasachstan sein Programm zur Gasversorgung weiterer Gebiete fort, was eine zusätzliche Gasnachfrage zur Folge hat. Daher bleibt Kasachstan keine andere Wahl, als russisches Gas zu erwerben. Die Frage ist lediglich, wann und in welchem Umfang dies geschehen wird. Meiner Meinung nach könnte Kasachstan bereits 2026 einen entsprechenden Kontrakt mit Russland abschließen, um in der nächsten Heizperiode Gas von Gazprom zu beziehen."

Der Experte ergänzt, dass Kasachstan zunächst wie Usbekistan nur in der Winterhochsaison Gas kaufen werde, aber nach und nach auch zu ganzjährigen Gasbezügen aus Russland übergehen werde.

Was China betrifft, so werden unsere Gaslieferungen dorthin im Jahr 2026 in etwa auf dem Niveau von 2025 bleiben. Kaufman äußert sich dazu wie folgt: "Gazprom plant, die Projektkapazität von 'Kraft Sibiriens' von 38 auf 42 Milliarden Kubikmeter zu erhöhen, aber wir gehen nicht davon aus, dass dies bereits im Jahr 2026 geschehen wird. Gleichzeitig könnten die Lieferungen nach Usbekistan auf elf Milliarden Kubikmeter steigen, was den zuvor angekündigten Plänen Usbekistans entspricht."

Angesichts der Tatsache, dass 13 Milliarden Kubikmeter Gas, die über die Ukraine geliefert wurden, nicht mehr den europäischen Markt erreichen, konnte dies nur teilweise durch Lieferungen aus Asien kompensiert werden. Dabei ist zu beachten, dass der asiatische Markt im Gegensatz zum europäischen Markt nicht so lukrativ ist – die Preise sind hier niedriger.

Juschkow kommentiert: "Auf dem europäischen Markt ist der Gaspreis hauptsächlich an die Spotpreise gebunden. In China hingegen ist er – im Rahmen des Projekts 'Kraft Sibiriens 1' – an die Kosten für Erdöl und Erdölprodukte auf den asiatischen Märkten mit einem Zeitversatz von neun Monaten gekoppelt. In Zentralasien wiederum gibt es je nach individuellen Absprachen unterschiedliche Vertragsbedingungen. Allerdings sind die Preise hier deutlich niedriger als in Europa."

Was den europäischen Markt betrifft, so verzeichnete die EU im Jahr 2025 einen Rekord bei den Gesamteinfuhren von Flüssigerdgas und steigerte damit dessen Anteil an den Gasimporten.

Juschkow fährt fort: "Dies führt dazu, dass die Europäer zunehmend von Preisschwankungen auf anderen Märkten abhängig sind. Bei Frostbeginn in Asien, was zu höheren Preisen in diesem Marktsegment führt, wird LNG dorthin geliefert. Damit das Gas nach Europa gelangt, müssen die Europäer den Preis überbieten, das heißt, ihn auf ihrem Markt erhöhen. Gastanker folgen dem Lockruf des Geldes."

Er fügt hinzu: "Die LNG-Exporte Russlands, sowohl nach Europa als auch insgesamt, gingen 2025 aufgrund von Sanktionen gegen die LNG-Projekte mit geringer Tonnage Portowaja und Kriogaz-Wyssozk sowie aufgrund von geplanten Wartungsarbeiten am Projekt Jamal LNG zurück. Diese Verluste konnten teilweise durch den Start relativ stabiler Lieferungen aus dem unter Sanktionen stehenden Projekt Arctic LNG-2 ausgeglichen werden."

Im Jahr 2026 wird Russland jedoch in der Lage sein, seine LNG-Lieferungen zu steigern. Juschkow meint dazu:

"Erstens liefert Arctic LNG-2 seit September 2025 LNG an den chinesischen Terminal. Und nun soll er das ganze Jahr über in diesem Modus betrieben werden. Hinzu kommt, dass bereits zwei Gasfrachter der höchsten Klasse Arctic7 für den Gastransport eingesetzt werden sollen. Der zweite Gasfrachter Alexei Kossygin wurde gerade erst in Betrieb genommen. Diese Gasfrachter können im Winter in die Region Murmansk fahren und dort das Gas entweder in Schwimmspeicher oder direkt auf einen normalen Gasfrachter ohne Eisklasse umladen. Zweitens entstand bereits die Praxis der LNG-Lieferungen aus der LNG-Anlage Portowaja, was auch 2026 fortgesetzt werden soll."

Anschließend könnte sich noch eine dritte, die ebenfalls unter Sanktionen stehende LNG-Anlage Kriogaz-Wyssozk, daran anschließen. Auf diese Weise werden Lieferungen von unter Sanktionen stehendem russischem LNG zur Routine für Russland und China. Letzteres stellte einen speziellen Terminal für die Annahme solcher LNG-Lieferungen bereit, um sich keine Sorgen über sekundäre Sanktionen machen zu müssen. Möglicherweise werde Jamal LNG keine vorbeugenden Wartungsarbeiten durchführen und somit ebenfalls mehr Gas produzieren, fügt der Experte hinzu.

Kaufman bemerkt: "Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass Russland im Jahr 2026 seine LNG-Exporte insgesamt leicht (um sechs bis neun Prozent im Jahresvergleich) steigern kann, und zwar aufgrund größerer Liefermengen von Arctic LNG-2, der Wiederaufnahme der Produktion bei Jamal LNG und der möglichen Adaption von LNG-Anlagen mit geringer Tonnage an die Sanktionen."

Das einzige Hindernis besteht darin, dass die EU plant, im Laufe des Jahres 2026 den Bezug russischen Flüssigerdgases vollständig einzustellen. Bis zum Beginn des nächsten Jahres wird dieses Verbot jedoch nur kurzfristige Lieferverträge betreffen.

Kaufman erklärt dazu: "Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass die Lieferungen von russischem LNG in die EU im Jahr 2026 um 20 bis 30 Prozent (im Jahresvergleich) zurückgehen könnten, aber das russische Energieunternehmen Nowatek ist in der Lage, diese Mengen auf den asiatisch-pazifischen Markt umzuleiten. Die größten Schwierigkeiten könnten ab 2027 auftreten, wenn das Verbot für Lieferungen von russischem LNG in die EU vollständig in Kraft tritt."

Experten schließen jedoch nicht aus, dass 2026 endlich ein kommerzieller Kontrakt über Gaslieferungen nach China über die neue Pipelinestrecke "Kraft Sibiriens 2" unterzeichnet würde.

So sagt Juschkow abschließend: "Für China ist es vorteilhaft, diesen Kontrakt im letzten Moment der Konfrontation zwischen Russland und dem Westen zu schließen. Denn am Ende dieses Konfrontationsprozesses wird die Situation am härtesten, und solange Russland unter Druck steht, ist die Verhandlungsposition Chinas am stärksten. Doch wenn der Konflikt vorbei ist, wird die 'Toxizität' unserer Kohlenwasserstoffe nachlassen. Die Verhandlungsposition Russlands wird dann wieder stärker. Daher ist es für China sinnvoll, den Kontrakt gerade jetzt zu unterzeichnen, da die Beilegung dieses Konflikts näherrückt."

Dies wird jedoch natürlich keinen Einfluss auf die physischen Liefermengen unseres Gases im Jahr 2026 haben, da die Gaspipeline noch gebaut werden muss.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 24. Januar 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung Wsgljad erschienen.

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