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Oligarch und Ziehvater von Selenskij beschuldigt, Mord in Auftrag gegeben zu haben

Dem Oligarchen Igor Kolomoiski, der als politischer Ziehvater von Wladimir Selenskij gilt, droht möglicherweise die Verurteilung zu lebenslanger Haft. Nachdem gegen ihn schon Verfahren wegen Betrugs und Geldwäsche laufen, beschuldigt ihn der SBU nun, im Jahr 2003 einen Mord in Auftrag gegeben zu haben.
Oligarch und Ziehvater von Selenskij beschuldigt, Mord in Auftrag gegeben zu habenQuelle: Gettyimages.ru © Maxim Marusenko/NurPhoto

Igor Kolomoiski, Oligarch und politische Ziehvater des amtierenden ukrainischen Präsidenten, befindet sich seit September 2023 in Untersuchungshaft. Am Mittwoch wurde er nun mit einer neuen Anschuldigung konfrontiert.

Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU teilte mit, er habe in Zusammenarbeit mit der nationalen Polizei und der Generalstaatsanwaltschaft eine neue Episode des kriminellen Vorlebens des Milliardärs aufgeklärt. Den Ermittlungen zufolge war Kolomoiski im Jahr 2003 an der Organisation des Auftragsmordes an einem Rechtsanwalt beteiligt.

Der Verdächtige wird in der Pressemitteilung des SBU zwar nicht namentlich genannt, dass es aber um Kolomoiski geht, wird von ukrainischen Medien als sicher angesehen. Es wird berichtet, dass der Geschäftsmann sich an dem Leiter einer Anwaltskanzlei rächen wollte, weil dieser der Forderung nach Aufhebung des Beschlusses der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft nicht nachgekommen war. Zu diesem Zweck wandte der Oligarch sich an eine Bande, die sich auf Straftaten wie körperliche Gewalt gegen Konkurrenten spezialisiert hatte. Die Angreifer attackierten den Rechtsanwalt, verletzten ihn schwer, töteten ihn aber nicht.

Laut der Nachrichten- und Analyse-Webseite Strana.ua handelt es sich bei dem Tatopfer um den Rechtsanwalt Sergei Karpenko, der sich geweigert habe, "Anweisungen in einem Unternehmensstreit" um das Unternehmen Dniprospezstal in Saporoschje zu befolgen. Der Angriff fand demnach im August 2003 in der Stadt Feodosija auf der Halbinsel Krim  statt.

Igor Kolomoiski selbst hat sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen bislang nicht geäußert. Er befindet sich seit dem 2. September 2023 wegen des Verdachts auf Betrug und Legalisierung von durch Betrug erworbenem Eigentum in Haft. Sollte er wegen des jetzt erhobenen Vorwurfs schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. 

Der Fall hat politische Brisanz deshalb, weil der Oligarch als politischer Ziehvater des derzeit amtierenden ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij gilt. Kolomoiski ist Eigentümer mehrerer TV-Sender, unter anderem auch des Senders, auf dem Selenskijs Comedy-Sendung jahrelang lief. Insider gehen davon aus, dass es die Idee von Kolomoiski war, den populären Komiker als Alternative zu dem damaligen Präsidenten Petro Poroschenko aufzubauen, mit dem sich der Milliardär 2017 aus wirtschaftlichen Gründen überworfen hatte.

Kolomoiski war nach dem Sieg des Euromaidan im Februar 2014 zunächst Verwaltungschef der größten ukrainischen Region Dnjepropetrowsk, wo er die Antimaidan-Bewegung blutig niederschlagen ließ und rechtsradikale Bataillone bewaffnete. Er selbst bezeichnete sich ausdrücklich als "jüdischer Bandera-Anhänger" ("Judo-Banderowez"). Außerdem wird ihm eine organisierende Rolle bei dem Massaker des 2. Mai 2014 in Odessa nachgesagt. 

In Russland ist Kolomoiski in das amtliche Verzeichnis von Extremisten und Terroristen eingetragen.

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