International

Erdoğan-Sprecher: Problem der Getreidelieferungen aus der Ukraine kann schnell gelöst werden

Die Schwierigkeiten bei der Ausfuhr von Getreide aus den Häfen der Ukraine könnten in ein bis zwei Wochen behoben werden, so ein Sprecher des türkischen Präsidenten Erdoğan. Diesbezügliche Einzelheiten würden beim Besuch des russischen Außenministers Sergei Lawrow erörtert.
Erdoğan-Sprecher: Problem der Getreidelieferungen aus der Ukraine kann schnell gelöst werdenQuelle: Sputnik © Ilja Naimuschin

Probleme bei der Versorgung der Weltmärkte mit Getreide aus der Ukraine könnten in ein oder zwei Wochen gelöst werden. Diese Meinung vertritt der türkische Präsidentensprecher İbrahim Kalın, wie die türkische Zeitung Star berichtet.

Laut Kalın erörtert das türkische Außenministerium diese Angelegenheit mit der Ukraine, Russland und den Vereinten Nationen. Außerdem hätten die Präsidenten Russlands und der Türkei das Thema in einem Telefongespräch besprochen.

Auch während des bevorstehenden Besuchs des russischen Außenministers Sergei Lawrow am 8. Juni soll die Schaffung eines Sicherheitskorridors zu den ukrainischen Häfen im Schwarzen Meer erörtert werden, fügte Kalın hinzu. Er stellte fest:

"Einzelheiten dieses Problems werden kommende Woche bei diesem Besuch geklärt."

Es gebe auch technische Fragen, die bei den Gesprächen erörtert werden müssten, sagte Kalın. Weiter stellte der Präsidentensprecher fest:

"All diese Fragen werden in ein bis zwei Wochen bei Treffen in der Türkei entschieden, sodass die Türkei eine wichtige Mission zur Bewältigung der weltweiten Nahrungsmittelkrise in Angriff nehmen kann."

Auf die Frage, ob in den kommenden zwei Wochen eine Delegation aus der Ukraine die Türkei besuchen wird, sagte Kalın, dass ein solcher Besuch noch nicht geplant sei. Er fügte jedoch hinzu:

"Unsere Türen stehen unseren ukrainischen Freunden immer offen."

Ende Mai warnte Maurizio Martina, stellvertretender Generaldirektor der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, dass die Zahl der Hungernden weltweit aufgrund der russischen Sonderoperation in der Ukraine um 18 Millionen auf 218 Millionen Menschen ansteigen könnte. Als Faktoren, die zur Nahrungsmittelkrise beitragen, nannte er Gefahren für Getreidelieferungen sowie die steigenden Preise für Weizen und Düngemittel.

Anfang Mai schätzte Martin Frick, der Leiter des UN-Welternährungsprogramms in Deutschland, die Menge des aufgrund des Konflikts nicht aus ukrainischen Häfen ausgeführten Getreides auf 4,5 Millionen Tonnen, während US-Außenminister Anthony Blinken die Menge auf 20 Millionen Tonnen bezifferte. Nach Angaben des ukrainischen Ministeriums für Agrarpolitik und Ernährung exportierte das Land vom 1. bis 30 Mai 2022 1,06 Millionen Tonnen Getreide, was rund 62 Prozent weniger sind als die 2,81 Millionen Tonnen im Mai des Vorjahres.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erklärte, ukrainische Seeminen vor der Küste des Gebiets Odessa und die Sanktionen gegen Russland würden die Wiederaufnahme der Einfuhr von Getreide aus der Ukraine auf dem Seeweg behindern. Ihm zufolge möchte die Ukraine nicht, dass russische Kriegsschiffe die Häfen von Odessa anlaufen, während Russland befürchtet, dass Schiffe, die durch diesen Korridor fahren, Waffen in die Ukraine liefern könnten. Çavuşoğlu sagte diesbezüglich:

"Es muss einen Überprüfungsmechanismus geben."

Er teilte auch mit, dass es technisch möglich sei, die Minen im Schwarzen Meer innerhalb von ein bis zwei Wochen zu entschärfen, und dass die Türkei bereits damit begonnen habe, über einen Ausweg aus der Situation zu diskutieren.

Kiew forderte internationale Garantien für die Wiederherstellung der Getreidelieferungen aus der Ukraine. Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba erklärte, einseitige russische Garantien reichten nicht aus. Er sagte auch, dass die Ukraine keine Einwände gegen eine Beteiligung der UN in dieser Angelegenheit habe.

Unterdessen erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow, dass Russland schon vor langer Zeit alle nötigen Zugeständnisse gemacht habe und dass die Ukraine die Küstengewässer für die Durchfahrt von Schiffen mit Getreide räumen müsse. Er sagte auch, dass westliche Länder diese Probleme künstlich geschaffen hätten, indem sie ihre Häfen für russische Schiffe geschlossen und damit logistische und finanzielle Abläufe unterbrochen hätten.

Mehr zum Thema - NATO-Beitritt von Finnland und Schweden: Stoltenberg nennt Bedenken der Türkei

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.