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WEF-Präsident Brende: Es geht uns schlechter als letztes Jahr, aber besser als im nächsten Jahr

Für den WEF-Präsidenten Børge Brende kommt das nächste Treffen des Weltwirtschaftsforums WEF zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Weltwirtschaft drohe in eine Stagflation zu stürzen und die geopolitischen Spannungen seien so groß wie lange nicht mehr.
WEF-Präsident Brende: Es geht uns schlechter als letztes Jahr, aber besser als im nächsten JahrQuelle: www.globallookpress.com © Xu Jinquan/Xinhua

Ab dem kommenden Wochenende findet wieder das Treffen des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum; WEF) im schweizerischen Davos statt. Für den WEF-Präsidenten Børge Brende kommt das Treffen zu einem Zeitpunkt, in dem man sich in der schwierigsten geopolitischen Lage seit Langem befinde. So drohe die Weltwirtschaft in eine Stagflation zu stürzen, auch die geopolitischen Spannungen seien so groß wie seit Langem nicht mehr und die Pandemie sei noch immer nicht vorbei, so Brende im Interview mit dem Handelsblatt. Angesichts dessen habe man es mit starken Schwankungen, hohen Unsicherheiten und einer fragilen Gesamtsituation zu tun:

"Auf die Frage nach dem Zustand der Welt habe ich kürzlich gesagt: Es geht uns schlechter als letztes Jahr, aber besser als im nächsten Jahr."

Noch vor dem Ende der Pandemie habe mit dem Krieg in der Ukraine die nächste Krise begonnen, die das Wirtschaftswachstum in Europa erheblich schwäche und die Europäer auch vor enorme Herausforderungen bei ihrer Energieversorgung stelle. Zudem hätten die Lockdowns in China erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft bewirkt.

Weiterhin gebe es erhebliche Spannungen zwischen den verschiedenen Wirtschaftsregionen, daher sei es möglich, dass ein Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) nicht zustande kommt. Dennoch wolle das Weltwirtschaftsforum weiter an der bisherigen Linie festhalten:

"Wenn wir den Welthandel weiter einschränken, wird es weniger Wachstum, weniger Jobs und weniger Wohlstand für alle geben. Wir dürfen nicht zurück in einen Protektionismus verfallen."

Im globalen Lebensmittelhandel sehe man bereits "beängstigende Entwicklungen", da viele Länder Exportrestriktionen einführen und so eine globale Nahrungsmittelkrise auslösen würden, so Brende. Die Weltwirtschaft stehe zudem an einer durch Probleme gezeichneten Wegscheide. So habe man bereits in der Corona-Krise 14 Billionen US-Dollar ausgegeben, um eine wirtschaftliche Depression zu vermeiden. Nun zwinge die hohe Inflation die Notenbank zu einer Zinswende, welche jedoch auch den Aufschwung abwürgen könne. Ein weiterer Punkt sei die Förderung von "erneuerbaren Kraftstoffen der Freiheit" und Technologien zur Dekarbonisierung der Wirtschaft, die noch stärker erfolgen müsse, da der "Kampf gegen den Klimawandel" weiterhin zur Agenda des WEF gehöre.

Brende stellte weiterhin klar, dass man in Davos eine große Delegation der Ukraine erwarte.

"Für mich ist dieser 'Moment der Ukraine' ein wichtiges Ereignis in diesem Jahr."

Es werde jedoch keine Vertreter von russischen Unternehmen oder der Regierung in Moskau beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum geben, so Brende. Viele europäische Unternehmer wollen in Davos ein Zeichen setzen und sich an der Initiative 'CEO für die Ukraine' beteiligen. Den Rückzug vieler Unternehmen aus Russland und die dadurch bezogene "Stellungnahme" der Konzerne begrüße man beim WEF. So zeige es doch auch, "dass der Stakeholder-Kapitalismus, wie ihn WEF-Gründer Klaus Schwab seit vielen Jahren propagiere, lebendig sei".

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