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Gespräche mit US-Waffenindustrie: Pentagon rüstet sich für jahrelangen Krieg in der Ukraine

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll am Mittwoch ein Treffen zwischen führenden Vertretern der US-Waffenindustrie und der stellvertretenden US-Verteidigungsministerin Kathleen Hicks geplant sein. Die Runde wolle demnach auch zukünftige Waffenlieferungen an die Ukraine erörtern.
Gespräche mit US-Waffenindustrie: Pentagon rüstet sich für jahrelangen Krieg in der UkraineQuelle: Gettyimages.ru © Richard Baker

Die USA bereiten sich offenbar auf einen langandauernden Krieg in der Ukraine vor. Demnach sei am Mittwoch ein Treffen zwischen führenden Vertretern der acht größten US-Waffenproduzenten und Vertretern des US-Verteidigungsministeriums geplant, um über die Sicherstellung der Lieferfähigkeit des Militärisch-Industriellen Komplexes der USA für die Ukraine zu sprechen, die für den Fall eines jahrelangen Kriegs zwischen Russland und dem osteuropäischen Land benötigt würde. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei angeblich über das beabsichtigte Treffen informierte Personen.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 unterstützten die NATO-Mitgliedstaaten die Ukraine nunmehr ganz offen durch nahezu tägliche Waffenlieferungen, was zu einer erhöhten Nachfrage insbesondere auch bei den Rüstungsherstellern führte. Nicht nur um den von der Ukraine reklamierten Bedarf an Waffen zu decken, sondern auch, um die wegen – infolge der an das osteuropäische Land erfolgten Waffenlieferungen – teils leergefegter eigener Arsenale der westlichen Verbündeten wieder aufzufüllen. Dem Reuters-Bericht zufolge wird erwartet, dass bei dem Treffen im Pentagon am Mittwoch sowohl die Versorgung als auch die Planung für einen längeren Krieg erörtert werden.

Zu dem etwa anderthalbstündigen Treffen soll nach Aussage der beiden Informanten die US Defense Security Cooperation Agency (DSCA), eine für den Waffen Ein- und Verkauf zuständige Unterbehörde US-Verteidigungsministeriums, eingeladen haben. Sogar die stellvertretende Verteidigungsministerin Kathleen Hicks werde als Teilnehmerin erwartet, heißt es in dem Reuters-Bericht.

Demnach sei das Pentagon der Meinung, dass sich die kleineren Systeme wie Javelin-Panzerabwehrraketen und Stinger-Flugabwehrraketen in der Ukraine bisher als mitunter am nützlichsten erwiesen hätten. Fast täglich ginge eine Lieferung dieser Systeme in das Kriegsgebiet, so die Informanten. Die intensive Nutzung sowie die von den ukrainischen Streitkräften gezeigte Wirksamkeit auf dem Schlachtfeld hätten im US-Verteidigungsministerium das Interesse an der Aufstockung dieser Waffensysteme geweckt, so die Reuters-Quellen.

Die gemeinsam von Raytheon und Lockheed Martin hergestellte Javelin-Rakete wird als "das weltweit beste von der Schulter aus abzufeuernde Panzerabwehrsystem" angepriesen, das in der Lage ist, Kampfpanzer zu zerstören. Das Stinger-Raketen-System von Raytheon wurde für den Abschuss von Hubschraubern und anderen tieffliegenden Flugzeugen konzipiert und von den USA und anderen NATO-Bündnispartnern im Zuge des Ukraine-Krieges bereits mehrfach an das osteuropäische Land geliefert. Laut den Informanten sollen an dem für Mittwoch angesetzten Treffen außerdem Vertreter der US-Waffenhersteller Boeing, Northrop Grumman, General Dynamics und L3Harris Technologies teilnehmen. 

Um die wachsende Anzahl spezifischer Anfragen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg zu befriedigen, habe das US-Verteidigungsministerium zudem eigens ein Team gebildet, dass die Voraussetzungen für den Verkauf und Transfer von in den USA hergestellten Waffen gemäß geltenden Genehmigungsverfahren der US-Regierung beschleunigt schaffen soll, so die beiden Informanten weiter.

Mit diesem Schritt reagiere das Pentagon auf die wachsende Anzahl von Anfragen nach Waffen, die überwiegend aus anderen NATO-Mitgliedsstaaten erfolgen würden. Den Informanten zufolge kämen die Anfragen vor allem von europäischen Verbündeten der USA, die sich durch solche Schritte weitere Waffentransfers an die Ukraine über Dritte erhoffen würden.

Das "Team für schnelle Reaktion" wurde wiederbelebt, um die bürokratischen Abläufe rund um die Verkäufe und Transfers der in den USA hergestellten Waffen zu koordinieren und zu vereinfachen, erklärten die Informanten gegenüber Reuters. Gleichzeitig sei das neue Team angewiesen, den Anfragen der US-Verbündeten Priorität einzuräumen, so die Quellen weiter. 

Laut einer von Reuters eingesehenen E-Mail hat die DSCA die Rüstungsindustrie unter anderem kürzlich um Geräte gebeten, die zur Deaktivierung oder zum Abschuss von Drohnen verwendet werden können und die entweder Lagerbestand sind oder innerhalb von 120 Tagen geliefert werden können. "Angesichts der anhaltenden Krise in Europa setzt die US-Regierung ihre Bemühungen fort, wirksame Lösungen zu finden, die der Ukraine in der aktuellen Situation helfen könnten. Einer unserer Schwerpunktbereiche sind C-UAS", heißt es in der Mitteilung.

Die Technologie zur Bekämpfung kleiner unbemannter Luftfahrtsysteme (sogenanntes Counter Unmanned Air System; C-UAS), zu der auch Systeme wie Javelin-Panzerabwehrsysteme und Stinger-Flugabwehrraketen gehören können, wird überwiegend zur Abwehr von Drohnen eingesetzt. Es gibt auch größere Versionen von Elektronischen Luftverteidigungssystemen, darunter eines von SRC Inc., die ein Gebiet von der Größe eines Stadions abschirmen können. Die Kosten für die größeren Systeme belaufen sich jedoch auf 3 bis 6 Millionen US-Dollar pro Einheit, was sie für einen großflächigen Einsatz eher unrentabel macht. 

"Wir glauben, dass die beste Art und Weise, die ukrainische Verteidigung zu unterstützen, darin besteht, ihr die Waffen und Systeme zur Verfügung zu stellen, die sie am dringendsten benötigt, um die russischen Angriffe  abzuwehren, insbesondere Panzerabwehr und Luftabwehr", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby kürzlich, wobei auch er auf die Verteidigungssysteme der Rüstungshersteller Raytheon und Lockheed Martin verwies.

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