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Liveticker Ukraine-Krieg – Gazprom: Letzte Turbine von Nord Stream wird am 31. August abgeschaltet

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen. Hier lesen Sie die neuesten Entwicklungen.
Liveticker Ukraine-Krieg – Gazprom: Letzte Turbine von Nord Stream wird am 31. August abgeschaltet© Budrul Chukrut/SOPA Images/LightRocket via Getty Images
  • 19.08.2022 23:00 Uhr

    23:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 22:47 Uhr

    Griechenland und Zypern lehnen Verbot von Touristenvisa für Russen ab

    Griechenland und Zypern lehnen ein Verbot von Touristenvisa für Russen ab, berichtet Politico unter Berufung auf Beamte. Die Publikation zitierte den Staatssekretär im zyprischen Außenministerium, Cornelios Corneliou, mit den Worten:

    "Das wäre eine Entscheidung in die falsche Richtung. … Sogar türkische Staatsbürger erhalten Visa von den zyprischen Behörden, daher glauben wir nicht, dass diese Maßnahme in Bezug auf Russen irgendeinen Wert hat."

    In Zypern lebt eine große russischsprachige Diaspora. Vor der russischen Militäroperation in der Ukraine waren der Zeitung zufolge 25 Prozent der Touristen auf der Insel Russen. Inzwischen gibt es eine wachsende Zahl russischer, ukrainischer und weißrussischer Unternehmer, die in zyprischen Städten Geschäfte eröffnen wollen.

    Politico berichtete auch über griechische Beamte, die erklärten, dass auch Athen nicht in Erwägung ziehe, den Status der Visa für Russen zu ändern.

  • 22:23 Uhr

    Medienbericht: Selenskij soll laut Weißem Haus am G20-Gipfel teilnehmen, wenn Putin dies auch tut

    Das Weiße Haus sieht den ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij in der Pflicht, am bevorstehenden G20-Gipfel teilzunehmen, wenn sein russischer Amtskollege Wladimir Putin dem Treffen ebenfalls beiwohnen sollte, berichtete Bloomberg. Der Agentur zufolge lässt der Aufruf der USA auch die Möglichkeit einer Fernteilnahme Selenskijs an dem Gipfel offen.

    Zuvor hatte der indonesische Präsident Joko Widodo Putins Wunsch bekannt gegeben, sich im November am G20-Gipfel auf Bali zu beteiligen.

  • 22:01 Uhr

    Kiew kritisiert Kubicki: "Sucht nach russischem Gas tötet"

    Die ukrainische Regierung hat die Forderungen von FDP-Vize Wolfgang Kubicki nach einer Öffnung der Ostseepipeline Nord Stream 2 scharf kritisiert. Am Freitag schrieb der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba auf Twitter:

    "Die Aufrufe einiger deutscher Politiker, Nord Stream 2 für eine kurze Zeit zu starten und später zu schließen, sind völlig irrational. Das ähnelt einer Drogensucht, wenn jemand 'Nur noch ein letztes Mal!' sagt, ohne sich der verheerenden Folgen jedes 'letzten Mals' bewusst zu sein. Die Sucht nach russischem Gas tötet!"

    Kubicki hatte in einem ebenfalls am Freitag veröffentlichten Bericht appelliert:

    "Wir sollten Nord Stream 2 jetzt schleunigst öffnen, um unsere Gasspeicher für den Winter zu füllen."

    Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland weiter, es gebe "keinen vernünftigen Grund, Nord Stream 2 nicht zu öffnen". Diese Äußerungen stießen auch in Deutschland auf Kritik.

  • 21:38 Uhr

    USA kündigen neues Militärhilfepaket für die Ukraine an

    Die USA bereiten die Verabschiedung eines neuen Militärhilfepakets im Umfang von 775 Millionen US-Dollar vor, das der Ukraine in Kürze gewährt werden soll. Dies teilte ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bei einem Briefing am Freitag mit.

    Laut dem Verteidigungsbeamten beinhaltet die Tranche unter anderem 1.500 TOW-Panzerabwehrlenkwaffen, HARM-Anti-Radar-Raketen und 1.000 Javelin-Panzerabwehrraketen. Im Rahmen des neuen Hilfspakets wird Washington Kiew außerdem 15 Drohnen vom Typ ScanEagle zur Verfügung stellen. Die unbemannten Luftfahrzeuge des US-amerikanischen Herstellers Boeing werden hauptsächlich zur Aufklärung, Überwachung und Gewinnung nachrichtendienstlicher Informationen eingesetzt.

    Dazu kommen Munition für HIMARS-Raketenwerfer, 16 Haubitzen im Kaliber 105 Millimeter sowie 36.000 Granaten, so der Sprecher des Pentagons. Die USA prüfen zudem die Möglichkeit, der Ukraine neue Waffensysteme zu liefern, die "die Lage auf dem Schlachtfeld" im Süden und Osten des Landes verändern würden, hieß es.

  • 21:15 Uhr

    Gebiet Charkow stellt erste russische Pässe aus 

    Die Behörden der befreiten Territorien des Gebiets Charkow haben mit der Ausstellung russischer Pässe an die einheimische Bevölkerung begonnen. Die ersten zehn Pässe werden die Bewohner der Stadt Kupjansk erhalten, die ihre Unterlagen Anfang August eingereicht hatten, berichtete ein Korrespondent von RIA Nowosti unter Berufung auf die lokale Verwaltung.

    Auch in anderen Orten im Gebiet Charkow ist die Annahme von Anträgen im Gange. Unter anderem nahm die mit der Ausstellung der Pässe beauftragte Behörde in der Stadt Woltschansk ihre Arbeit auf.

  • 20:53 Uhr

    Eine Readovka-Kriegsberichterstatterin gerät während eines Interviews mit den Befreiungskämpfern von Soledar unter Beschuss

    In dem Video sieht man die Kriegsberichterstatterin Anastasia Jelsukowa, die gerade in Richtung Soledar unterwegs ist und dabei über die Befreiung des Donbass berichtet. Während der Aufzeichnung des Interviews gerät sie zusammen mit den Soldaten unter Beschuss – der Feind setzt zuerst Mörser und später auch Raketen ein. Anastasia schaltet ihre Kamera keine Minute lang aus, selbst dann nicht, als sie mehrmals zu Boden fällt – die Reportage ist im wahrsten Sinne des Wortes live.

    Diese Unannehmlichkeiten haben jedoch weder unserer Korrespondentin noch den Soldaten die Laune verdorben – auf dem Weg zur Unterkunft schlagen sie vor, sofort die Polizei anzurufen, um diesen Unfug der ukrainischen Armee zu stoppen und eine Ruhestörung zu melden.

  • 20:44 Uhr

    Saporoschje: Erneuter Beschuss von Energodar durch die ukrainischen Streitkräfte

    Ukrainische Truppen haben am Freitagabend erneut die Außenbezirke der Stadt Energodar beschossen, in der sich das Kernkraftwerk Saporoschje befindet. Das teilte Wladimir Rogow, Mitglied des Hauptrates der zivil-militärischen Verwaltung des Gebietes Saporoschje, mit. Er schilderte dem Fernsehsender Rossija 1:

    "Der Lärm ist deutlich zu hören, aber die Einschläge sind irgendwo am Stadtrand oder vielleicht sogar außerhalb der Stadt, vielleicht in Kamenka-Dneprowskaja, oder in Wodjanoi. In Energodar ist der Lärm der Einschläge zu hören, ich kann jedoch noch nicht sagen, wo genau sie [die ukrainischen Geschosse] einschlagen."

  • 20:18 Uhr

    Macron telefoniert mit Putin 

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat erstmals seit Monaten mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron telefoniert. Das Gespräch fand auf Initiative der französischen Seite statt, hieß es in einer Pressemitteilung des Kremls.

    Laut der Erklärung widmete sich das Telefonat der Staatsoberhäupter der Situation in der Ukraine. Macron und Putin betonten die Wichtigkeit einer möglichst baldigen Entsendung einer IAEO-Mission an das AKW Saporoschje, um die tatsächliche Situation vor Ort zu bewerten. Darüber hinaus bestätigte der russische Präsident die Bereitschaft Moskaus, den Inspektoren während ihres Besuchs die erforderliche Unterstützung zu gewähren. Er betonte, dass der Beschuss des Gebiets des Kernkraftwerks durch das ukrainische Militär die Gefahr einer Katastrophe in sich berge.

    Außerdem erinnerte Putin Macron an die Einladung an die Experten des UN-Sekretariats und des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK), das Gefangenenlager in Jelenowka zu besuchen, in dem ukrainische Kriegsgefangene infolge eines ukrainischen Angriffs getötet worden waren.

    Putin unterrichtete den französischen Staatschef auch über die Umsetzung des am 22. Juli unterzeichneten Getreideabkommens. Er wies Macron auf die bestehenden Hindernisse für russische Exporte hin, die nicht zur Lösung der Aufgaben im Bereich der Ernährungssicherheit beitrügen. Anschließend einigten sich die beiden Präsidenten darauf, ihren Kontakt zu den angesprochenen und anderen Themen fortzusetzen.

    Zuletzt hatten Putin und Macron bei einem trilateralen Telefonat mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz am 28. Mai miteinander gesprochen. Das bisher letzte bilaterale Gespräch zwischen den Staatsoberhäuptern Russlands und Frankreichs fand am 3. Mai statt.

  • 19:46 Uhr

    DVR-Miliz: Kampf um Krasnogorowka und Tonenkoje hat begonnen

    Die alliierten Streitkräfte führen zurzeit Kämpfe um die Siedlungen Krasnogorowka und Tonenkoje, deren Befreiung die Einnahme von Awdejewka erleichtern würde. Dies erklärte Eduard Basurin, stellvertretender Chef der Miliz der Volksrepublik Donezk, am Freitag. Er sagte laut TASS:

    "Hinter Peski haben wir das Dorf Tonenkoje, nach dessen Einnahme Awdejewka noch mehr in die Zange genommen werden könnte, und da gibt es noch Krasnogorowka. Im Moment finden Kämpfe darum statt, und es wird auch um Tonenkoje gekämpft."

    Zuvor hatte der DVR-Verteidigungsbeauftragte erklärt, es gebe keine Pläne, Awdejewka zu stürmen. Die Stadt werde umzingelt und "die ukrainischen Soldaten, die in der Stadt bleiben, werden gefangen genommen oder getötet".

    Awdejewka ist eine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern nördlich von Donezk. Dort befindet sich die größte Koksfabrik Europas. Während des Konflikts im Donbass wurde die von den ukrainischen Streitkräften besetzte Stadt zu einer ihrer wichtigsten Hochburgen. Von Awdejewka aus beschießen ukrainische Sicherheitskräfte Donezk, Jassinowataja, Makejewka und die umliegenden Gebiete.