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Liveticker Ukraine-Krieg – Bürgermeister von Snigirjowka: Ukraine verlor 10.000 Mann in sechs Wochen

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Hier lesen Sie die neuesten Entwicklungen.
Liveticker Ukraine-Krieg – Bürgermeister von Snigirjowka: Ukraine verlor 10.000 Mann in sechs WochenQuelle: AFP © Ihor Tkachov
  • 1.12.2022 10:28 Uhr

    10:28 Uhr

    Umfrage: Unterstützung für Ukraine in EU leicht zurückgegangen

    Zwar unterstützen EU-Bürger weiter überwiegend eine Aufnahme der Ukraine in die EU und auch Waffenlieferungen an das Land, die Zustimmung ist aber nach mehreren Monaten Krieg leicht gesunken. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung hervor, für die im März, Juni und September mehr als 13.000 Bürger EU-weit befragt wurden.

    In Deutschland sprachen sich im September 48 Prozent für Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Im März waren es noch 57 Prozent gewesen. Auch EU-weit sank die Zustimmung leicht auf 50 Prozent. Mit 76 Prozent sprachen sich die Bürger Polens als direkte Nachbarn der Ukraine am häufigsten für Waffenlieferungen aus. In Italien war die Zustimmung mit 36 Prozent am geringsten.

    Während im März noch 72 Prozent der Deutschen bejaht hatten, dass die EU selbst bei steigenden Preisen energieunabhängiger werden sollte, stimmten im September nur noch 62 Prozent zu. EU-weit ging der Schnitt von 74 auf 67 Prozent zurück.

    Außerdem sank in Deutschland und in der EU die Zustimmung für einen EU-Beitritt der Ukraine. Im März hatten das noch 69 (EU) beziehungsweise 61 (Deutschland) Prozent bejaht. Im September waren es 63 beziehungsweise 55 Prozent.

  • 10:03 Uhr

    Zwei HIMARS-Raketen in Ilowajsk eingeschlagen

    Nach Angaben des Gemeinsamen Zentrums für Kontrolle und Koordination der Donezker Volksrepublik hat das ukrainische Militär in der Nacht zum Donnerstag zwei Raketen aus einem HIMARS-Mehrfachraketenwerfer auf die Siedlung Ilowajsk abgefeuert.

    Mehrfachraketenwerfer HIMARS aus US-amerikanischer Herstellung können sechs Raketen oder eine operativ-taktische ballistische Rakete ATACMS tragen. Die effektive Schussreichweite für bestimmte Munitionstypen beträgt etwa 80 Kilometer.

    Hier finden Sie ein Bild von den Folgen des Beschusses.

  • 09:31 Uhr

    Frankreich richtet Russland-Tribunal ein – für Russland wohl ohne Bedeutung

    Das französische Außenministerium hat am Mittwoch bekannt gegeben, Frankreich habe mit der Einrichtung eines Sondertribunals begonnen, dem die Ermittlung der mutmaßlichen Verbrechen Russlands in der Ukraine in Auftrag gegeben werde. Zu diesem Zweck arbeite Frankreich laut Ministerium mit seinen europäischen und ukrainischen Partnern zusammen. Darüber hinaus unterstütze das EU-Land Ermittlungen der ukrainischen Justizbehörden und des Internationalen Staatsgerichtshofs in Den Haag.

    Andrei Klischas, der Vorsitzende des Verfassungsausschusses des russischen Föderationsrates, hat am Donnerstag erklärt, die Einrichtung eines Tribunals im Westen zur Untersuchung vermeintlicher Verbrechen Russlands habe keine rechtlichen Konsequenzen für Russland. Außerdem fügte der Senator hinzu, die EU habe längst vergessen, was Recht bedeute.

  • 09:07 Uhr

    Ukrainischer Kriegsgefangener berichtet über Kiews Gräuelpropaganda

    Die ukrainische Militärführung verbreitet unter ihren Soldaten Falschmeldungen darüber, dass kriegsgefangene Ukrainer von russischen Militärangehörigen angeblich gefoltert werden. Dies berichtete Alexandr Lasarenko, ein in russischer Gefangenschaft befindlicher Soldat des 125. Bataillons der ukrainischen 113. Separaten Territorialverteidigungsbrigade, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

    Lasarenkos Verband wurde ursprünglich für den Dienst im tiefen Hinterland aufgestellt. Nachdem ein Kämpfer der Brigade beim Versuch, eine Handgranate zum Fischen einzusetzen, einen Arm verlor sowie ein weiterer in einer Konfliktsituation sein Sturmgewehr auf einen Kameraden abfeuerte, sei die gesamte Einheit im Rahmen einer Kollektivstrafe an die Front versetzt worden. Kämpfer des 125. Bataillons sollten Schützengräben ausheben und gerieten dabei oft unter russisches Artilleriefeuer. Nach einem solchen Angriff verloren Lasarenko und ein weiterer Soldat die Orientierung und gerieten dabei am 27. November in russische Kriegsgefangenschaft.

    In einem von RIA Nowosti veröffentlichten Video berichtet der Gefangene:

    "Uns wurde gleich gesagt: 'Sie werden euch Finger und Ohren abschneiden, also bittet gleich um eure Erschießung.' Als ich gefangen genommen wurde und mit ihnen ging, bettelte ich sie auf Knien an und sagte: 'Jungs, erschießt mich!' Sie sagten: 'Bist du verrückt?'"

    Lasarenko habe sogar den russischen Soldaten angeboten, eine Flucht vorzutäuschen, um ihnen einen Vorwand zu geben, ihn zu erschießen. Nachdem er die Reaktion durch eine charakteristische Geste zeigt, setzt er fort:

    "Sie sagten: 'Warum sollten wir dich erschießen, du bist doch unbewaffnet, alles wird gut.'"

    Als er seine heilen Hände zeigt, erklärt er:

    "Man hat uns einfach eingeschüchtert, dass man uns in Gefangenschaft die Finger abschneiden werde, aber die Jungs haben mir Wasser, Dosenfleisch und Tee gegeben."

    Vor dem Hintergrund unbestätigter Meldungen über Misshandlungen von Kriegsgefangenen durch russische Militärangehörige waren bereits zahlreiche Fälle von Folter und Mord an russischen Gefangenen durch Kiews Militär dokumentiert worden.

    Mehr zum Thema "Außer Russland wird sich niemand drum scheren": Erneut Hinrichtungsvideo aufgetaucht

  • 08:03 Uhr

    Flugsperren für südrussische Flughäfen bis 9. Dezember verlängert

    Russlands Föderale Agentur für Luftverkehr hat die Flugsperren für elf Flughäfen im südlichen und zentralen Russland bis 9. Dezember verlängert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Verweis auf eine Mitteilung der Behörde.

    Gesperrt bleiben die Flughäfen von Anapa, Belgorod, Brjansk, Elista, Gelendschik, Krasnodar, Kursk, Lipezk, Rostow am Don, Simferopol und Woronesch. Russland hatte einen Teil seines Luftraums im Süden im Zusammenhang mit dem Beginn der militärischen Operation in der Ukraine geschlossen.

    Die Agentur für Luftverkehr betonte, dass alle sonstigen Flughäfen weiter im Normalbetrieb bleiben und empfahl den Fluggesellschaften, alternative Routen über die Flughäfen von Sotschi, Wolgograd, Mineralnyje Wody, Stawropol und Moskau zu nutzen.

  • 07:32 Uhr

    Ein Zivilist bei Beschuss durch ukrainische Armee in DVR getötet

    Das ukrainische Militär hat am Mittwoch das Gebiet der Donezker Volksrepublik 33 Mal under Beschuss genommen und dabei 139 Projektile abgefeuert. Bei dem Beschuss wurden unter anderem Artillerie im NATO-Kaliber 155 Millimeter, Raketen vom Typ AGM-88 HARM sowie HIMARS-Mehrfachraketenwerfer eingesetzt. Dies meldet die Vertretung des Gemeinsamen Zentrums für Kontrolle und Koordination der Donezker Volksrepublik.

    Wie die Behörde weiter angibt, wurde bei den Angriffen ein Zivilist in Donezk getötet, drei Einwohner der Städte Donezk und Gorlowka wurden verwundet.

  • 07:05 Uhr

    Bürgermeister von Snigirjowka: Ukraine verlor mindestens 10.000 Soldaten in anderthalb Monaten

    Ukrainische Truppen sollen während der anderthalb Monate vor dem Rückzug russischer Truppen im Gebiet zwischen der Stadt Snigirjowka und dem Fluss Dnepr mindestens 10.000 Mann verloren haben. Diese Einschätzung äußerte das Oberhaupt des Kreises Snigirjowka des russischen Gebiets Cherson Juri Barbaschow in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti

    Allein am Tag des Rückzugs der russischen Truppen aus Snigirjowka habe das ukrainische Militär etwa 20 Panzerfahrzeuge in einen aussichtslosen Frontalangriff über offenes Gelände geschickt und dabei mindestens 60 Soldaten verloren, erklärte Barbaschow und führte aus:

    "Wenn wir die militärische Lage am 20 Kilometer breiten Streifen zwischen Snigirjowka und Dnepr betrachten, hat dort die Ukraine mindestens 10.000 Militärangehörige verloren, ohne irgendwelche Erfolge zu erzielen. Sie mögen einige Dörfer besetzt und deren Bewohner massakriert haben, doch der Preis war kolossal."

    Der Beamte zog den folgenden Schluss:

    "Menschen, die sich so zu ihren Soldaten verhalten und so kämpfen, verfolgen ganz klar nicht das Ziel einer Befreiung des Gebiets, sondern seiner 'Befreiung' von Menschen, die sie für die ihrigen halten. Sollte dieser Krieg so noch einige Monate weitergehen, bleibt keine männliche Bevölkerung in der Ukraine übrig."

    Mehr zum Thema: Von der Leyens Hunderttausend − Versprecher oder Versuchsballon?

  • 30.11.2022 23:00 Uhr

    23:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 22:55 Uhr

    Video: Konvoi von gepanzerten türkischen Militärlastwagen des ukrainischen Militärs

    Die ukrainische Armee hat auch gepanzerte Militärlastwagen aus der Türkei erhalten.

    So hat der Telegram-Kanal Wojenny Oswedomitel einen Clip veröffentlicht, der eine Kolonne von Fahrzeugen des Typs Kirpi zeigt, die bei einer Marine-Einheit des ukrainischen Militärs im Einsatz sind.

  • 22:38 Uhr

    "Große Mauer des Donbass" errichtet

    Von ukrainischer Seite sollen Bilder von der "Großen Mauer des Donbass" veröffentlicht worden sein. Dies meldet der Telegram-Kanal Operazija Z: Wojenkory Russkoi Wesny.

    Die Aufnahmen sollen die von russischem Militär errichteten befestigten Stellungen in der Nähe von Wladimirowka an der Front von Ugledar in der Donezker Volksrepublik zeigen.

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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.