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Einreiseverbot wegen Corona-Restriktionen: Schwangere Neuseeländerin erhält Asyl von Taliban

Der schwangeren Journalistin Charlotte Bellis wird von den neuseeländischen Behörden wegen der strengen Corona-Bestimmungen die Einreise verweigert. Ausgerechnet die Taliban bieten ihr nun Asyl bis zur ihrer Niederkunft an.
Einreiseverbot wegen Corona-Restriktionen: Schwangere Neuseeländerin erhält Asyl von TalibanQuelle: Sputnik © Alexey Kudenko

Neuseeland hat mitunter die strengsten Corona-Bestimmungen der Welt. Die Einreise in das Land ist selbst neuseeländischen Staatsbürgern nur nach einer 14-tägigen Quarantäne in einem militärgeführten "Quarantänehotel" oder in gewissen Ausnahmesituationen gestattet.

Ausnahmen innerhalb des sogenannten Einreisequarantänesystems MIQ sind rar, da das Land die sogenannte "Zero COVID"-Strategie verfolgt. Ursprüngliche Pläne, die Einreiserestriktionen aufzuheben, wurden wegen der Omikron-Virusvariante schnell wieder verworfen. Dies bekam die neuseeländische Journalistin Charlotte Bellis jetzt am eigenen Leib zu spüren. Der schwangeren Frau wird die Einreise in ihr Heimatland von den neuseeländischen Behörden verweigert. 

Charlotte Bellis, die für ihr Interview mit den Führern der Taliban über deren Umgang mit Frauen und Mädchen für den Sender Al Jazeera im vergangenen November internationale Aufmerksamkeit erhielt, bemerkte ihre Schwangerschaft kurz nach diesem. Daraufhin kündigte sie ihr Arbeitsverhältnis in Qatar. Da Sex außerhalb der Ehe in dem arabischen Emirat als illegal gilt und unter Strafe gestellt ist, blieb der Journalistin keine andere Wahl, als das Land sofort zu verlassen. 

Bellis reiste nach Belgien, das Heimatland ihres Lebensgefährten Jim Huylebroek. Dort durfte sie jedoch nicht lange bleiben, weil sie keine belgische Staatsbürgerschaft besitzt, schrieb Bellis in einer Kolumne für die Zeitung New Zealand Harald am Samstag. Das einzig andere Land, für das Bellis ein Visum besitzt, ist Afghanistan. Da ihr Lebensgefährte dort als Fotograf arbeitet, wandte sich Bellis in ihrer Not an ranghohe Anführer der Taliban, die ihr darauf hin anboten, für die Entbindung nach Afghanistan zu kommen. Laut Bellis sagten die Taliban ihr gegenüber:

"Wir freuen uns für Sie. Sie können kommen und werden keine Probleme haben."

Eigenen Angaben zufolge hat Bellis bis zum heutigen Tage ganze 59 Ausreiseanträge an die Botschaft Neuseelands in Afghanistan gesendet. Die Anträge wurden mit Verweis auf das MIQ jedoch alle abgelehnt.

Chris Hopkins, der neuseeländische Minister für Corona-Angelegenheiten, verteidigte am Montag gegenüber Reportern das strenge Quarantänesystem seines Landes. Er fügte hinzu, dass es im MIQ durchaus Ausnahmen für Leute in besonderen Umständen gäbe. "Niemand sagt, dass es keine gibt", sagte Hopkins. 

Laut Hopkins Kenntnisstand wollte die Journalistin zu einem bestimmten Datum nach Neuseeland zurückkehren. Daraufhin hätten sich die Behörden nach Prüfung ihres Antrags mit Bellis in Verbindung gesetzt, um weitere Informationen von ihr zu erhalten. Zu der von Bellis beantragten Soforthilfe gehöre die Pflicht, innerhalb von 14 Tagen zurück nach Neuseeland zu reisen. Charlotte Bellis hätte jedoch entgegnet, nicht vor Ende Februar aus Afghanistan abreisen zu wollen. Das MIQ habe Bellis daraufhin ermutigt, ihre Ausreisepläne doch noch nach vorne zu verschieben. Weiterhin sagte Hopkins:

"Soweit ich weiß, haben die Beamte sie zwischenzeitlich auch aufgefordert, sich für eine andere Notfallkategorie zu bewerben. Ich ermutige sie, diese Angebote ernst zu nehmen."

Eine Schwangerschaft würde sehr wohl unter die Notfallausnahmen des MIQ fallen, ergänzte der Minister. 

"Dazu gehören medizinische Behandlungen, wenn eine Mutter im Ausland ist und die erforderliche Behandlung vor Ort nicht erhalten kann, sowie die Möglichkeit, dringend nach Neuseeland zurückzukehren, um eine abhängige Person zu versorgen, z. B. die schwangere Ehepartnerin oder die Lebensgefährtin."

In einem Interview mit Radio New Zealand beklagte die schwangere Journalistin am Montag den Umgang der neuseeländischen Behörden mit ihr und ihrem Fall. Die Behörden hätten alle nötigen Informationen, jedoch sei ihr Antrag mit "verwirrenden Klauseln und Formalitäten" beantwortet worden, sagte Bellis. Zuerst habe man sie über die Ablehnung ihres Antrags informiert, da ihre geplante Abreise aus Afghanistan nicht innerhalb der 14-tägigen Ausreisefrist liegen würde. Dann hieß es, dass sie den Schwellenwert für medizinische Dinge nicht erfüllen würde, und jetzt gäbe es schon wieder ein anderes Problem für die neuseeländischen Behörden. 

"Warum so viele Ausreden und Klauseln? Sie haben doch alle Informationen", klagte Charlotte Bellis im Interview. 

Die Vorschrift, dass eigenständig zurückkehrende Bürger zehn Tage in ein vom Militär betriebenes "Quarantänehotel" müssen, schreckt viele Neuseeländer ab. Stattdessen bewerben sich die Bürger auf die wenigen Ausnahmeplätze der MIQ. Jedoch hat die neuseeländische Regierung baldige Änderungen der aktuell herrschenden Corona-Einreisepolitik angedeutet. 

Mehr zum Thema Herausgeber Stefan Aust: Virologen der No-COVID-Strategie "in Wirklichkeit Quacksalber" 

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