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RT-Exklusivinterview mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi

In einem Exklusivinterview mit RT sagte der iranische Präsident Ebrahim Raisi, dass Teheran mit allen Ländern zusammenarbeiten will und eine gutnachbarschaftliche Diplomatie fördert. Dies war sein erstes Gespräch mit internationalen Medien seit seinem Amtsantritt.

RT DE präsentiert das gesamte Interview als Video sowie in schriftlicher Form:

Herr Präsident, wir möchten uns bei Ihnen bedanken, dass Sie nach Ihrem Amtsantritt Ihr erstes Interview an die internationale Presse uns, dem Sender RT, geben. Und natürlich ist die erste Frage über Ihre persönlichen Eindrücke vom Treffen mit Wladimir Putin und über den Stand der russisch-iranischen Beziehungen. Wie nah sind sich Moskau und Teheran heute?

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes! Ich danke Ihren Medien. Ich bin sehr erfreut darüber, heute in Moskau zu sein und mich mit den Vertretern der russischen Führung zu treffen. Gestern und heute fanden Treffen statt.

Während des Treffens mit Herrn Putin haben wir unsere bilateralen Beziehungen sowie Fragen der regionalen und internationalen Agenda besprochen. Im Allgemeinen bin ich bei den Treffen zu der Erkenntnis gelangt, dass die Positionen Russlands und Irans in vielen Fragen übereinstimmen. Wir haben mit Russland gemeinsame Interessen. Wir haben eine gemeinsame Nachbarschaft und sind auch gemeinsam Mitglieder regionaler internationaler Organisationen. Wir kooperieren in der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Es gibt viele Möglichkeiten in Russland und in Iran.

Und diese Möglichkeiten können den Weg für eine noch bessere Zusammenarbeit in wirtschaftlichen Fragen sowie in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung und Sicherheit beider Länder ebnen. Es gibt also viele Voraussetzungen für die Entwicklung der Zusammenarbeit. Und dank dem Willen hochrangiger Beamter beider Länder werden wir die Kooperation in all diesen Bereichen weiterentwickeln. Und auch auf anderen Gebieten gibt es Grundlagen für die Entwicklung unserer Beziehungen.

Unsere Zusammenarbeit mit Russland wird nicht kurzfristig sein. Die Beziehungen und die Zusammenarbeit werden auf einer soliden Basis stehen, zum gegenseitigen Nutzen, zum Nutzen der beiden Länder und deren Völker. Wir arbeiten an stabilen und strategischen Beziehungen, um eine zukünftige Zusammenarbeit zu garantieren. Daher wird in dieser Hinsicht ein strategisches Dokument für die nächsten 20 Jahre ausgearbeitet. Das Dokument umfasst alle Bereiche der Zusammenarbeit. Es legt die Perspektiven aller Wirtschafts- und Marktakteure in den Bereichen Technologie und Verteidigung dar.

Erzählen Sie bitte über dieses strategische Dokument, über das Abkommen zwischen Russland und Iran. Wie eng wird diese Zusammenarbeit sein und was können wir von einem Bündnis, einem strategischen Bündnis zwischen Russland und Iran erwarten?

Wissen Sie, unsere Beziehungen zu Russland sowie die mit allen anderen Staaten werden auf gegenseitigen Interessen und auf Grundlage einer fruchtbaren Zusammenarbeit basieren. Und heute haben wir den Eindruck, dass unsere Auslandsbeziehung mit unseren Prinzipien übereinstimmt.

Also, das wichtigste Prinzip besteht darin, dass wir weder eine Vorherrschaft über andere Staaten anstreben noch uns selbst der Dominanz anderer Staaten unterwerfen. Das ist unser Grundsatz. Man sollte andere nicht unterdrücken, noch von anderen unterdrückt werden. Deshalb haben wir nach dem Sieg der Islamischen Revolution das Prinzip ausgearbeitet, dass unser Staat unabhängig bleiben soll. Und unsere heutigen Beziehungen mit Russland sind darauf begründet, dass auch Russland ein unabhängiger Staat sein will.

Und deshalb werden wir seitens der westlichen Staaten, seitens der USA, heftig angefeindet. Der islamische Iran hat nach der Revolution beschlossen, unabhängig zu sein. Er wird sich unter keiner Fremdherrschaft befinden. Und Iran will anderen Staaten gegenüber keine Dominanz ausüben. Das ist unser fundamentaler Grundsatz.

Gerade die Staaten, die unabhängig sein wollen, werden angefeindet. Wenn sie unabhängig leben wollen, werden sie sicher von Staaten angefeindet, die dominieren wollen. Die USA wollen nicht, dass es in der Welt unabhängige Staaten gibt. Sie wollen diese Staaten zu ihren Sklaven machen. Und bereits seit 40 Jahren, durch die Gnade der Islamischen Revolution, widerstehen wir der US-Dominanz.

Unsere Beziehung zu Russland wird auf dem Prinzip gegenseitiger Interessen, auf der Grundlage unserer Zusammenarbeit in verschiedenen Fragen der internationalen Agenda, auf der Grundlage unserer Mitgliedschaft in regionalen und internationalen Organisationen und auf der Grundlage unserer Kooperation bei Fragen der bilateralen Agenda basieren.

Heute schüren viele westliche Experten, Politiker und Medien eine Hysterie wegen der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und Iran. Warum fachen sie diese Hysterie an und was ist ihr Ziel?

Wissen Sie, Iran ist ein mächtiger und unabhängiger Staat. Russland ist ein mächtiger und unabhängiger Staat. Wenn sich zwei mächtige Staaten an einen Tisch setzen und eine Zusammenarbeit diskutieren, schreckt das natürlich diejenigen auf, die nach Dominanz streben.

Und die Hauptbotschaft bezüglich unserer Außenpolitik war, dass wir mit allen Ländern der Welt zusammenarbeiten werden. Aber wenn Staaten uns gegenüber Feindseligkeit demonstrieren wollen, werden sie natürlich auf den Widerstand des iranischen Volkes stoßen. Und was wir in den vergangenen 40 Jahren gezeigt haben, ist, dass wir ein Volk sind, das nicht bereit ist, Gewalt und Unterdrückung zu akzeptieren. Und wie stark der Widerstand der Iraner sein kann, haben wir schon der ganzen Welt klargemacht.

Wenn jemand aber keinen Konflikt will, werden wir natürlich mit diesem Staat zusammenarbeiten. Unsere Regierung hat von Anfang an betont, dass unsere Priorität die Zusammenarbeit in allen Bereichen mit den Nachbarstaaten ist. Und deshalb haben wir die Diplomatie einer guten Nachbarschaft intensiviert. Denn davon profitieren die gesamte Region und die Weltwirtschaft. Und das ist die Politik, auf die wir setzen.

Erzählen Sie bitte vom Stand der Verhandlungen zu einer so brennenden Frage wie dem Atomdeal. Hoffen Sie auf einen Konsens in Wien? Oder können sie vielleicht einige Details nennen, was gut und was weniger gut verläuft?

Was die Verhandlungen angeht, nehmen wir dieses Thema sehr ernst. Und wenn die anderen Teilnehmer ihre Bereitschaft zeigen, die Sanktionen aufzuheben, dann wird es reale Gründe für eine Einigung geben. Aber was wir bisher gesehen haben, ist eine Verletzung des Abkommens durch die USA sowie das Fehlen neuer entsprechender Maßnahmen durch die EU. Das heißt, auch die EU ist ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen. Und die USA haben offiziell den Vertrag gebrochen.

Andererseits hat die Internationale Atomenergiebehörde bereits 15 Mal erklärt, dass Iran seine Verpflichtungen erfüllt hat, dass Iran seinen Verpflichtungen nachgekommen ist. Wir haben also unsere Verpflichtungen erfüllt, aber sie haben ihre verletzt. Sie müssen jetzt zurückkehren und ihre Pflichten erfüllen. Wir haben doch gegen nichts verstoßen. Sie haben doch selbst erklärt, dass wir unseren Verpflichtungen nachgekommen sind. Und sobald die Parteien bereit sind, die Sanktionen aufzuheben, gibt es sicher eine Grundlage für eine Einigung in Nuklearfragen.

Eine weitere Gemeinsamkeit, die Russland und der Iran teilen, sind Vorwürfe, dass unsere Länder angeblich ständig Verbrechen in der Cybersphäre begehen würden. Zum Beispiel Cyberspionage oder Cyberangriffe auf andere Staaten. Inwiefern sind solche Vorwürfe berechtigt und worauf zielen sie ab?

Sie haben sicher schon vom Cyberangriff auf Tankstellen in Iran gehört. Woher kam dieser Angriff? Diejenigen, die solche Angriffe ausführen, zerstören die Kommunikationen – einschließlich der kybernetischen – in verschiedenen Ländern, auch in Iran. Sie haben doch selbst zugegeben, einen Cyberangriff auf unsere Nuklearanlagen durchgeführt zu haben. Sie haben das offiziell erklärt. Die Zionisten und die Staaten, die nach Vorherrschaft streben – sie haben das selbst erklärt. Wer hat ihnen die Erlaubnis gegeben, solche Angriffe durchzuführen? Wir entwickeln friedliche Nukleartechnologien und sie greifen uns an. Und dann geben sie das zu. Aus welchem ​​Grund führen sie Angriffe auf unsere Nuklearwissenschaftler durch, die als Märtyrer sterben? Menschen wollen sich lediglich mit Benzin versorgen und sie zerstören unser Tankstellensystem. Natürlich haben wir dank unserer Fortschritte im Cyberbereich in kürzester Zeit geschafft, die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen, da wir sehr gute Experten haben. Aber sie tun solche Dinge, geben aber dann anderen die Schuld. Das ist natürlich ein Unheil, ein Unheil für die Menschen in der Welt.

Sie sind es, die andere unterdrücken und andere offiziell angreifen. Am helllichten Tag führen sie Terroranschläge durch und am helllichten Tag führen sie Cyberangriffe aus. Sie haben einen Anschlag auf den großen Kommandeur unserer Widerstandsbewegung und den Helden im Kampf gegen Terrorismus, Herrn Qassem Soleimani, verübt. Und auch auf seine Gefährten, hochrangige Kommandeure, die ebenfalls gegen Terrorismus kämpfen. Unter anderem al-Muhandis, den Helden der Terrorbekämpfung im Irak. Sie töten sie, und sie sterben als Märtyrer, während andere dafür verantwortlich gemacht werden. Sie wollen Unterdrücker als Unterdrückte und Unterdrückte als Unterdrücker darstellen. Aber die Menschen verstehen, wer in der Welt der Unterdrücker ist.

Was noch sowohl Russland als auch Iran häufig vorgeworfen wird, ist, dass sich diese Staaten gegenüber anderen Ländern aggressiv verhalten würden. Sie haben wahrscheinlich den patentierten amerikanischen Ausdruck über die zerstörerische Rolle Irans im Nahen Osten gehört. Was würden Sie jenen sagen, die solche Gerüchte verbreiten und solche Worte sagen?

Wissen Sie, sie wollen verhindern, dass Staaten Widerstand leisten. Die Menschen im Libanon leisten Widerstand gegen Zionisten. Die Menschen in Syrien widersetzen sich den Zionisten und der amerikanischen Aggression. Sie wehren sich.

Lassen Sie mich eine Frage stellen: Wer hat den IS erschaffen? Wer steckt hinter dieser Organisation? Wer hat den IS auf die Welt losgelassen? Der IS hat viele Gräueltaten begangen. Sie haben in Syrien und in anderen Ländern der Region wie dem Irak abscheuliche Verbrechen an Kindern, Frauen und anderen wehrlosen Gruppen begangen. In Afghanistan töteten sie 100 oder 200 Menschen in einer Moschee, in der sich diese Menschen zum Gebet versammelt hatten. Der IS begeht auf der ganzen Welt schreckliche Verbrechen. Wer ist dann verantwortlich für die Destabilisierung der Welt? Es sind diejenigen, die den IS geschaffen haben, diejenigen, die ihn unterstützt haben. Diese Menschen zerstörten seit Jahren die nationale Sicherheit Syriens. Dasselbe gilt für den Irak. Und sie verbrachten zwei Jahrzehnte in Afghanistan.

Jetzt eine andere Frage über die Zusammenarbeit. Iran verstärkt seine Kooperation mit China in mehreren Bereichen. Welchen Platz nimmt China in der iranischen Außenpolitik ein? Sollte Russland neidisch sein?

Nein, es gibt keinen Grund zum Neid. Wir pflegen eine gute Beziehung zu China, aber wir stärken auch unsere Beziehung zu Russland. Wir arbeiten mit jenen regionalen Akteuren zusammen, die mit uns zusammenarbeiten und Beziehungen aufbauen wollen, die auf gemeinsamen Interessen und gegenseitigem Respekt basieren. Und solche Beziehungen werden wir selbstverständlich auch weiterentwickeln. Iran hat auch eine strategische Beziehung zu China.

Und auf eine Zusammenarbeit mit Ländern, die die Beziehungen auf Grundlage von gegenseitigen Interessen, gegenseitigem Respekt und guter Nachbarschaft zum Nutzen beider Seiten und für das Wohl der Völker ausbauen wollen, freuen wir uns. Wir kooperieren mit allen Ländern, die gegenseitig respektvolle und vorteilhafte Beziehungen zur Islamischen Republik Iran aufbauen wollen. Auch legen wir großen Wert auf gute Beziehungen zu den geografisch weit von uns entfernten Ländern. Auch solche Verbindungen werden wir auf jeden Fall weiter ausbauen. Gleiches gilt unseres Erachtens für unsere Beziehungen zu Russland, China und anderen Ländern.

Bezüglich Afghanistans lassen Sie mich meine Antwort auf die vorherige Frage erläutern. US-Truppen sind dort zwei Jahrzehnte lang verblieben. Und was nach ihrem Abzug übrig bleibt, sind Krieg, Blutvergießen, Ruinen, Tausende von zerstörten Gebäuden, Tausende von behinderten Kindern, Tausende von Toten und eine unterdrückte afghanische Nation. All das wegen der US-amerikanischen Herrschaft. Das sind die Früchte ihrer Präsenz in Afghanistan.

Wir sehen heute all diese Probleme, mit denen Afghanistan konfrontiert ist. Meiner Meinung nach war es richtig, dass die USA aus Afghanistan abgezogen sind. Oder ist es eher richtig, dass sie aus diesen Ländern vertrieben wurden?

Wichtig ist aber, dass sie ihre Vorgehensweise geändert haben. Sie haben ihre Taktik in Bezug auf Kriegsführung geändert. Einige ihrer Taktiken bleiben gleich, andere sind neu. Nehmen wir zum Beispiel die Sanktionen. Es ist ungefähr so: Wenn ein Mensch arbeiten will, sagen sie: "Nun, das ist ein unabhängiger Mensch, wir müssen Sanktionen gegen ihn verhängen." Viele Journalisten, viele einflussreiche Personen in verschiedenen Ländern sind von US-Sanktionen betroffen.

Wenn eine Person unabhängig ist, Einfluss hat und ihre Aktivitäten den Interessen der Vorherrschaft der USA widersprechen, werden gegen diese Person Sanktionen verhängt.

Sprechen wir jetzt vom Nahen Osten, nicht von Zentralasien, da Russland und Iran in dieser Region in vielen Bereichen kooperieren. Welche Schlüsselbereiche für diese Partnerschaft können Sie nennen?

Wissen Sie, wir arbeiten daran, Sicherheit und Frieden zu gewährleisten, auch in Zentralasien. Und wir wollen diese Region durch gemeinsame Bemühungen aller Länder vor einer Destabilisierung schützen. Für Frieden und Stabilität in dieser Region sind wir bereit, mit den kaukasischen und zentralasiatischen Staaten zusammenzuarbeiten.

Was können Sie über die Bestrebungen des Iran nach einer engeren Integration in die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit sagen? Wie wichtig ist das für Sie? Und wird die SOZ nach Ihrer Einschätzung im eurasischen Raum zu einem Schlüsselakteur werden?

Ich glaube, Sie wissen sehr gut, dass die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit, in der Iran schon eine volle Mitgliedschaft hat, ein großartiger Mechanismus für die Entwicklung guter Beziehungen in Asien zum gegenseitigen Nutzen aller Regionen ist. Das ist sicherlich gut für Handel und Wirtschaft, aber es geht auch um Zusammenarbeit und Sicherheit, Kultur und viele andere Bereiche. Die Schritte in diese Richtung sind schon gemacht. Aber ich glaube, dass die SOZ heute noch aktiver sein könnte.

Das Gleiche gilt auch für die Eurasische Wirtschaftsunion. Sie ist auch eine Organisation, die viel Gutes für die gesamte Region tun kann, wenn sie aktiver wird. Wissen Sie, wir haben regionale Organisationen, Strukturen. Und wir glauben, dass sie großartige Chancen für eine Entwicklung der Zusammenarbeit in der Region schaffen. Es gibt viel, was wir weiterentwickeln und über das wir uns mit unseren Nachbarn austauschen können. Dies wird die Region stärken und den Einfluss von außen verhindern. Deshalb müssen wir alle Möglichkeiten für eine regionale Entwicklung voll ausschöpfen.

Jetzt zur COVID-19-Pandemie. Sowohl Iran als auch Russland sind sehr stark betroffen. Gibt es zwischen unseren Staaten eine Kooperation bei der Bekämpfung des Virus?

Was COVID-19 betrifft, denke ich, dass die Welt eine wichtige Lektion gelernt hat: Dass Supermächte heute über viele mächtige Werkzeuge verfügen, die sie aber in dieser Pandemie nicht richtig eingesetzt haben. Sie wurden nicht verwendet, um wirksame Maßnahmen zur Krankheitsprävention umzusetzen oder einen guten Ansatz zur Bekämpfung des Virus zu erarbeiten. Und der Kampf gegen COVID-19 wurde zu einer kollektiven Arbeit, das waren kollektive Aktivitäten.

In diesem Zusammenhang möchte ich China, Russland und anderen Staaten für die Zusammenarbeit mit uns danken. Diese Zusammenarbeit ermöglichte es uns, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Vor allem geht es um die Impfung unserer Bevölkerung. Das haben wir geschafft. Heute ist ein großer Prozentsatz unserer Bevölkerung geimpft. Die Impfung wird uns dabei helfen, unser Volk vor dieser Katastrophe zu schützen.

Als ich Präsident wurde, hatten wir jeden Tag mindestens 700 Familien, die ihre Lieben und Angehörigen verloren. Und heute liegt diese Zahl bei etwa 20 – eine viel niedrigere Zahl. Und die Infektionsrate ist niedrig, was bedeutet, dass auch die Sterblichkeitsrate niedrig ist. Dennoch sind wir über diese neue Omikron-Variante besorgt. Wir müssen also Maßnahmen treffen, um unser Volk und andere Nationen auch vor der neuen Variante zu schützen.

Iran und Russland arbeiten in dieser Frage sehr gut zusammen. Unsere Wissenschaftler arbeiten zusammen und wir hatten eine gute Zusammenarbeit in Bezug auf Impfstoffe. Ich möchte allen Ländern danken, die in diese Bemühungen investiert und mit uns zusammengearbeitet haben. Lassen Sie mich eines sagen: Diese Art der Zusammenarbeit, dieses Kooperationsprojekt kann Millionen von Menschenleben in Asien retten.

Ich möchte Sie auch etwas über Qassem Soleimani fragen, mit dem ich mich übrigens während unserer Arbeit in Syrien mehrmals persönlich getroffen habe. Bei der Jubiläumsfeier haben Sie kürzlich gesagt, wenn es kein internationales Gerichtsverfahren und keine Ermittlung im Mordfall Soleimani gegen Donald Trump geben würde, würde die gesamte iranische Nation Vergeltung suchen. War das eine Warnung oder vielleicht sogar eine Drohung?

Wissen Sie, Qassem Soleimani war nicht nur ein Teil des iranischen Volkes – er war ein Teil der Ummah. Sein Leben war der Rettung anderer gewidmet, er bemühte sich darum. Alle Menschen, Muslime und Nicht-Muslime gleichermaßen, haben großen Respekt davor, was er getan hat. Sie respektieren ihn, weil sie wissen, wie viel er gegeben hat, um Unschuldige vor den Feinden der Menschheit zu retten. Ich spreche vom IS und den militanten Takfiristen. Er war ein Beschützer, ein Mann, der Menschenleben rettete. Ob in Syrien, im Irak oder anderswo in der Region, er kämpfte gegen den Terrorismus und rettete Leben. Das weiß die ganze Welt. Qassem Soleimani war ein wahrer Held in unserem Kampf gegen den Terrorismus.

Und die USA müssen sich für das verantworten, was sie getan haben. Wo ist denn ihre Moral, ihr Augenmaß? Sie sagen, sie seien Kämpfer im Krieg gegen den Terror. Warum würden sie dann jemanden ermorden, der heldenhaft gegen den Terrorismus kämpft? Warum haben Sie Abu Mahdi al-Muhandis und seine Mitstreiter ermordet? Und darüber hinaus gestehen sie ihre Verbrechen öffentlich. So ein abscheuliches Verbrechen. Wer ein solches Verbrechen begeht und es dann gesteht, muss nach einem ordnungsgemäßen Prozess vor einem zuständigen Gericht bestraft werden. Er muss verurteilt werden. Die Verantwortlichen müssen vor ein zuständiges Gericht gestellt werden.

Wir haben unser Versprechen gegeben, die Unterdrückten zu schützen und die Unterdrücker zu bestrafen. Es ist ein echtes Versprechen, eines, das wir sicher erfüllen.

Herr Präsident, wir danken Ihnen für dieses Interview! Und auch dafür, dass Sie uns von allen internationalen Medien als die Ersten gewählt haben, um Ihre Meinung mitzuteilen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Vielen Dank an auch Sie und an alle Ihre Freunde und Medien, die beteiligt sind. Danke!

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