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Aufgedeckt: USA bombardierten größten Staudamm Syriens und nahmen Tod von Zehntausenden in Kauf

2017 hat das US-Militär einen Staudamm in Syrien mit bunkerbrechenden Bomben angegriffen. Bombardements von vitaler Infrastruktur gilt als Kriegsverbrechen. Doch das Pentagon verneinte jede Verantwortung und tat entsprechende Berichte über die Bombardierung als "verrückt" ab. Jetzt kam raus, Washington hat gelogen.
Aufgedeckt: USA bombardierten größten Staudamm Syriens und nahmen Tod von Zehntausenden in KaufQuelle: Gettyimages.ru © Claude Salhani / Sygma

Im Jahr 2017 bombardierten die USA ein strategisches Infrastrukturelement in Syrien, den Tabqa-Staudamm am Euphrat, obwohl dieser auf einer "No Strike"-Liste stand, wie die New York Times (NYT) berichtete.

Ein B-52-Bomber warf einige der schwersten Waffen aus dem Arsenal der US-Luftwaffe auf das Ziel ab, darunter mindestens eine BLU-109-Bunkerbombe, die für die Zerstörung von befestigten Betonzielen ausgelegt ist. Diese Bombe durchschlug fünf Stockwerke in einem der Türme des Staudamms, explodierte aber nicht.

Wäre die von den Sowjets entworfene Erd- und Betonkonstruktion zusammengebrochen, wären wahrscheinlich Zehntausende von Menschen, die in einem darunter liegenden Tal leben, ums Leben gekommen.

Der Staudamm wurde zwar nicht sofort zerstört, aber die Schäden an der Anlagentechnik machten ihn funktionsunfähig, und es bestand die Gefahr, dass er überläuft. Ein beispielloser Waffenstillstand zwischen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS, früher ISIS), den von den USA unterstützten Streitkräften vor Ort und den syrischen Regierungstruppen wurde mit russischer Hilfe in aller Eile geschlossen, damit ein Kran, der die Notschleusen steuert, repariert werden konnte.

Nachdem ein Team von 16 Arbeitskräften die Arbeit erledigt hatte, wurde bei einem Drohnenangriff, der von derselben Taskforce angeordnet wurde, die auch den ersten Angriff veranlasst hatte, ein Lieferwagen, der einige von ihnen zurückbrachte, in Schutt und Asche gelegt. Dabei wurden ein Maschinenbauingenieur, ein Techniker und ein Mitarbeiter des syrischen Roten Halbmonds getötet.

Die Ereignisse wurden von der NYT auf der Grundlage von Interviews mit ungenannten US-Militärs und Personen in Syrien beschrieben, darunter ein Ingenieur, der am Tag des Angriffs am Damm anwesend war. Es ist die jüngste Enthüllung der Zeitung über die Operationen von Talon Anvil, die Kritiker als rücksichtslos bezeichnen. Die Taskforce wurde gegründet, um die Kriegsanstrengungen gegen den IS zu koordinieren, und war früheren Berichten zufolge mit Kommandosoldaten der US Army Delta Force besetzt.

Der Angriff auf den Tabqa-Damm am 26. März wurde von Russland und Syrien den US-Streitkräften zugeschrieben, aber der damalige US-Generalleutnant Stephen J. Townsend, unter dessen Verantwortung die Taskforce operierte, tat dies als "eine Menge verrückter Berichte" ab. Townsend sagte zu Journalisten:

"Der Tabqa-Staudamm ist kein Ziel der Koalition, und wenn wir militärische Ziele am oder in der Nähe des Staudamms angreifen, verwenden wir Munition ohne Wassereinwirkung, um unnötige Schäden an der Anlage zu vermeiden. Wenn dem Tabqa-Staudamm etwas passiert, dann ist die ISIS dafür verantwortlich, nicht die Koalition."

Nach Angaben der NYT wandte die Talon Anvil routinemäßig einen Trick an, um das Prüfverfahren für Luftangriffe durch das Oberkommando zu umgehen, indem sie sich auf die Dringlichkeit der Verteidigung der verbündeten US-Streitkräfte vor einem bevorstehenden Angriff berief. Auch der Angriff auf den Staudamm wurde auf diese Weise gerechtfertigt, aber Zeugen berichteten, dass in dem Gebiet keine größeren Kämpfe stattgefunden hatten, bevor die Bomben einschlugen.

Das US-Zentralkommando bestätigte den Abwurf von drei 2.000-Pfund-Bomben, erklärte jedoch, dass sie auf Türme und nicht auf den Damm selbst abzielten. Die Tatsache, dass der Damm nicht zusammengebrochen sei, beweise die Sicherheit der Operation, so ein Sprecher des Militärs. Er bestritt, dass die üblichen Verfahren bei der Genehmigung der Angriffe umgangen wurden.

Der NYT zufolge wurde in einem Bericht, der vor den Angriffen bei spezialisierten Ingenieuren des Büros für Verteidigungsressourcen und Infrastruktur des US-Verteidigungsnachrichtendienstes angefordert wurde, empfohlen, in der Nähe des Staudamms keinerlei Sprengstoff einzusetzen. Selbst relativ kleine Munition wie Hellfire-Raketen könnten die Betonstrukturen, die den Wasserfluss kontrollieren, beschädigen, heißt es in dem vierseitigen Bericht, so die Zeitung.

Talon Anvil hatte die Angriffe auf den Damm nicht gemeldet. Das US-Militär musste den Vorfall anhand von Protokollen des B-52-Bombers zusammensetzen, so eine Quelle gegenüber der NYT. Gegen die Mitglieder der geheimen Einheit seien keine disziplinarischen Maßnahmen ergriffen worden, berichtete die Zeitung.

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