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Abschiebung vertagt: Fall Đoković nun vor australischem Bundesgericht

Der Fall Novak Đoković geht in die nächste Runde. Nach der erneuten Annullierung seines Visums und dem Einspruch seiner Anwälte ist nun das Bundesgericht angehalten, für Klarheit sorgen. Sollte der Tennisstar in Australien bleiben dürfen, geht es für ihn womöglich schon am Montag auf den Platz.
Abschiebung vertagt: Fall Đoković nun vor australischem BundesgerichtQuelle: AFP © Mike Frey

Das Gezerre im Fall Novak Đoković geht weiter. Ein Bundesgericht soll am Sonntag nun eine endgültige Entscheidung im Fall des Serben treffen, nachdem ihm zum zweiten Mal das Visum für Australien entzogen worden war. Der Einwanderungsminister Alex Hawke hatte persönlich sein Veto eingelegt und das Visum des serbischen Tennisprofis annulliert. Damit könnte der Tennis-Topstar nur wenige Stunden vor dem Start der Australian Open am Ende gezwungen sein, das Land doch noch zu verlassen.

Zur Begründung des Vetos hieß es in einer Erklärung von Hawke, dass er von seiner "Befugnis gemäß Abschnitt 133C(3) des Migrationsgesetzes Gebrauch" mache, um das Visum von Novak Đoković aus "Gründen der Gesundheit und der guten Ordnung zu annullieren, auf der Basis, dass diese Entscheidung im öffentlichen Interesse liegt." 

Đoković hat sich bislang nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, was als Voraussetzung für die Einreise nach Australien genannt wird. Ihm wurde jedoch anhand einer jüngst überstandenen Coronavirus-Infektion von Tennis Australia und den Behörden des Bundesstaates Victoria eine medizinische Ausnahmegenehmigung für die Teilnahme an den Australian Open erteilt. Die Anwälte des 20-fachen Grand-Slam-Champions hatten Einspruch gegen das Veto des australischen Einwanderungsministers eingelegt. Bis zum Urteil des Gerichts darf Đoković nicht abgeschoben werden. 

Sein Anwälte hätten einem Bericht der Australischen Zeitung The Age zufolge behauptet, dass Einwanderungsminister Hawke seine Entscheidung, das Visum des serbischen Stars zu annullieren, damit gerechtfertigt habe, dass seine Anwesenheit in Australien die Anti-Impf-Stimmung anheizen würde. Diese Behauptung entbehre jedoch jeder "rationalen Grundlage", so die Anwälte.

Schon für Montag ist eigentlich das Auftaktspiel des Weltranglisten-Ersten beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne geplant. Ob der 34 Jahre alte Titelverteidiger nach dieser tagelangen Corona-Posse antreten wird, ist derzeit unklar.

Schon am Samstagmorgen (Ortszeit) soll Đoković zu einer Anhörung bei der Einwanderungsbehörde erscheinen. Bis dahin darf der Australian-Open-Rekordchampion – er hat bisher neun Trophäen gewonnen – in einer privaten Unterkunft bleiben. Berichte, wonach er unverzüglich in einem Abschiebehotel untergebracht werde, wurden dementiert. Nach der Anhörung am Samstag soll er allerdings über Nacht erneut in die Abschiebeeinrichtung, wo er bereits ein paar Nächte verbracht hatte.

In Serbien wurde die erneute Annullierung des Visums des Tennisstars unter anderem als "skandalös" bezeichnet. Zahlreiche Rechtsexperten des Landes sehen in der Entscheidung "politische Gründe". Demnach wolle man damit vor den anstehenden Wahlen "politische Punkte" sammeln und die strikte Lockdown-Politik rechtfertigen, erklärte etwa der serbische Anwalt Vladimir Terzić gegenüber der Tageszeitung Danas. Sein Kollege Vladimir Gajić sprach gar von "einer Art Bestrafung und Disziplinierung" von einem, der "frei entschieden hat, sich nicht impfen zu lassen."

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