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Jahrestag des Flugzeugsabschusses über Teheran – Hinterbliebene schließen menschliches Versagen aus

Am 8. Januar jährte sich der Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine im Luftraum über Teheran zum zweiten Mal. Für die iranischen Behörden handelte es sich um einen menschlichen Fehler. Einige Hinterbliebene haben aber später geklagt und glauben an Absicht. Die US-Regierung sprach seinerzeit von einem versehentlichen Abschuss.
Jahrestag des Flugzeugsabschusses über Teheran – Hinterbliebene schließen menschliches Versagen ausQuelle: AFP © MIZAN NEWS AGENCY

In der ukrainischen Passagiermaschine Boeing 737-800, die am 8. Januar 2020 beim Start vom internationalen Flughafen Imam Khomeini in Teheran von zwei Luftabwehrraketen der Iranischen Revolutionsgarden abgeschossen wurde, befanden sich 176 Menschen an Bord, darunter 147 iranische Staatsangehörige, 63 hatten zudem die kanadische Staatsbürgerschaft. Alle kamen ums Leben. Nachforschungen der iranischen Regierung ergaben, dass eine Panne in der militärischen Kommunikations- und Befehlskette zu dem fatalen Fehler führte.

Irrtümlicherweise habe man diese für einen US-amerikanischen Marschflugkörper gehalten. Im November letzten Jahres wurde ein umstrittenes und zum Teil politisch motiviertes Militärtribunal ins Leben gerufen, welches sich mit den Klagen einiger Hinterbliebener befassen soll. Verurteilungen blieben bislang aus.

Der Anwalt Mahmoud Aalizade Tabatabaeie vertritt die Kläger, die das eingerichtete Militärtribunal nur als Ablenkungsmanöver der Regierung sehen. Insgesamt zehn iranische Militärangehörige sind angeklagt. Alle jedoch, so bedauert der Anwalt, seien bislang auf freiem Fuß. Sechs Opferfamilien wurden in Kanada 107 Millionen kanadische Dollar zugesprochen. Dieses soll aus den Beständen iranischen Vermögens aus Kanada und anderen Ländern gezahlt werden. Das kanadische Gericht kam zu dem Ergebnis, es handle sich um einen "Terrorakt".

Gedenken zum Jahrestag

Angesichts des Jahrestages sollen sich auf dem Teheraner Flughafen einige Hinterbliebene und Angehörige zusammengefunden haben. Mohsen Asadi-Lari, ehemaliger hochrangiger Beamter des Gesundheitsministeriums und dessen Frau Zahra Majd verloren beide Kinder beim Abschuss des Passagierflugzeugs. Die Eltern der beiden Opfer behaupten, dass das Passagierflugzeug als "menschliches Schutzschild" missbraucht worden sei. Dabei liegen sie jedoch keine glaubwürdige Beweise für diese Behauptung vor. Damit habe man verhindert, dass die USA einen iranischen Raketenangriff auf US-Stützpunkte im Jahr 2020 vergelten, behauptete der Vater gegenüber der von Saudi-Arabien geförderten Nachrichtseite Iran International: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sie das Flugzeug als menschliches Schutzschild benutzt haben. Ich will ganz offen sein (...). Sie wollten es wahrscheinlich zum Absturz bringen und die Schuld auf die USA schieben."

Als angeblicher "Beweis" sieht er Äußerungen von Beamten der Revolutionsgarde (IRGC). Diese hätten zugegeben, dass eine militärische Konfrontation mit den USA realistisch werden könnte, wenn das Flugzeug nicht abgeschossen würde.

Erst am 3. Januar hatten die USA den iranischen IRGC-Befehlshaber der Kuds-Einheit Generalmajor Qassem Soleimani im Irak mit einer Drohne gezielt ermordet. Daraufhin griff Teheran US-Ziele im Irak an, um die Ermordung von der iranischen Ikone zu vergelten. Die IRGC rechnete bereits mit Vergeltungsmaßnahmen Washingtons. Der Luftraum aber blieb wegen des Versagens der damaligen iranischen Regierung weiterhin geöffnet. 

Nach dem Absturz des ukrainischen Passagierflugzeugs über Teheran rückte seinerzeit in den USA der Verdacht eines versehentlichen Abschusses durch eine iranische Rakete in den Vordergrund. Nicht namentlich genannte US-Regierungsvertreter hatten unter Berufung auf Satellitenbilder erklärt, die US-Regierung sei sicher, dass die Boeing durch eine iranische Rakete abgeschossen worden sei. Es habe sich "sehr wahrscheinlich" um ein Versehen der iranischen Luftabwehr gehandelt.

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