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Moskau: Werden uns revanchieren, wenn USA die Familien von Diplomaten ausschließen

Unter der Verschlechterung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington hat auch der bilaterale Botschaftsdienst gelitten. Die Entscheidung der USA, den Familien dutzender russischer Diplomaten neue Visa zu verweigern, werde mit Vergeltungsmaßnahmen beantwortet, so Moskau.
Moskau: Werden uns revanchieren, wenn USA die Familien von Diplomaten ausschließenQuelle: Reuters © Joshua Roberts

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte der russische stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow am Montag, dass die Weigerung Washingtons, den Ehepartnern und Kindern von Diplomaten den Aufenthalt zu gestatten, ein Schritt sei, der die Vertreter Moskaus faktisch aus dem Land dränge. Er betonte:

"Wir werden darauf reagieren und wir haben die US-Amerikaner gewarnt, dass wir nicht untätig bleiben können, um einen weiteren Abbau unseres Personals zu verhindern."

Zuvor hatte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow bekannt gegeben, dass Washington den Familien von 27 russischen Diplomaten die Visa-Akkreditierung verweigert habe, sodass diese das Land bis zum 30. Januar verlassen müssten. Moskau teilte außerdem mit, dass weitere 28 Diplomaten bis zum 30. Juni das Land zu verlassen haben, sodass bis Mitte 2022 insgesamt 55 russische Diplomaten die Heimreise antreten müssten.

Der Streit über die Zahl der in beiden Ländern stationierten Diplomaten dauert schon seit einigen Jahren an. Letzten Monat sagte US-Präsident Joe Biden, dass das US-amerikanische Personal in Russland von 1.200 Beschäftigten Anfang 2017 auf 120 geschrumpft sei. Es sei schwierig, mit etwas Anderem als einer "Verwalterpräsenz" weiterzumachen. Washington hat auch die Schließung seiner Konsulate im größten Land der Welt angeordnet.

Anfang dieses Jahres stellte die US-Botschaft in Moskau die Bearbeitung nicht-diplomatischer Visa ein und bezeichnete russische Bürger als "heimatlose Staatsangehörige", die nun nur noch in Drittländern US-Visa beantragen können.

Moskau reagierte empört auf diese Entscheidung und erklärte:

"US-Diplomaten zerstören seit vielen Jahren das System der konsularischen Dienste in Russland. Sie haben ein technisches Verfahren, ein Routineverfahren für das 21. Jahrhundert, in eine wahre Hölle verwandelt."

Von offizieller Seite wurde auch die Frage gestellt, warum die USA eine große Zahl von Gesandten und ausländischem Personal benötigen würden, nur um Visa zu bearbeiten.

Biden traf sich im Juni mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu ihrem ersten Gipfeltreffen. Anschließend erörterten die beiden Länder die Normalisierung des Botschaftsdienstes. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, dass es keine Fortschritte gab, weil die USA versucht hätten, Russland unter Druck zu setzen, damit es den Bedingungen Washingtons zustimmt.

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