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Ukrainischer Außenminister warnt vor russischer Invasion: Option liegt "auf dem Tisch"

Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba spricht von einem möglichen Einmarsch Russlands in die Ukraine und verweist auf große Truppenkonzentrationen in der Nähe zur ukrainischen Grenze. Diese Option liege in Moskau "auf dem Tisch", so der Diplomat. Moskau hat solche Spekulationen bereits wiederholt zurückgewiesen.
Ukrainischer Außenminister warnt vor russischer Invasion: Option liegt "auf dem Tisch"Quelle: AFP © FRANCISCO SECO

Ukraines Außenminister Dmitri Kuleba hat im Vorfeld des NATO-Treffens in Lettland vor einem möglichen russischen Einmarsch in die Ukraine gewarnt. Ihm zufolge könnte Russland versuchen, die in der Zeit nach dem Kalten Krieg entstandene Sicherheitsarchitektur in Europa zu untergraben und die Grenzen gewaltsam neu zu ziehen, sagte der Außenminister am Montag. Die Ukraine und ihre Partner würden daran arbeiten, Russland davon abzuhalten, sich für eine "Invasion" zu entscheiden. Der richtige Weg sei ihm zufolge eine starke Eindämmungspolitik.

Laut Kuleba seien schätzungsweise 115.000 russische Soldaten nahe der Grenze zur Ukraine stationiert. "Die Lage sieht sehr düster aus", sagte der Minister in Kiew. An der Grenze, im Donbass und auf der Krim gebe es nach Angaben der ukrainischen Behörden viel Ausrüstung, die "nicht für die Verteidigung bestimmt" sei. Zudem betonte Kuleba, dass im Falle einer Invasion auch im Schwarzen Meer militärische Aktivitäten stattfinden würden. Daher sei das aggressive Verhalten Russlands nicht nur ein Problem für die Ukraine, sondern auch für ihre Nachbarn und Partner.

In einem Text, der am Montag von der ukrainischen Botschaft in Lettland veröffentlicht wurde, heißt es, dass Russland "die Invasion als eine der Alternativen" betrachte. Es gebe zwar keine Beweise dafür, aber diese Option liege "auf dem Tisch".

Moskau hatte solche Sorgen wiederholt zurückgewiesen. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zuletzt von "gezielt gestreuten Desinformationen" gesprochen. Russland verlege seine Truppen innerhalb seines Landes und nach eigenem Ermessen. Das sollte niemanden beunruhigen. Aus dem russischen Außenministerium hieß es, dass Äußerungen des Westens über eine "russische Aggression" und Angebote Kiew dabei zu helfen, sich dagegen zur Wehr zu setzen, lustig und zugleich gefährlich seien.

Auch der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, betonte: Falls es in der Ukraine "verzweifelte Köpfe" geben sollte, die versuchen wollen, die Stärke der russischen Verteidigung zu testen, in der Hoffnung, dass Moskau aus Angst vor dem NATO-Potenzial nicht reagiere, sei dies eine Irrglaube. "Ich möchte sagen und unmissverständlich hervorheben: Das ist eine sehr gefährliche Täuschung", erklärte der Diplomat vergangenen Samstag.

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