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Obama fordert Dringlichkeit beim Klimaschutz, verschweigt aber CO2-Fußabdruck seiner Bombenangriffe

Ex-Präsident Barack Obama hat auf der COP26 versucht, seinen politischen Konkurrenten die Leviten zu lesen, während er den Klimawandel anprangerte. Kritiker warfen ihm vor, dem Planeten mit Bombenangriffen und einem verschwenderischen Lebensstil Schaden zugefügt zu haben.

"Einige unserer Fortschritte gerieten ins Stocken, als mein Nachfolger beschloss, in seinem ersten Amtsjahr einseitig aus dem Pariser Abkommen auszusteigen", verkündete der ehemalige US-Präsident Barack Obama am Montag auf dem UN-Klimagipfel in Glasgow, Schottland. Er fügte hinzu:

"Darüber war ich nicht sehr glücklich."

Er beschuldigte seinen Nachfolger Donald Trump der "aktiven Feindseligkeit" gegen die Klimawissenschaft und behauptete, dass es den USA während dessen vierjährigen Amtszeit an Führung fehlte.

Twitter-Nutzer wiesen jedoch darauf hin, dass Obamas eigene Bilanz in Sachen Klimawandel durch militärische Interventionen rund um den Globus und andere Sünden gegen die Menschheit und die Umwelt befleckt ist. Ein Kommentator schrieb:

"Der Fortschritt wurde nicht durch Trump abgewürgt."

"Er wurde abgewürgt, als die Obama-Regierung in ihrem letzten Jahr im Weißen Haus 26.171 Bomben abwarf... Wie gut war das für das Klima?"

RT-Moderator Afshin Rattansi vertrat eine ähnliche Ansicht und fragte:

"Wie hoch waren die Emissionen fossiler Brennstoffe, die durch Obamas Zerstörung von Afrikas reichstem Pro-Kopf-Land Libyen in die Atmosphäre gelangt sind?"

Das US-Militär ist laut einer Studie der Brown University aus dem Jahr 2019 der weltweit größte institutionelle Emittent von Treibhausgasen. Wäre das Pentagon eine Nation, würden seine Emissionen sogar die von rund 140 Ländern übersteigen, darunter Schweden, Dänemark und Portugal. Von 2001 bis 2018 verursachten die Kriege und militärische Interventionen der USA schätzungsweise 1,27 Milliarden Tonnen an Treibhausgasen.

Andere Beobachter wiesen darauf hin, dass Obama wie viele andere Staats- und Regierungschefs alarmistische Aussagen über den Klimawandel gemacht habe, während er es versäumt hatte, Lebensstilentscheidungen zu treffen, die mit seiner Rhetorik übereinstimmen. So hat er beispielsweise trotz der Warnung, dass der steigende Meeresspiegel ganze Gemeinden zu verschlingen droht, im Jahr 2019 eine 11,75 Millionen US-Dollar teure Villa am Meer auf Martha's Vineyard gekauft. Und wie viele andere Würdenträger der COP26 fliegt auch der ehemalige US-Präsident in einem Privatjet und feiert auf Privatjachten.

Obama folgte dem Beispiel des amtierenden US-Präsidenten Joe Biden, der seine COP26-Rede in der vergangenen Woche nutzte, um sich für Trumps Entscheidung zu entschuldigen, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Biden erklärte, sein Vorgänger habe die USA mit dem Ausstieg aus dem Abkommen "hinters Licht geführt".

Obamas Kritik war jedoch nicht auf Trump beschränkt. Er kritisierte auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping dafür, nicht an der COP26 teilgenommen zu haben. Er warf Russland und China vor, in Klimafragen einen "gefährlichen Mangel an Dringlichkeit" an den Tag zu legen. Und das, obwohl die meisten Staats- und Regierungschefs der Welt sich einig seien, dass die globale COVID-19-Pandemie noch immer andauert und dass Massenveranstaltungen möglichst vermieden werden sollten.

Während Biden und der US-Klimabeauftragte John Kerry hofften, mit dem ungewöhnlichen Schritt, einen ehemaligen US-Präsidenten als Redner für eine solche Veranstaltung zu gewinnen, das Image der USA in Sachen Klimawandel aufzupolieren, kommt die Frage auf, wie viel politischen Einfluss Obama heute noch hat. Er warb erfolglos für den Gouverneurskandidaten von Virginia, Terry McAuliffe, der vergangene Woche die Wahl verlor. Auch Obamas Versuch, den Brexit in Großbritannien zu verhindern, ging im Jahr 2016 nach hinten los.

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