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Elon Musk könnte Millionen Menschen vor dem Hungertod retten – mit einem Bruchteil seines Vermögens

Laut dem Direktor des Welternährungsprogramms sind 42 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht. Ein Bruchteil des Vermögens von Elon Musk könnte ihr Leben retten. Doch obwohl dieser von öffentlichen Geldern profitiert, möchte er keine Abgaben zahlen.
Elon Musk könnte Millionen Menschen vor dem Hungertod retten – mit einem Bruchteil seines Vermögens© Aleksei Bychkow/ Global Look Press

Es klingt wie eine abgedroschene Phrase, hat aber in der Realität fatale Auswirkungen: Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer. Seit Beginn der COVID-19-Pandemie hat sich das Vermögen der US-amerikanischen Milliardäre fast verdoppelt. Es lag im Oktober bei 5,04 Billionen Dollar, berichtet CNN unter Berufung auf Rechnungen der Gruppen Institute for Policy Studies und Americans for Tax Fairness. Gleichzeitig sind weltweit Millionen Menschen von Hunger bedroht.

Das renommierte Wirtschaftsmagazin Forbes kürte just in dieser Woche Tesla-Gründer Elon Musk zur reichsten Person der Weltgeschichte. Mit seinem Vermögen von 255 Milliarden US-Dollar ist Musk reicher als jeder andere Milliardär, den das Magazin je erfasste. Auch Jeff Bezos hat während der Pandemie massiv und zudem durch von Gewerkschaften stark kritisierte Geschäftsmodelle profitiert. Gleichzeitig sind weltweit Millionen Menschen von Hunger bedroht, eine Notlage, die sich ebenfalls durch die Pandemie verschärfte.

Aufgrund dieser enormen Diskrepanz zwischen sehr reichen und lebensbedrohlich armen Menschen könnte bereits eine sehr kleine Gruppe sehr wohlhabender Personen mit einem Bruchteil ihres Nettovermögens dazu beitragen, den Hunger auf der Welt zu bekämpfen, meint David Beasley, Direktor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen.

Bereits jetzt seien 42 Millionen Menschen in 43 Ländern von einer Hungersnot bedroht. Sechs Milliarden Dollar, ein Bruchteil des Reichtums der Milliardäre, könnte demnach 42 Millionen Menschen helfen, die andernfalls sterben werden.

In Äthiopien, Burkina Faso, dem Südsudan, dem Jemen, Tschad und Nigeria ist der Hunger groß. In Madagaskar sind die Menschen unter anderem durch eine extreme Dürre von Durst und Hunger betroffen. Laut Hilfsorganisationen essen Menschen Lehm und Blätter, einige erwägen Suizid als Ausweg. 1,14 Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittelnothilfe angewiesen, rund 135.500 Kinder sind akut unterernährt.

Im Jemen leidet bereits seit Längerem etwa die Hälfte der rund 30 Millionen Einwohner unter Hunger. Auch in Afghanistan könnte laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und dem Welternährungsprogramm (WFP) eine Rekordzahl von 22,8 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Einwohner, schon im November von Ernährungsunsicherheit betroffen sein.

Da die Budgets der Staaten gleichzeitig überlastet seien, müssten Milliardäre "einmalig einspringen", forderte Beasley.

In der CNN-Sendung Connect the World, die am Dienstag ausgestrahlt wurde, betonte er, dass dies eine besondere Krisensituation sei, "ein perfekter Sturm", und dass die Milliardäre nicht mehrfach, sondern einmalig gefragt seien. Insbesondere die beiden reichsten Männer der Welt, Bezos und Musk, sieht der Republikaner in der Pflicht.

Laut Bloomberg besitzt Tesla-Chef Musk ein Nettovermögen von fast 289 Milliarden Dollar. Die Summe gegen den Hungertod von Millionen Menschen mache demnach gerade einmal zwei Prozent seines Vermögens aus.

Nachdem die Tesla-Aktie und somit das Vermögen Musks in dieser Woche durch eine milliardenschwere Großbestellung des Autovermieters Hertz sprunghaft weiter angestiegen war, schrieb Beasley auf Twitter, dass ein Sechstel des Tagesgewinns bereits helfen würde:

"36 Milliarden Dollar an einem Tag – @elonmusk Vermögenserhöhung durch einen @Tesla / @Hertz Deal. Herzlichen Glückwunsch, Elon! 1/6 Ihres Tagesgewinns würde 42 Millionen Menschenleben retten, die an die Tür der Hungersnot klopfen. Eine nie dagewesene Krise. Noch nie dagewesener Reichtum. Helfen Sie!!!"

Doch zeigte der Tesla-Chef, der gern öffentliche Gelder zur Subvention seiner Unternehmungen in Anspruch nimmt – auch in Deutschland – gerade erst wieder in den USA, was er davon hält, einen Anteil seiner Milliardengewinne an die Allgemeinheit zurückzuführen.

Über einen Vorschlag des Senators Ron Wyden, wonach im Rahmen des Build Back Better Act soziale Ausgaben durch Einnahmen auch von Milliardären finanziert werden sollten, empörte sich Musk öffentlich. Superreiche sollten demnach mit einer Steuer belegt werden. Betroffen wären 700 Steuerzahler mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde US-Dollar oder einem Einkommen von mehr als 100 Millionen Dollar in drei aufeinanderfolgenden Jahren.

Frank Clemente, Geschäftsführer von Americans for Tax Fairness, befürwortete den Vorschlag, mit dem für Milliardäre Einkommen aus Vermögen wie Einkommen aus Arbeit zu Steuern anfielen, nachdem Amerikas Milliardäre in den letzten Jahren keine Einkommenssteuer gezahlt haben.

Noch bevor die Debatten darüber, was genau mit den höheren Einnahmen finanziert werden soll, abgeschlossen waren, twitterte Musk abfällig und an die Allgemeinheit gerichtet, dass der Staat zu viel Geld von ihnen fordere.

Doch auch andere Millionäre meldeten sich zu Wort und konterten, dass "Millionen von hart arbeitenden Menschen jeden Tag ihren Beitrag für das Land leisten", während ausgerechnet "'Technokings' wie Elon Musk sich ihrer grundlegenden Verantwortung entziehen":

"Elon Musk wurde mit einem Smaragdlöffel im Mund [Musks Vater soll die Hälfte einer Smaragdmine in Sambia gehört haben, Anm. d. Red.] geboren, und als er mehr Geld für seine verschiedenen Pläne brauchte, wandte er sich an die US-Steuerzahler für Milliarden von Dollar an Subventionen und direkten Zuwendungen", so Erica Payne, Präsidentin und Gründerin von Patriotic Millionaires, einer Koalition wohlhabender US-Amerikaner, die eine höhere Besteuerung befürworten, um das Wohlstandsgefälle zu verringern.

Die drei Unternehmen des Milliardärs – Tesla, SolarCity Corp. und SpaceX – erhielten 2015 beinahe fünf Milliarden US-Dollar an öffentlichen Mitteln in Form von Subventionen und direkten Zuschüssen des Finanzministeriums, wie das Magazin Common Dreams angibt.

Darüber hinaus gibt Payne zu bedenken, dass Musk außerdem auf Arbeitskräfte setzt, "die mit öffentlichen Steuergeldern ausgebildet wurden, sowie auf eine physische, rechtliche und wirtschaftliche Infrastruktur, die von den amerikanischen Steuerzahlern aufgebaut, gewartet und bezahlt wird".

"Es ist schade, dass wir Egos nicht besteuern können", spöttelte sie. "Wir könnten die gesamten Bundesschulden mit einer winzigen Steuer auf die übertriebene Selbsteinschätzung dieses Mannes abbezahlen."

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