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"Art von COVID-Normalität": Australien erschwert Ungeimpften das Einkaufen

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie versucht Australien, durch strenge Lockdowns und Abschottung des Landes das Coronavirus auszumerzen. Restriktive Maßnahmen werden inzwischen gelockert, da nun auf die Impfung gesetzt wird. Doch für Ungeimpfte sind auch bei einer hohen Impfquote Auflagen geplant.
"Art von COVID-Normalität": Australien erschwert Ungeimpften das EinkaufenQuelle: Reuters © Sandra Sanders

In Australien sind mittlerweile mehr als 70 Prozent der Bürger ab 16 Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der Gesundheitsberater der Regierung, Paul Kelly, erklärte diesbezüglich vor wenigen Tagen:

"Das ermöglicht es uns zu überlegen, was wir sonst noch tun können, um hier in Australien zu einer Art von COVID-Normalität zurückzukehren."

Was dies genau bedeutet, wurde in den vergangenen Tagen klarer. Ungeimpfte werden in Australien immer mehr an den Rand gedrängt. Restriktive Maßnahmen, die bereits bei wenigen positiven Corona-Befunden eingeführt wurden, werden schrittweise gelockert.

So dürfen die Menschen im Großraum Melbourne, wo bislang mit zusammengezählt 262 Tagen der bisher längste Lockdown der Welt verhängt wurde, wieder zehn Gäste in ihren Häusern empfangen. Zuvor war kein Besuch gestattet. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben, Gaststätten dürfen wieder öffnen – jedoch unter strikten Regeln.

Einen Sitzplatz in einem Restaurant oder Café bekommen lediglich vollständig geimpfte Besucher. Wenn der Impfstatus nicht kontrolliert wird, können die Lokale nur Speisen zum Mitnehmen anbieten. Auch Friseure und Schönheitssalons dürfen nur Menschen empfangen, die bereits beide Dosen eines Corona-Vakzins verabreicht bekommen haben. Zu Sportveranstaltungen haben Ungeimpfte ebenso keinen Zutritt. 

Die strenge Maskenpflicht im australischen Bundesstaat Victoria bleibt ebenfalls bestehen, sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich. Alle Personen ab 12 Jahren müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie die Wohnung verlassen. Im Einzelhandel wie etwa in Einkaufszentren oder Supermärkten sieht die Regel sogar vor, dass die Maske auch nicht zum Essen oder Trinken abgenommen werden darf.

Künftig dürfte das Einkaufen vor allem für Ungeimpfte noch schwieriger werden. In der Metropole Melbourne und dem Rest des Bundesstaats Victoria gilt künftig: Sobald dort 90 Prozent der Bürger vollständig geimpft sind, dürfen Ungeimpfte nur noch Geschäfte betreten, die unverzichtbar fürs tägliche Leben sind. Dazu zählen etwa Supermärkte und Drogerien. Der COVID-19-Beauftragte der Region, Jeroen Weimar, erklärte am Mittwoch, es werde aber noch einige Wochen dauern, bis diese Regel in Kraft trete. Den Plänen der Regierung zufolge soll am 24. November die Impfquote von 90 Prozent erreicht sein. Weimar führte an: 

"Wir senden ein sehr klares Signal aus, das besagt, dass Sie sich impfen lassen müssen, wenn Sie demnächst noch in solchen Einzelhandelsgeschäften verkehren wollen."

Auch beim Thema Reisen müssen die Ungeimpften außen vor bleiben. Die Grenzen des Landes sollen zwar langsam wieder geöffnet werden, doch zunächst sollen vollständig geimpfte australische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Australien wieder freier reisen dürfen. Danach sollen schrittweise auch wieder die Grenzen des Landes für Touristen öffnen. Doch da wird es ebenfalls eine klare Auflage für die ausländischen Gäste geben: eine vollständige Impfung als Voraussetzung für die Einreise. Nur in Ausnahmefällen – mit einer entsprechenden Genehmigung und mit anschließender zweiwöchiger Quarantäne – würde den Ungeimpften die Einreise gewährt.

Zuletzt gab es Diskussionen darüber, ob etwa ungeimpfte Tennisprofis, die im kommenden Januar an den Australian Open in Melbourne teilnehmen wollen, überhaupt ins Land dürfen. Premierminister Scott Morrison deutete jüngst an, dass man dies den nicht geimpften Spielern nach einer zweiwöchigen Quarantäne ermöglichen könnte, sofern der Bundesstaat Victoria, der das Turnier in Melbourne ausrichtet, eine Genehmigung für sie beantragt. Doch der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, scheint sich dem widersetzen zu wollen. Andrews erklärte vor den Reportern:

"Im Namen aller geimpften Spieler in Victoria, die das Richtige getan haben, wird meine Regierung keine Ausnahmegenehmigung für nicht geimpfte Spieler beantragen."

In dem Bundesstaat gilt für alle Profisportler eine Impfpflicht, die Trainer, Sportfunktionäre, Sportberichterstatter und auch jegliches andere Personal umfasst, das an den Sportveranstaltungen beteiligt ist.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie sind die Grenzen Australiens seit 18 Monaten faktisch abgeriegelt. 

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