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"Die beste Nachricht seit langer, langer Zeit" - Weitere Helfer Snowdens erhalten Asyl in Kanada

Kanada hat zugestimmt, einer Familie aus Sri Lanka eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen, die dem NSA-Whistleblower Edward Snowden Gastfreundschaft gewährte, als dieser nach Hongkong reiste, um brisantes Material über den US-Geheimdienst an Journalisten weiterzugeben.
"Die beste Nachricht seit langer, langer Zeit" - Weitere Helfer Snowdens erhalten Asyl in KanadaQuelle: AFP © ISAAC LAWRENCE / AFP

Kanada hat vier Personen Asyl gewährt, die den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden in ihrer winzigen Wohnung in Hongkong versteckt hatten, als er auf der Flucht war. Mithilfe der Organisation For the Refugees können Supun Thilina Kellapatha, Nadeeka Dilrukshi Nonis und die Kinder Sethumdi und Dinath ein neues Leben in Sicherheit in Montreal beginnen. Ursprünglich aus Sri Lanka drohte ihnen die Abschiebung aus Hongkong, nachdem ihre Asylanträge abgewiesen wurden.


Schon 2019 hatte die Organisation, die durch private Spenden finanziert wird, zwei anderen "Schutzengeln" des berühmten Whistleblowers geholfen, aus der ehemaligen britischen Kronkolonie zu entkommen: Vanessa Rodel und ihre Tochter Keana, die ursprünglich von den Philippinen stammen, damals aber in Hongkong lebten. In Hongkong zurückgeblieben ist bisher jedoch Ajith Pushpakumara, dessen "Sicherheit immer noch gefährdet ist", so die Organisation For the Refugees, die Kanada bat, seinen Asylantrag zu beschleunigen.

"Wir sind mit dem Endergebnis zufrieden - zumindest für sechs der sieben Flüchtlinge", sagte Marc-Andre Seguin, Präsident von For the Refugees, gegenüber AFP. "Obwohl wir die Ankunft und den Beginn eines neuen Kapitels im Leben dieser vierköpfigen Familie begrüßen, können wir nicht ignorieren, dass Ajith zurückgeblieben ist", sagte er. "Wir fordern, dass Kanada [erneut] das Richtige tut und den letzten von Snowdens Schutzengeln aufnimmt, bevor es zu spät ist."

Die Anträge im Namen aller sieben Flüchtlinge waren im Januar 2017 eingereicht worden. Die vier Erwachsenen sind alle vor Verfolgung in ihren Heimatländern geflohen. Sie beantragten Asyl in Hongkong, aber ihre Anträge wurden alle mehrere Monate nach der Beantragung der kanadischen Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt. Laut ihren Anwälten kann dies aus Vergeltung für die Hilfe, die sie dem US-Flüchtling geboten haben, entschieden worden sein.

Auch Edward Snowden begrüßte die Entwicklung, verwies jedoch ebenfalls auf die
weitere Person, die noch in Hong Kong ausharrt "Das ist die beste Nachricht, die ich seit langer, langer Zeit gehört habe", schrieb er auf Twitter. "Wir müssen noch einen nach Hause bringen, bevor wir sagen können, dass wir fertig sind."
Snowden versteckte sich 2013 zwei Wochen lang vor möglichen Verfolgern an verschiedenen Orten in einem Armenviertel von Kowloon Walled City in Hong Kong. Die Unterkünfte von Asylbewerbern waren ideale Orte, um sich zu verstecken, da die Behörden ihnen kaum Beachtung schenken.

Doch das Leben seiner großzügigen Gastgeber wurde auf den Kopf gestellt, nachdem ihr westlicher Gast zu einem weltberühmten Flüchtling vor der US-Regierung wurde. Ihre Rolle in Snowdens Flucht wurde der Öffentlichkeit erst 2016 in dem Oliver Stone-Film über Snowden bekannt. Snowden, der sich weiterhin im Exil in Russland befindet, hatte schon früher betont, wie sehr diese Menschen ihm Hilfe bten, als er sie selbst auf seiner Flucht benötigte:

"Obwohl ihre Mittel begrenzt waren - Supun, Nadeeka, Vanessa und zwei kleine Mädchen lebten in einer bröckeligen, beengten Wohnung, die kleiner war als mein Zimmer im Mira - teilten sie alles, was sie hatten, mit mir, und sie teilten es bedingungslos."

Angesichts des Asyls in Kanada sagte Snowden zu Radio Kanada: "Sie haben ihre Türen für mich geöffnet". Bei Twitter schrieb er: "Vielen Dank an alle, die dies in Kanada und auf der ganzen Welt möglich gemacht haben. Nach so vielen Jahren ist die erste Familie, die mir geholfen hat, frei und hat eine Zukunft. Aber die Arbeit ist noch nicht zu Ende - mit Solidarität und Mitgefühl kann Kanada sie alle retten."

Snowden selbst genießt weiter politisches Asyl in Russland. Er war dort gestrandet, nachdem die USA ihm den Reisepass entzogen hatten, als er von Hongkong über Moskau nach Lateinamerika fliegen wollte. Er wählte Hongkong als Ort für die Weitergabe von Materialien, welche illegale Massenüberwachungsprogramme der USA enthüllten, weil die Stadt für ihn ein "Symbol des demokratischen Widerstands" gegen die Autokratie Pekings war, so Glenn Greenwald, einer der Reporter, mit denen er sich dort traf.
Nachdem er seine Arbeit mit den Journalisten im Mira-Hotel beendet hatte, tauchte Snowden bei den Asylbewerbern unter. Seine Gastgeber sagten, dass sie den Amerikaner als einen anderen Flüchtling betrachteten, der Sicherheit suchte. Die Identitäten und Rollen, die sie in Snowdens Leben spielten, wurden 2016 erstmals öffentlich gemacht.

Auf die Frage, ob sich das Gewähren von Asyl in diesen Fällen negativ auf die Beziehungen zu den USA auswirken könne, sagte die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland, die Entscheidungen würden von Fall zu Fall getroffen und nicht entsprechend "geopolitischer Beziehungen".

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