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Wegen vermeintlicher Steuerhinterziehung: US-Behörden nehmen Novatek-Vizechef fest

Die US-Behörden werfen dem Vizechef des russischen Gaskonzerns Novatek Steuerhinterziehung in Höhe von 93 Millionen Dollar vor. Die Festnahme des Managers führte zu Kursverlusten des Unternehmens an der Börse. Moskau meldet Kooperationsbereitschaft zur Aufklärung des Falls.
Wegen vermeintlicher Steuerhinterziehung: US-Behörden nehmen Novatek-Vizechef festQuelle: Reuters © Sergei Karpukhin/File Photo

Bei dem Festgenommenen soll es sich um den für Finanzen verantwortlichen Novatek-Manager Mark Gyetvay handeln. Gyetvay ist Doppelstaatler und besitzt die US- wie auch die russische Staatsbürgerschaft. Geboren in den USA, zog er 1995 nach Russland, wo er die russische Staatsbürgerschaft erhielt. In den USA hat er eine Zulassung als Wirtschaftsprüfer.

Novatek ist ein nicht staatliches russisches Unternehmen. Im Jahr 2017 nahm es Yamal LNG in Betrieb – die erste Anlage für verflüssigtes Erdgas in der Arktis. Das Unternehmen konnte hierfür Investitionen aus Frankreich und China sichern. Damit forderte es das staatliche Unternehmen Gazprom heraus. Derzeit betreibt es zwei Anlagen. Eine dritte und vierte Anlage befinden sich in der Planung.

Insgesamt 93 Millionen Dollar habe der Vizechef des Gaskonzerns auf Offshore-Konten gelagert, so der Vorwurf der US-Behörden. Die Steuerhinterziehung fand nach Ansicht der US-Amerikaner im Zeitraum zwischen 2005 und 2016 statt. Sein Eigentum an den Konten soll er versucht haben zu verschleiern, indem er unter anderem seine damalige russische Ehefrau als Eigentümerin der Konten angab. US-Steuererklärungen sollen zudem nicht fristgerecht eingereicht worden sein. 

Die russische Regierung ließ über ihren Sprecher Dmitri Peskow bekannt geben, dass sie in dem Fall assistieren, aber nicht eingreifen werde:

"Diese Person ist auch Bürger der Russischen Föderation, hat also, wenn ich es richtig verstehe, die doppelte Staatsbürgerschaft. Natürlich sind wir an ihrer Zukunft und den Umständen des Falles interessiert."

Eine Stellungnahme des Unternehmens gab es bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Gyetvay droht eine lange Haftstrafe in den USA.

Die Aktie des Unternehmens reagierte auf die Nachricht der Festnahme mit Verlusten, denn der Vizechef spielte eine strategisch wichtige Rolle in der Zukunftsplanung des Unternehmens und sorgte für gute Beziehungen zwischen Unternehmen und Anlegern. 

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