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UNICEF schlägt Alarm: Mehrheit der Kleinkinder in Entwicklungsländern ist unterernährt

Im letzten Jahrzehnt gab es keine Fortschritte, welche das Problem der Unterernährung bei Kleinkindern in Entwicklungsländern gelöst hätten. Das beklagt UNICEF. In vielen dieser Länder würde nur ein Drittel der Kinder unter zwei Jahren ausreichend ernährt. Schuld daran seien auch Pandemie und Klimakrise.
UNICEF schlägt Alarm: Mehrheit der Kleinkinder in Entwicklungsländern ist unterernährtQuelle: AP © Hani Mohammed

Laut UNICEF sind 91 Entwicklungsländer am meisten von Unterernährung betroffen. Die Hälfte der Kinder zwischen einem halben und zwei Jahren erhält in diesen Ländern nicht die Mahlzeiten, die für ein gesundes Wachstum notwendig wären. Rund 11 Millionen Kleinkinder sind von Auszehrung bedroht. Die Mangelernährung hat neben gesundheitlichen Problemen auch Auswirkungen auf die spätere schulische Ausbildung der Kinder.

Jenny Vaughan, die leitende politische Beraterin für Kindergesundheit bei UNICEF UK in Großbritannien, mahnt: 

"Millionen von Kindern auf der ganzen Welt sind von den lebensbedrohlichen Folgen einer schlechten Ernährung betroffen. Wenn die britische Regierung 600 Millionen Pfund investiert, um in den nächsten fünf Jahren 50 Millionen Kinder mit ernährungsrelevanten Programmen zu erreichen, würde sie einen bedeutenden Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten und Millionen von Kindern auf den Weg in eine gesündere und bessere Zukunft bringen."

Die Abhängigkeit von Lebensmitteln habe auch in abgelegenen Gegenden der Welt zugenommen. Schließlich seien immer weniger Familien Selbstversorger. Auf dem afrikanischen Kontinent erhalten weniger als ein Viertel der Kleinsten ausreichend Nahrung. In Lateinamerika und in der Karibik sind es zwar immerhin 62 Prozent. In Südasien bekommen aber gerade einmal 19 Prozent genug zu Essen.

Die Organisation warnt, dass eine Million Kinder in Afghanistan von akutem Hunger bedroht sind. Rund zehn Millionen Kinder sind in dem Land auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen. Nach der Machtübernahme der Taliban wurden die Programme der Hilfsorganisationen unterbrochen.

In den Gebieten des Tigray-Konflikts in Äthiopien sind Erwachsene und Kinder gezwungen, oft tagelang nur grüne Blätter zu essen. Hilfsorganisationen berichten, dass es in jedem dieser 20 Gebiete Hungertote gebe.

Nach Angaben von UNICEF haben die internationalen Partner für die am stärksten gefährdeten Länder bis April dieses Jahres 30 Milliarden US-Dollar zur Bewältigung der Pandemie ausgegeben. Im vorigen Jahr waren es 8,5 Milliarden US-Dollar weniger. Dennoch reichten diese Beträge für die Bekämpfung des Hungers bei weitem nicht aus.

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