International

Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach Cyberangriffen auf Bundestagsabgeordnete

Nachdem mehrere deutsche Abgeordnete das Ziel von Cyberangriffen wurden, ermittelt nun der Generalbundesanwalt. Die Bundesregierung behauptet, dass der russische Militärnachrichtendienst GRU für die Angriffe verantwortlich sei. Moskau dementiert.
Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach Cyberangriffen auf BundestagsabgeordneteQuelle: www.globallookpress.com © Thomas Trutschel/photothek.net

Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe der Nachrichtenagentur dpa sagte, wurden aufgrund der Cyberattacken auf mehrere deutsche Politiker Ermittlungen wegen des Verdachts auf geheimdienstliche Agententätigkeiten eingeleitet. Dabei geht es um Cyberangriffe, hinter denen die Hackergruppe Ghost Writer stecken soll. Mehrere Medien wie der Spiegel und der WDR hatten zuvor über die Aufnahme der Ermittlungen berichtet.

Die Bundesregierung behauptet, dass der russische Militärnachrichtendienst GRU hinter der Cyberattacke steckt. Am Montag hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass der Bundesregierung "verlässliche Erkenntnisse vorliegen, aufgrund derer die Ghostwriter-Aktivitäten Cyberakteuren des russischen Staats und konkret dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeordnet werden können". Man habe die russische Regierung aufgefordert, die "unzulässigen Cyberattacken mit sofortiger Wirkung einzustellen". Konkrete Belege für die Vorwürfe wurden bisher jedoch nicht präsentiert.

Die Sicherheitsbehörden hatten den Bundestag in diesem Jahr bereits drei Mal über Cyberangriffe durch ausländische Nachrichtendienste auf deutsche Parlamentarier informiert. Zuletzt sollen mehrere Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion und der SPD betroffen gewesen sein. Den Vorwürfen der Bundesregierung zufolge hat die Hackergruppe versucht, durch Phishing-Angriffe an "persönliche Anmeldedaten insbesondere von Bundestags- und Landtagsabgeordneten" zu gelangen. Mit den Attacken hätte man die Abgeordneten mit persönlichen oder intimen Informationen erpressen oder eine Desinformationskampagne in Verbindung mit der anstehenden Bundestagswahl vorbereiten können, so die Vorwürfe der Bundesregierung.

Russlands Außenministerium hat die Vorwürfe der deutschen Bundesregierung zurückgewiesen. Ministeriumssprecherin Maria Sacharow erklärte:

"Unsere Partner in Deutschland haben keine Beweise für eine Beteiligung der Russischen Föderation an diesen Attacken vorgelegt."

Auch aus den Vereinigten Staaten habe es in der Vergangenheit derartige grundlose Anschuldigungen gegeben. Der Ministeriumssprecherin zufolge handelt es sich um eine weitere Kampagne gegen Russland.

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