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Elektrofahrzeuge: Deutsche Zulieferer planen einen geordneten Übergang – Druck aus Asien

Deutsche Zulieferer für die Automobilwirtschaft rechnen fest mit einem Umstieg auf Elektroantrieb und richten darauf ihre Investitionen aus. Viele von ihnen gehen davon aus, dass auch Brennstoffzellen und synthetische Kraftstoffe in Zukunft zum technologischen Standard gehören werden. Starke Konkurrenz gibt es aus Asien.
Elektrofahrzeuge: Deutsche Zulieferer planen einen geordneten Übergang – Druck aus AsienQuelle: www.globallookpress.com © Bernd Feil/M.i.S.

Die Mehrzahl der Automobilzulieferer in Deutschland geht davon aus, dass sich der Elektroantrieb in der Automobilität durchsetzen wird. Mehr als 80 Prozent haben mit nötigen Umstellungen bereits begonnen. Nur zehn Prozent sehen sich davon nicht berührt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Verband der Automobilindustrie (VDA) und das Unternehmen Deloitte im Frühjahr durchführen ließen. Sie wurde am Dienstag veröffentlicht.

Mit einer vollständigen Ablösung der Verbrennungsmotore durch die Elektromobilität rechnen 88 Prozent jedoch erst ab 2030. Ein Teil der Zulieferer nimmt an, dass Brennstoffzellen (rund 30 Prozent) oder synthetische Kraftstoffe (40 Prozent) ebenfalls noch zum Standard gehören werden.

"Wie das Investitionsverhalten der Automobilzulieferer zeigt, gehen sie davon aus, dass der Absatz von Elektroautos weiterhin deutlich steigen wird", so Dr. Harald Proff, Partner und Leiter Automobilindustrie bei Deloitte Deutschland und Global.

"Es zeigt sich zudem, dass die Unternehmen strategisch auf Augenmaß setzen. Ein Großteil verfolgt eine Harvest-Strategie, also einen kontrollierten, langsamen Rückzug aus dem Markt für Verbrennungstechnologien bei gleichzeitigem Aufbau des Geschäftsbereichs Elektromobilität. Radikalere Strategien wie beispielsweise einen frühzeitigen schnellen Marktaustritt werden dagegen nur von einer Minderheit der Befragten gefahren."

Nach den größten Barrieren für eine zügige Transformation gefragt, nennen die Unternehmen an erster Stelle einen Mangel an politischer Unterstützungs- und Planungssicherheit. Außerdem werden steigende Anforderungen an die Nachhaltigkeit, ein langsamer Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Fachkräftemangel genannt.

Die Unternehmensberatung PwC hat – ebenfalls am Dienstag – eine Studie veröffentlicht, wonach Zulieferer in Ländern des asiatischen Kontinents ihren Anteil am Weltmarkt jüngst deutlich steigern konnten, nämlich auf etwa 43 Prozent. Der Anteil der deutschen Firmen ist demnach gesunken. Die Konkurrenz aus Asien setze hiesige Unternehmen unter Zugzwang.

Die Umsätze der 80 weltweit größten Autozulieferer fielen nach Angaben von PwC im Jahr 2020 um 12 Prozent auf 783 Milliarden Euro, die der deutschen um 11 Prozent auf 199 Milliarden. Der Weltmarktanteil von Robert Bosch, Continental, ZF Friedrichshafen und Co. sei mit 26 Prozent zwar weiterhin hoch, der Wettbewerb mit den Konkurrenten in Asien werde aber härter. Diese hätten in der Krise mit 4,4 Prozent Betriebsgewinn vom Umsatz die höchste Rentabilität erzielt und ihre Eigenkapitalquote bei 48 Prozent gehalten. Bei den deutschen Zulieferern sank sie auf 21 Prozent.

PwC untersuchte die Geschäftszahlen von 80 Unternehmen im Zeitraum 2010 bis 2020.

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(rt/dpa)

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