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Neuer "Wachstumsbedarf" – US-Armee behält nun doch etliche Standorte in Deutschland

Auch um Kosten zu senken, plante die US-Armee, Stützpunkte in Deutschland zu schließen. Aufgrund eines "selbstbewusster" auftretenden Russlands, hat man sich nun aber anders entschieden. Sechs der für eine Schließung vorgesehen Kasernen werden doch weiter betrieben.
Neuer "Wachstumsbedarf" – US-Armee behält nun doch etliche Standorte in DeutschlandQuelle: www.globallookpress.com

Wie US-Medien berichten, sollen sieben Standorte der US-Armee in Deutschland, aber auch Belgien weiter betrieben werden, obwohl die im Rahmen der Konsolidierung der US-Streitkräfte eigentlich wieder in die Verantwortung Deutschlands übergeben werden sollten.

Die Stützpunkte würden demzufolge aufgrund der "wachsenden Anforderungen im europäischen Raum (European theater)" weiter betrieben. In Deutschland soll es sich um sechs US-Basen handeln, die daher nun doch nicht geschlossen werden: Die Barton Barracks in Ansbach, die Pulaski Barracks in Kaiserslautern, die Coleman Barracks in Mannheim, die Husterhoeh-Kaserne in Pirmasens, das Weilimdorf Warehouse in Stuttgart und das Amelia Earhart Center in Wiesbaden. In Belgien soll die Caserne Daumerie von der Schließung verschont bleiben.

Laut dem US-Branchendienst Stars and Stripes hätten sich einige der Standorte, deren Schließung geplant war, "inzwischen als wichtige Bestandteile der Bemühungen der Armee zur Verbesserung der Kampffähigkeiten in Europa erwiesen". Vor allem das "selbstbewusster" auftretende Russland habe die US-Armee demzufolge zum Umdenken veranlasst. Die Zentrale der US-Armee für Afrika und Europa (USAREUR-AF) erklärte:

"Die (Neu-) Bewertung hat ergeben, dass die Standorte beibehalten werden sollten, da der Wachstumsbedarf (der US-Armee) den Bau und die Renovierung von Einrichtungen übersteigt."

Insbesondere die Coleman Barracks tun sich demzufolge als strategisch wichtig hervor, da sie als Drehscheibe für mehr als 800 gepanzerte Fahrzeuge und zugehörige Ausrüstungsteile dienten. Der weitere Betrieb der Coleman Barracks, deren Schließung eigentlich bereits für das Jahr 2010 vorgesehen war, werde laut einer Pressemitteilung des Europa-Afrikas-Kommandos erhebliche logistische Vorteile zeitigen:

"Die Beibehaltung der Coleman Barracks wird den Transport der regional zugewiesenen Streitkräfte aufgrund ihrer Nähe zur Autobahn sowie zu den Verladeeinrichtungen für Schienen- und Lastkähne erleichtern."

Die Barton Barracks wiederum gewährleisten nach US-Angaben derzeit den Betrieb und die Aktivitäten der U.S. Armee-Garrison Ansbach. Der Stützpunkt eigne sich demnach optimal für den künftigen Ausbau von Verwaltungs- und Kaserneneinrichtungen sowie zur Einrichtung eines Hauptquartiers für die Einsatzleitung.

Im Rahmen der Konsolidierungspläne gab das US-Verteidigungsministerium 2015 bekannt, in den folgenden acht Jahren mehrere Stützpunkte in Europa schließen zu wollen, um u. a. die Kosten für den laufenden Betrieb der Stützpunkte zu senken.

Im Rahmen der Konsolidierung der US-Streitkräfte waren die ehemals getrennten Kommandostrukturen für den afrikanischen Kontinent und Europa im November 2020 zusammengelegt worden. Der ehemalige Unterstaatssekretär der US-Armee, Ryan D. McCarthy, war angesichts dessen überzeugt:

"Diese Konsolidierung verbessert die globale und regionale Einsatzbereitschaft zur Unterstützung der nationalen Verteidigungsstrategie."

Die neu geschaffene Kommandostruktur, so McCarthy im November 2020, werde die "Effektivität der Führung, die Flexibilität und die Fähigkeit zur Durchführung groß angelegter, gemeinsamer und bereichsübergreifender Operationen" merklich erhöhen. Weltweit verfügen die USA über geschätzt 800 Militärstützpunkte außerhalb der Vereinigten Staaten.

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