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Präsidentenmord in Haiti: Verdächtige wohl mit Verbindungen zu US-Drogenbehörde und FBI

Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA hat bestätigt, dass mindestens einer der Männer, die wegen der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse verhaftet wurden, ihr Informant gewesen war. Mehrere andere sollen offenbar Verbindungen zum FBI gehabt haben.
Präsidentenmord in Haiti: Verdächtige wohl mit Verbindungen zu US-Drogenbehörde und FBIQuelle: Reuters © Ricardo Arduengo

Haitianische Behörden haben bislang mehrere US-Amerikaner haitianischer Herkunft sowie mehr als zwei Dutzend Kolumbianer im Zusammenhang mit der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse verhaftet. Wie nun die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gibt es eine Verbindung eines mutmaßlichen Attentäters zur US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA. Einem Bericht der Nachrichtenagentur zufolge hat ein DEA-Beamter in einer E-Mail am Montag geschrieben:

"Einer der Verdächtigen bei der Ermordung des Präsidenten war ein Informant für die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA."

Dieser habe sich nach der Ermordung an die DEA gewandt. Die Behörde habe ihn aufgefordert, sich zu stellen. Der mutmaßliche Täter sei zum Zeitpunkt des Attentats kein aktiver Informant gewesen. "Diese Personen haben nicht im Auftrag der DEA gehandelt", zitiert Reuters weiter aus der E-Mail.

Zuvor hatte auch der US-Sender CNN über mögliche Verbindungen der Männer zu US-Strafverfolgungsbehörden berichtet. Auch gegenüber dem Sender bestritt die DEA, dass die Angreifer in ihrem Auftrag gehandelt hatten, bestätigte jedoch, dass "zeitweise einer der Verdächtigen", die von den haitianischen Behörden festgenommen wurden, "eine vertrauliche Quelle für die DEA war".

Demnach lieferten die DEA und das US-Außenministerium "Informationen an die haitianische Regierung", die bei der Verhaftung des Verdächtigen und einer weiteren Person geholfen hätten, teilte die Behörde CNN mit.

In einer Stellungnahme an Reuters versuchte ein nicht namentlich genannter Beamter der Strafverfolgungsbehörde klarzustellen, dass der Verdächtige zum Zeitpunkt des Attentats kein aktiver DEA-Informant war.

An dem Komplott waren mindestens 28 Männer beteiligt, so die haitianischen Behörden. Die meisten der verhafteten Verdächtigen sind Söldner mit kolumbianischer Staatsangehörigkeit, die durch eine US-Sicherheitsfirma mit Sitz in Florida angeheuert wurden.

Mindestens drei der Festgenommenen sind US-Bürger haitianischer Herkunft. Zwei wurden bereits in der vergangenen Woche festgenommen, der Dritte – der 63-jährige Christian Emmanuel Sanon – wurde am Sonntag verhaftet und wird verdächtigt, der Drahtzieher der Ermordung des Präsidenten zu sein. Das Motiv ist weiterhin unklar.

Wie es im CNN-Bericht weiter heißt, sollen noch weitere unter den Verdächtigen "Verbindungen in die USA" haben, darunter "als Informanten für das FBI". Von der US-Bundespolizei gab es weder eine Bestätigung noch ein Dementi dieser Information. Das FBI teilte dem Sender lediglich mit, dass es im Zuge seiner Ermittlungsarbeit "legale Quellen verwendet, um Informationen zu sammeln".

Die DEA hat eine große Anzahl von Mitarbeitern in Kolumbien, wo die USA und die Regierung in Bogotá einen jahrzehntelangen Krieg gegen Kokain-Kartelle führen. Die US-Behörde hat auch eine Vertretung in Haiti, aber auf der Internetseite der US-Botschaft in Port-au-Prince sind keine Details über ihre Aktivitäten im Land angeführt.

Moïse wurde am letzten Mittwoch im Morgengrauen in seiner Privatresidenz erschossen, seine Frau wurde bei dem Überfall verletzt. Berichten zufolge sollen einige der Angreifer bei der Attacke vorgegeben haben, DEA-Agenten zu sein, die eine Razzia in seinem Haus durchführten.

Nach der Ermordung von Moïse hatte Haiti die USA um Hilfe bei der Stabilisierung der Lage im Land gebeten. Ein Minister hatte Berichten zufolge sogar die Entsendung von US-Truppen gefordert, da "Terroristen" das Chaos ausnutzen könnten, um Flughäfen und Gasreserven anzugreifen. Darauf angesprochen, teilte das Weiße Haus lediglich mit, dass die Angelegenheit "geprüft" werde. Washington schickte aber ein Team aus hochrangigen Vertretern des FBI und des Heimatschutzministeriums nach Haiti, die klären sollten, was die USA tun können, um bei den Ermittlungen zu helfen, wie Pentagon-Sprecher John Kirby am Sonntag erklärte.

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