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Nordkorea: USA missbrauchen humanitäre Hilfe, um eigene Vorteile zu sichern

Inmitten von ernsten politischen Spannungen zwischen den USA und Nordkorea, nach einer kurzen Phase der Annäherung unter Trump, erhebt Pjöngjang schwere Vorwürfe gegen die USA. Hinter deren Hilfslieferungen stehe eine "finstere politische Agenda".
Nordkorea: USA missbrauchen humanitäre Hilfe, um eigene Vorteile zu sichernQuelle: www.globallookpress.com © Chris Jung/ZUMAPRESS.com

Nordkorea hat Washington vorgeworfen, seine Auslandshilfe zu einer Waffe zu machen, um Druck und Kontrolle über Länder auszuüben, die stark auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Das geht aus einem Artikel hervor, der auf der Website des nordkoreanischen Außenministeriums erschien.

Der Artikel von Kang Hyon Chol, leitender Forscher der an das Außenministerium angegliederten Vereinigung für die Förderung des Internationalen Wirtschaftlichen und Technologischen Austauschs, enthält Beispiele aus dem Umgang der USA mit Kambodscha, Pakistan, Afghanistan und Ländern im Nahen Osten, um zu argumentieren, dass Washington "humanitäre" Hilfe benutzt, um weltweit eine "finstere politische Agenda" auszuführen.

Kang erklärt etwa, dass Washington das Versprechen von "humanitärer Hilfe" benutzt habe, um Syrer zu ermutigen, sich gegen ihre Regierung zu erheben. Aber solche Angebote seien Kang zufolge im Grunde ein "Deckmantel für die Fortsetzung der Einmischung in die inneren Angelegenheiten der betreffenden Länder".

Nach Ansicht des nordkoreanischen Forschers setzen die USA die Auslandshilfe als politisches Werkzeug ein, um andere Länder politisch und wirtschaftlich zu unterwerfen. Er bemerkt, dass Washington in vielen Fällen am Ende tatsächlich selbst enorm profitiert, indem es sich im Austausch für solche "triviale" humanitäre Hilfe vorteilhafte wirtschaftliche oder politische Bedingungen sichert.

Er riet, dass Länder in Notsituationen sich nicht an die USA um Hilfe wenden sollten. In der Praxis hätten viele Länder einen Nachteil erlitten, weil sie große Hoffnungen in die US-amerikanische "Hilfe" und "humanitäre Unterstützung" gesetzt haben, argumentierte Kang.

Die provokante Analyse erscheint inmitten von ernsten Spannungen in den Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang, die einer kurzen Phase des Dialogs zwischen den beiden langjährigen Rivalen zur Zeit der Trump-Regierung folgten.

Letzten Monat lehnte der nordkoreanische Außenminister, Ri Son-gwon, ein Angebot des US-amerikanischen Gesandten ab, sich "überall und jederzeit" zu treffen, und erklärte, dass Pjöngjang "nicht einmal die Möglichkeit eines Kontakts mit den USA in Betracht zieht." Der nordkoreanische Spitzendiplomat sagte, dass solche Verhandlungen wenig bringen würden, außer dass sie "wertvolle Zeit in Anspruch nehmen".

Die USA haben Nordkorea bereits angeboten, die Sanktionen aufzuheben und Hilfe zu leisten, unter der Bedingung, dass Nordkorea Schritte zur Denuklearisierung unternimmt. Pjöngjang hat solche Vorschläge als unmöglich unter den derzeitigen militärischen Spannungen in der Region zurückgewiesen.

Die Frage der humanitären Hilfe ist angesichts der Coronavirus-Pandemie noch dringlicher geworden. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un hat öffentlich eingeräumt, dass das Land aufgrund der Gesundheitskrise und des jüngsten Taifuns mit einer Lebensmittelknappheit konfrontiert ist. Das Land hat bisher kein Interesse gezeigt, Hilfe aus Südkorea oder den USA anzunehmen, aber es erhielt einige Hilfen aus China und Russland.

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